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| Titel: | Japans Autohersteller ebnen Weg für Elektroautos |
| Datum: | 29.08.2008 |
| Land: | Japan |
| Produktkategorie: | Artikel |
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Tokio (bfai) - Mit Elektroautos wollen Japans Kfz-Unternehmen ihre Stellung im internationalen Automarkt stärken. Sowohl im In- als auch im Ausland haben gestiegene Kraftstoffpreise und Klimaschutzforderungen die Nachfrage nach alternativen Kfz-Antrieben deutlich belebt. Während Toyota bei Hybrid-Pkw Vorreiter ist, setzt Mitsubishi auf Voll-Elektro-Pkw und wird ab 2009 mit der kommerziellen Einführung solcher Fahrzeuge in Japan beginnen. Auch andere Hersteller arbeiten an Elektroantrieben. Gleichzeitig werden die infrastrukturellen Bedingungen geschaffen.
In Japan steht der Durchbruch für Elektroautos kurz bevor. Ursprünglich sollte 2010 das Startjahr werden, in dem japanische Anbieter, wie Mitsubishi Motors und Subaru, als erste Hersteller mit dem Verkauf von Elektroautos für Privatkunden beginnen wollten. Da die Konkurrenten vor dem Hintergrund hoher Spritpreise und aus Absatzgesichtspunkten ihre Elektrofahrzeugstrategien intensiviert haben, will Mitsubishi schon 2009, ein Jahr früher als bislang geplant, sein Pkw-Modell "MiEV" (Mini Electric Vehicle) in Japan auf den Markt bringen. In den USA und Europa wird, nach Testprojekten, ab 2010 die Einführung in Erwägung gezogen.
Auch Nissan-Renault hat die Einführung von Elektroautos angekündigt, ein Schlüssel für die Strategie, Marktführerschaft im Bereich umweltfreundlicher Autos zu erlangen. Neben Japan hat der Kfz-Hersteller bereits andere Länder, wie Israel, Dänemark und Portugal, für seine Allianz einer "Null-Emissions-Mobilität" gewonnen. Dort soll jeweils mit Unterstützung der Regierungen der Einsatz von Elektroautos in der Breite gefördert werden. Allerdings wird ein marktreifen Auto frühestens 2010 zur Verfügung stehen.
Die Zusammenarbeit mit den Regierungen ist notwendig, um die Infrastruktur und Verkaufsanreize zu schaffen. Denn der Preis für Elektroautos ist noch verhältnismäßig hoch. Jedoch sollen Steueranreize beziehungsweise Kaufprämien den Absatz gezielt fördern. Darüber hinaus werden gesetzliche Bestimmungen erlassen, die den Ausbau des erforderlichen Stromversorgungsnetzes erleichtern.
In Japan schaffen das Stromversorgungsunternehmen Tepco (Tokyo Electric Power Corporation) und der Supermarkt-Betreiber Aeon als erste eine für den Alltagseinsatz nutzbare Infrastruktur. Ein von Aeon im Herbst 2008 neu eröffnetes Einkaufszentrum in der Präfektur Saitama wird mit einer Schnellladestation für Elektroautos versehen. Diese ist auch für Plug-In-Hybridautos geeignet, deren Markteinführung Toyota für 2010 angekündigt hat.
Während die Kunden einkaufen, kann das Auto aufgeladen werden. Innerhalb von 30 Minuten ist genügend Strom gespeichert, um damit 120 km weit zu fahren. Mit einer 10 Minuten-Ladung soll eine 60-km-Distanz zurückgelegt werden können. Entsprechende Schnellladegeräte hat Tepco schon entwickelt und einsatzbereit. Da die meisten Fahrten innerhalb des Stadtgebietes getätigt werden, reichen kurze Strom-Ladevorgänge für den Normalgebrauch.
Im Fiskaljahr 2009 (1.4.09-31.3.10) will Tepco bis zu 200 Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Großraum Tokyo bereitstellen. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll das Netzwerk auf etwa 1.000 Strom-Tankstellen ausgebaut werden. Supermärkte, Postfilialen, Krankenhäuser, Hotels und ähnliche Standorte, die Parkplatzangebot haben, sollen mit Ladestationen versehen werden. Die Kosten für eine Strom-Ladestation sollen insgesamt circa 4 Mio. Yen (rund 25.000 Euro; 1 Euro = 161,3 Yen im Jahresdurchschnitt 2007) betragen.
Auf etwa 4 Mio. Yen belaufen sich auch die Anschaffungskosten für das Elektromodell von Mitsubishi, deutlich teurer als ein Miniauto vergleichbarer Größe. Jedoch sind die Betriebskosten und die Emissionen wesentlich geringer. Nach Angaben von Mitsubishi Motors soll sein Elektroauto nur 1 Yen Betriebskosten pro Kilometer verursachen, wenn es nachts aufgeladen wird. Eine herkömmliche, kraftstoffbetriebene Version ist dagegen zehnmal teurer.
Für die gegenwärtig hohen Preise von Elektrofahrzeugen sind Batterien als größter Kostenfaktor verantwortlich. Neue Lithium-Ion-Batterien, die gegenüber herkömmlichen Akkumulatoren größere Speicherkapazität und Leistungsfähigkeit erfüllen, werden das Herz der meisten Elektroautos sein. Da die Produktionsvolumina der Akkumulatoren noch gering sind, arbeiten die Hersteller am Ausbau der Kapazitäten und an effizienten Verfahren, um die Batteriekosten schnell senken zu können.
Anfang August 2008 haben der Batteriehersteller GS Yuasa, Mitsubishi Corp. und Mitsubishi Motors angekündigt, mit ihrem Joint Venture Lithium Energy Japan die Massenproduktion von Lithium-Ion-Batterien aufzunehmen. Dazu wird in der Präfektur Shiga in ein Werk investiert, das im Frühjahr 2009 in Betrieb gehen soll und anfangs eine Jahreskapazität von 200.000 Batteriezellen haben soll.
Damit lassen sich 2.000 Elektroautos ausrüsten, entsprechend der angepeilten ersten Jahresproduktion von Mitsubishi Motors. In einem weiteren Schritt ist der Ausbau der Batterieherstellung in einer Größenordnung vorgesehen, dass 10.000 Fahrzeuge ausgerüstet werden können. Dabei ist auch an die Belieferung von anderen Autoproduzenten ins Auge gefasst, wie beispielsweise die Peugeot-Citroen-Gruppe, mit der Mitsubishi bei seiner Strategie in Europa zusammenarbeitet.
Andere Batterie-Allianzen, wie Automotive Energy Supply (Nissan, NEC und NEC Tokin), Hitachi Vehicle Energy (Hitachi, Hitachi Maxell und Shin-Kobe Electric Machinery) und Panasonic EV Energy (Toyota Motors und Matsushita Electric Industrial) veröffentlichen keine gesonderten Zahlen ihrer Batterieproduktion speziell für Elektroautos. Ihre vorhandene oder geplante Erzeugung von Lithium-Ion-Batterien wird auch in Hybrid- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen eingesetzt.
Da Autobatterien zu einem zentralen Bestandteil alternativer Antriebe geworden sind, arbeiten die Hersteller an Kostensenkung und Leistungsverbesserung. Getestet werden neue Materialien, die mehr Elektrizität speichern können und länger halten. Darüber hinaus wird versucht, Luftbatterien weiterzuentwickeln, die ohne potenziell gefährliche Elektrolyte auskommen und durch die Reaktion von Elektrode und Luft Elektrizität erzeugen können. Unternehmen, die hier gute Lösungen anzubieten haben, winken gute Geschäftsaussichten.
(M.J.)

