| Suchanfrage: | Land: China |
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| Titel: | VR Chinas Yangzi-Delta setzt auf Hochgeschwindigkeitszüge |
| Datum: | 30.03.2009 |
| Land: | China |
| Produktkategorie: | Artikel |
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Shanghai (gtai) - Mit drei Großprojekten im Eisenbahnbau, die Shanghai und die beiden Provinzhauptstädte Nanjing und Hangzhou mittels High-Speed-Trassen miteinander verknüpfen sollen, treibt das chinesische Yangzi-Delta die Entwicklung weiter voran. Diese Vorhaben im Umfang von mehr als 100 Mrd. RMB sollen erstens sicherstellen, dass die Weltausstellung in Shanghai 2010 ein Erfolg wird, und zweitens die weitere Integration der Wirtschaft des Deltas unterstützen. Für Lieferanten von Eisenbahntechnik dürften sich dadurch neue Chancen bieten. (Kontaktanschrift)
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(abs)
Das chinesische Yangzi-Delta treibt die regionale Vernetzung der Großstädte voran. Den Projekten kommt zugute, dass Beijing viele Milliarden Renminbi in den Ausbau der Transportinfrastruktur und deren Modernisierung stecken will. In diesem Rahmen wurde im Februar 2009 in Shanghai der erste Spatenstich für die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Hangzhou, die Hauptstadt der Provinz Zhejiang, ausgeführt.
Ursprünglich waren für die 160 km lange Strecke nur Geschwindigkeiten von maximal 250 km/h vorgesehen, jetzt will man offensichtlich noch draufsatteln, und es ist von bis zu 350 km/h die Rede. Der übliche Schotteroberbau genügt dann nicht mehr, und es muss eine sogenannte Feste Fahrbahn eingezogen werden, um Gleislagefehler sowie Schotterflug zu vermeiden und die Federeigenschaften zu verbessern.
Für die 160 km lange Strecke werden Investitionen in Höhe von 29,7 Mrd. Renminbi Yuan (RMB; rund 3,4 Mrd. Euro; 1 Euro = 8,66 RMB) notwendig sein, berichtet die Tageszeitung "Dongfang Zaobao" (Dongfang Daily). Die Fahrzeit von Shanghai nach Hangzhou soll nach Fertigstellung von derzeit 78 Minuten auf dann 38 Minuten mehr als halbiert werden. Es ist vorgesehen, die beiden Städte im Drei-Minuten-Takt miteinander zu verbinden. In etwa zwei Jahren sollen mindestens 210 Züge pro Tag rollen, wobei jährlich zwischen 63 Mio. und 80 Mio. Menschen transportiert werden dürften.
Dieses Großprojekt reiht sich ein in andere Vorhaben, die die regionale wirtschaftliche Integration in der Region verbessern und gleichzeitig sicherstellen sollen, dass die 2010 in Shanghai durchgeführte Weltausstellung die Besucherströme bewältigen kann. Zur Expo, die am 1.5.10 eröffnet wird, rechnet die Metropole mit 70 Mio. Gästen, davon sollen alleine 21 Mio. aus der Delta-Region kommen. Shanghai baut daher parallel zur Eisenbahnanbindung an andere Provinzen das eigene U-Bahn-Netz und die Busverbindungen aus. Insgesamt soll die Länge der U-Bahnen auf 500 km erhöht werden, und es wird neuerdings überlegt, auch die Vororte Kunshan (Provinz Jiangsu) sowie Jiaxing (Provinz Zhejiang) an das Shanghaier Netz anzubinden. Ferner soll ein regelmäßiger Busverkehr zu 1.100 Dörfern deren Anbindung an die Weltausstellung ermöglichen.
Die Eisenbahn-Neubaustrecke Shanghai - Nanjing soll ebenfalls Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h ermöglichen. Daher werde der ursprüngliche Kostenrahmen von knapp 40 Mrd. RMB um mindestens 10% überschritten. Auch dieser Bau soll bis zur Expo fertiggestellt sein und die bisherige Fahrzeit von zwei Stunden für die 300 km lange Strecke halbieren.
Personentransport der Eisenbahn im Yangzi-Delta
| Provinz | Personentransport (Mio.) 2006 | Personentransport (Mio.) 2007 | Beförderungsleistung (Mrd. Personenkilometer) 2006 | Beförderungsleistung (Mrd. Personenkilometer) 2007 |
| Shanghai | 44,6 | 48,0 | 5,1 | 5,1 |
| Jiangsu | 72,9 | 76,6 | 26,8 | 31,0 |
| Zhejiang | 55,9 | 59,3 | 24,1 | 25,9 |
Quelle: Statistische Jahrbücher der Provinzen
| Provinz | Frachttransport (Mio. Km) 2006 | Frachttransport (Mio. Km) 2007 | Frachtvolumen (Mrd. Tonnenkilometer) 2006 | Frachtvolumen (Mrd. Tonnenkilometer) 2007 |
| Shanghai | 12,2 | 11,4 | 5,5 | 3,5 |
| Jiangsu | 51,7 | 51,8 | 49,7 | 42,4 |
| Zhejiang | 32,3 | 34,5 | 30,1 | 33,6 |
Quelle: Statistische Jahrbücher der Provinzen
Ferner ist auch die direkte Verknüpfung der beiden Provinzhauptstädte Nanjing und Hangzhou als Hochgeschwindigkeitsprojekt vorgesehen. Mit einem Aufwand von gut 30 Mrd. RMB wird die 250 km lange Strecke modernisiert, wobei sich die Fahrzeit von derzeit mehr als fünf Stunden auf 50 Minuten reduzieren soll. Nach Fertigstellung dieser drei Projekte ist das Yangzi-Delta die einzige Region Chinas, neben der Strecke Beijing-Tianjin, die modernste Hochgeschwindigkeitstechnik einsetzt.
Die Shanghai Railway Administration, die unter anderem auch für Zhejiang und Jiangsu verantwortlich ist, will die regionale Integration energisch vorantreiben. Das Yangzi-Delta, das nur 2,1% des chinesischen Territoriums einnimmt, aber 22,5% zum nationalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt und 35% der gesamten Auslandsinvestitionen in China erhält, hat ambitionierte Pläne. Bis 2013 soll - bezogen auf das BIP - New York überholt werden und 2018 der Großraum Tokio. Die Region werde 2020 ein BIP von 2,3 Bill. US$ erreichen, zeigen sich Forscher der Shanghaier Jiaotong-Universität überzeugt.
Ein weiteres Großprojekt der Regierung, eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der zentralchinesischen Metropole Chongqing und Shanghai, gehört dem Vernehmen nach jedoch bislang nicht zu den Vorhaben, die im Rahmen des 4-Billionen-RMB-Konjunkturpaketes gefördert werden. Dabei wäre die bessere Anbindung Zentralchinas an den Welthandel eine notwendige Voraussetzung zur Entwicklung dieser Gebiete. Derzeit benötigt die Bahn von Chongqing nach Shanghai 28 Stunden. Über eine Hochgeschwindigkeitsstrecke verkürzte sich die Fahrzeit auf acht Stunden.
Die Entwicklung der Eisenbahn in der Region um Shanghai dürfte auch für deutsche Lieferanten von entsprechender Technik interessant sein. Die Zentralregierung will alleine 2009 etwa 600 Mrd. RMB in neuen Gleisbau investieren, weitere 100 Mrd. RMB sind für "rollendes Material" vorgesehen.
Die chinesischen Einfuhren von Eisenbahntechnik beliefen sich in den vergangenen Jahren auf etwa 1,5 Mrd. $ pro Jahr. Italien und Deutschland waren mit Anteilen von je etwas mehr als 20% die führenden Lieferanten vor Frankreich (16%), den USA (10%) und Schweden (9%). Japanische Technik (8%) ist offenbar nicht übermäßig beliebt.
Überwiegend werden Teile für Schienenfahrzeuge importiert. Davon entfielen 2007 etwa 30% auf Dreh-, Lenkgestelle, Achsen und Räder sowie weitere 23% auf Bremsvorrichtungen. Auch Signaltechnik war gefragt sowie Triebwagen und Schienenbusse.
Chinesische Einfuhr von Eisenbahntechnik (in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
| HS-Pos. | Warengruppe | 2007 | 2008 | Veränd. |
| 8601 | Elektrische Lokomotiven | 125,1 | 18,3 | -85,4 |
| 8602 | Andere Lokomotiven | 83,8 | 36,9 | -56,0 |
| 8603 | Triebwagen, Schienenbusse | 78,3 | 116,5 | 48,8 |
| 8604 | Bahndienstfahrzeuge | 56,5 | 33,6 | -40,5 |
| 8607 | Teile von Schienenfahrzeugen | 995,2 | 1.175,0 | 18,1 |
| 8608 | Ortsfestes Gleismaterial | 74,3 | 63,1 | -15,1 |
| 8530 | Signaltechnik | 110,6 | 131,9 | 19,3 |
| Insgesamt | 1.523,8 | 1.575,3 | 3,4 |
Quelle: Chinesische Zollstatistik
Shanghai Railway Administration
Tianmu East Rd. 80, Zhabei District, 200070 Shanghai
Tel.: 0086 21/51 22 21 50, Fax: -51 22 30 50
(S.G.)

