| Suchanfrage: | Land: China |
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| Datenbank: | Länder und Märkte |
| Titel: | Getränkeindustrie der VR China behält hohe Dynamik |
| Datum: | 21.08.2009 |
| Land: | China |
| Produktkategorie: | Artikel |
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Köln (gtai) - Der Getränkemarkt der VR China hat Expansionspotenzial. Die Branchengiganten Coca-Cola und Pepsi haben für die nächsten Jahre hohe Investitionen angekündigt. Auch andere große internationale Hersteller haben bereits einen Fuß in der Tür. Der Wettbewerb ist hart, die Fusions- und Aufkaufdynamik hoch. Mit moderner Technologie und immer neuen Getränkesorten wird um die Gaumen der Konsumenten gekämpft. Für die nächsten Jahre ist mit steigender Investitionstätigkeit zu rechnen.
Von einer Krise ist bei der Getränkeindustrie in der VR China nicht viel zu spüren. Die Produktion und die Umsätze wachsen zweistellig. Nach Angaben des Ministry of Industry and Information Technology legte die Produktion von Getränken in den ersten fünf Monaten 2009 um 13,3% zu, davon nicht-alkoholische Getränke um 14,3%. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war dies zwar ein geringeres Wachstum, aber angesichts der konjunkturellen Schwierigkeiten ein passables Ergebnis.
Die meisten großen in- und ausländischen Getränkehersteller, wie Wahaha und Coca-Cola, begannen das Jahr 2009 mit gesunden Zuwachsraten. Wahaha vermeldete für die ersten drei Monate einen wertmäßigen Umsatzanstieg um 37% gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Verkäufe von Coca-Cola stiegen gleichzeitig um 10%, so Pressemeldungen.
Mit rund 55% der Gesamtproduktion nimmt Wahaha unter den Mitgliedsfirmen der China Beverage Industry Association 2008 wie auch schon in den Vorjahren den ersten Platz ein. Landesweit hat das Unternehmen über 100 Ableger und produziert in allen Provinzen außer in Tibet und Hainan, so die "ChinaRetailNews". Nach Unternehmensinformationen hatte Wahaha im Jahr 2008 allein 90 neue Produktionslinien hinzugefügt. Für 2009 hat sich der Getränkehersteller zum Ziel gesetzt, den Umsatz um 50% zu steigern.
An solche Wachstumsraten kann der wichtigste ausländische Konkurrent, Coca-Cola, mit seinen China-Aktivitäten nicht heranreichen. Aber immerhin wuchs der Umsatz im 2. Quartal um 14% und damit bereits 23 Quartale hintereinander im zweistelligen Bereich. Und auch in den nächsten Jahren rechnet der Konzern mit guten Aussichten und will weiter expandieren, wie die "China Daily" am 23.7.09 berichtete.
Im Juli begann Coca-Cola, zusammen mit seinem Mehrheits-Joint-Venture-Partner COFCO, mit dem Bau der landesweit 39. Abfüllstation in der Inneren Mongolei. Für die Anlage, die Ende 2010 ihren Betrieb aufnehmen soll, werden Investitionen von 130 Mio. Renminbi (RMB; 13,5 Mio. Euro; 1 Euro = 9,65 RMB) veranschlagt. Sie ist Teil eines dreijährigen Investitionspaketes. Coca-Cola will sich seine China-Expansion insgesamt 2 Mrd. US$ kosten lassen. Die Gesamtinvestitionen der letzten drei Jahrzehnte sollen sich nur auf 1,6 Mrd. US$ belaufen haben.
Auch der Konkurrent Pepsi Co. sieht gute Aussichten in China. Im März 2009 begann das Unternehmen mit dem Bau einer Produktionsanlage in Nanchang, Provinz Jiangxi. Diese soll eine jährliche Abfüllkapazität von 130.000 t haben. In der gleichen Provinz hatte COFCO Coca-Cola im Juni 2009 ein Werk mit einer Kapazität von 500 Mio. Flaschen pro Jahr eröffnet.
Ebenfalls im Juni nahm Pepsi eine Abfüllanlage in Chongqing in Betrieb, die als besonders umweltfreundlich deklariert wurde. Gleichzeitig kündigte der Konzern hat, in den nächsten zwei Jahren fünf weitere solcher Werke zu errichten. Bereits im November 2008 hatte der Konzern bekannt gegeben, bis 2012 circa 1 Mrd. US$ in der VR China investieren zu wollen.
Uni-President China Holdings, eine Tochter der taiwanischen Lebensmittelkonzerns Uni-President, baut seine Basis auf dem chinesischen Festland vor allem im Fruchtsaftbereich aus. Im Juni verkündete das Unternehmen, mit dem weltgrößten Hersteller von Apfelsaftkonzentrat, der Yantai North Andre Juice Co. Ltd., ein Equity Joint Venture gründen zu wollen. Uni-President hält bereits einen knapp 15%-igen Anteil an Yantai North Andre Juice.
Als wachstumsstarkes Segment finden Fruchtsäfte eine hohe Aufmerksamkeit bei den Getränkeunternehmen. Coca-Cola war im März 2009 aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagt worden, den größten chinesischen Fruchtsafthersteller Huiyuan zu übernehmen. Der französische Getränkekonzern Danone, der einen 23%-igen Anteil an Huiyuan hält, hatte dem Verkauf seiner Anteile an Coca-Cola schon zugestimmt.
Zu den neueren Entwicklungen im chinesischen Getränkemarkt gehört auch, dass Uni-President im März 2009 seine Beteiligung an Beijing Kirin an den bisherigen Joint-Venture-Partner Kirin China, ein Tochterunternehmen des japanischen Bierherstellers, verkaufte. Japans Brauereien versuchen, sich in China neue Wachstumsfelder zu erschließen. So erwarb Asahi Breweries im April 2009 einen 19,9% Anteil an der Tsingtao Brewery vom belgischen Biergiganten InBev.
Anders als in Japan, wo der Konsum rückgängig ist, wächst der chinesische Bierverbrauch und die -produktion. Im 1. Halbjahr 2009 stieg die Erzeugung um 6% auf 205 Mio. Hektoliter. Tsingtao, die Nummer zwei im Biermarkt, konnte in diesem Zeitraum seine Verkäufe um 12,6% auf 30 Mio. Hektoliter ausweiten, so Presseberichte. Tsingtao, aber auch der größte Bierbrauer, China Resources Enterprises, rechnen in der zweiten Jahreshälfte mit einer weiteren Belebung der Nachfrage.
Stärkere Konsumentennachfrage und die Investitionspläne der Getränkehersteller werden den Bedarf an Anlagen erhöhen. Zumal auch die Anforderungen an Qualitätssicherung zunehmen. Hinzu kommen Tendenzen wie der zunehmende Einsatz von PET-Flaschen und Pappbehältern. Laut einer Studie von Reportlinker wird der Bedarf an Getränkebehältern in der VR China bis 2012 auf 300 Mrd. Einheiten zunehmen.
Dabei soll insbesondere die Nutzung von Kunststoffbehältern expandieren und 2012 auf einen Anteil von 43% kommen. Glas wird als Material an zweiter Stelle stehen und Kartoncontainer etwa einen Anteil von 21% erreichen. Bei den Inhalten soll Milch das wichtigste zu verpackende Getränk mit einem Anteil von 33% sein, gefolgt von Bier mit 19%. Bis 2012 sollen Fruchtsäfte sich zum drittwichtigsten Getränk vorarbeiten. Für Anlageninvestitionen brachte die Getränkeindustrie im Jahr 2008 rund 87,5 Mrd. RMB auf; das waren 22,4% mehr als 2007. Dabei berücksichtigt das National Bureau of Statistics nur Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 5 Mio. RMB.
(M.J.)

