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| Titel: | Kfz-Forschung in Schweden wird mit staatlichen Hilfen vorangetrieben |
| Datum: | 21.10.2009 |
| Land: | Schweden |
| Produktkategorie: | Artikel |
| Ihr Ansprechpartner bei Germany Trade and Invest: | Frau Frei, Ruf: 0221/2057-269 |
Stockholm (gtai) - Schwedens Regierung unternimmt einiges, um den in den letzten Jahren schwankenden Automotive-Standort zu stärken. Die staatlichen Subventionen fließen dabei hauptsächlich in den Ausbau der Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) sowie in Kredit - und Finanzhilfen für die durch die weltweite Finanz- und Konjunkturkrise angeschlagenen Unternehmen des Industriezweiges. Ausländische Investoren profitieren von einem hohen Wissensstand der Fachkräfte und Hochschulabsolventen im Lande. (Kontaktanschriften)
Insgesamt hat die Regierung 28 Mrd. Schwedische Kronen (skr; rund 2,7 Mrd. Euro, Durchschnittskurs September 2009 1 Euro = 10,1976 skr) als Hilfen für die Fahrzeugindustrie bis 2012 budgetiert. Davon wurden 20 Mrd. skr als staatliche Kreditgarantien für Firmen innerhalb der Kfz-Industrie festgeschrieben, die ihre Produktpalette auf "grüne Technololgie" umstellen, das heißt umweltfreundliche Autos beziehungsweise Fahrzeugtechnik entwickeln. Ferner sind 5 Mrd. skr als finanzielle Unterstützung für Firmen ausgelobt, die infolge der aktuellen Krise in Bedrängnis geraten sind und Umstrukturierungsmaßnahmen beziehungsweise Insolvenzverfahren durchführen müssen. Weitere 3 Mrd. skr fließen im Rahmen eines fahrzeugstrategischen FuE-Programms (Fordonsstrategisk forskning och innovation, FFI) in die Gründung eines schwedischen Unternehmens für FuE - unter der Beteiligung von Volvo, Saab, Volvo Lkw und Scania. Zweck dieses Gemeinschaftunternehmen ist, den Wissensstandort Schweden im Bereich der Kfz-Industrie zu stärken. Bereits seit 2007 stellt die Regierung jährlich 55 Mio. skr für FuE-Zwecke in der Fahrzeugindustrie zur Verfügung.
Auch ausländische Firmen, die sich in Schweden im Bereich Kfz-Forschung engagieren möchten, können im Rahmen des FFI-Programms staatliche Finanzierungshilfen beantragen. Das Programm gibt ausländischen Firmen damit nicht nur finanzielle Unterstützung für ihre FuE-Aktivitäten, sondern ermöglicht auch einen Zugang zu dem Automotive-Netzwerk und dessen exzellentem FuE-Umfeld. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm sind die Etablierung einer Präsenz in Schweden und die Durchführung eines FuE-Projektes im Kfz-Bereich. Anträge für die staatlichen Hilfen können bei der staatlichen Forschungseinrichtung Vinnova ( www.vinnova.se) abgerufen und gestellt werden. Auswahl- und Entscheidungskriterien für das Votum sind: Qualität des Forschungsprojektevorschlages, Durchführbarkeit und Nutzen des Projektes. Der Förderanteil kann bis zu 50% der Projektkosten umfassen. Neben Herstellern und Zulieferen der Kfz-Industrie können auch ausländische Forschungseinrichtungen an dem Programm teilnehmen. In diesen Fällen kann der Förderumfang bis 100% betragen, wenn im Rahmen solcher Projekte Wissen nach Schweden transferiert wird.
Invest in Sweden wirbt für ihren Kfz-Standort als "Heimat für wegbereitende Innovation auf den Gebieten Umwelt, Sicherheit, intelligente und vernetzte Systemansätze und Autotests". Gründe für die tatsächlich relativ guten FuE-Bedingungen in diesen Bereichen liegen in der Kombination aus der traditionsreichen Produktion von Pkw (Volvo und Saab) und Lkw (Volvo Lkw und Scania) mit einer ebenso im Land vorhandenen großen Expertise und wichtigen industriellen Clustern in den Bereichen: Elektrotechnik mit Firmen wie ABB, Alfa Laval etc.; Telekom/IT (Ericsson, Telia Sonera, IBM, etc.); Luftfahrt mit den Unternehmen Saab (Luftfahrt) und Combitech etc. sowie Cleantech mit einer Reihe mitteständischer Firmen und vielen Innovationen.
Mit den weltweit agierenden Autobauern Volvo (Ford-Gruppe) und Saab verfügt Schweden über zwei Weltmarken. Heimische Pkw-Hersteller bauten 2008 weltweit 456.000 Pkw, 253.00 davon in Schweden. Bei schweren Lkw (über 16 t) stammt mit einer Produktionszahl von 323.600 (2008, 37.200 davon in Schweden) rund ein Fünftel des Weltmarktausstoßes von den schwedischen Lkw-Herstellern Volvo (inklusive der Töchter Renault und Mack) sowie Scania. Ebenso entscheidend für die Qualität der FuE-Bedingungen ist die Existenz wichtiger Kfz-Zulieferungsbetriebe. Die größten schwedischen Kfz-Technikzulieferer, darunter Autoliv, Haldex und SKF, sind weltweit tätig und ihre Ausrüstungen stecken in vielen weltweit hergestellten Fahrzeugen. Dazu sind alle großen deutschen Kfz-Zulieferer in Schweden engagiert. Nach Expertenschätzung steckt in jedem in Schweden produzierten Pkw etwa ein Drittel, das deutsche Zulieferer beisteuern. Das Einkaufsvolumen der schwedischen Kfz-Industrie umfasst laut Branchenkennern jährlich zweistellige Milliardenbeträge (Euro).
| Kategorie | 2007 | 2008 | Veränderung 2008/07 |
| Pkw | 316.600 | 253.000 | -20,1 |
| Lkw | 35.100 | 37.200 | 6,0 |
| Busse | 8.800 | 9.150 | 4,0 |
Quelle: Bil Sweden
| Akteur/Projekt | Projektstand | Anmerkungen |
| Volvo Lkw/ Hybridtechnik für Lkw und Busse | Geplanter Einbau ab 2009 | Entwicklung einer 2-Motoren-Technik; Investitionssumme: 350 bis 400 Mio. skr (Entwicklung) und circa 1 Mrd. skr (Produktion) |
| Volvo Pkw/ neues Entwicklungszentrum | k.A. | Volvo ist zuständig für die Weiterentwicklung der Hybridtechnik innerhalb der Ford-Gruppe in Europa |
| Volvo Pkw/ neues Hybrisfahrzeug | Fertigstellung Anfang 2011 | Entwicklung eines neuen Mikrohybridmotors |
| Wipro/ Ausbau Hydraulikfabrik | Fertigstellung für 2009 geplant | Neues Fabrikgebäude in Östersund; 9000 qm Fläche; Investitionssumme: bis zu 200 Mio. skr |
| GM, Saab/ Verstärkung der FuE-Aktivitäten | k.A. | GM will ab 2008 seine FuE-Aktivitäten bei Saab in Trollhättan ausbauen; die schwedische Regierung hat bereits einen Zuschuss in Höhe von 500 Mio. skr zugesagt |
| Saab/ Hybridfahrzeug | Vorentwicklung | Entwicklung des Saab BioPower Hybrid-Konzepts |
| Autoliv/ neue Sicherheitselektronik | Für Neufahrzeuge ab 2009 | Elektronik für ein verbessertes Zusammenwirken der Komponenten Fahrdynamiksensorik, Fahrzeugstabilitätsprogramm ESP und Airbag-Kontrolleinheit |
*) Durchschnittswechselkurs im Januar 2008: 1 Euro = 9,43 Schwedische Kronen (skr)
Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest
Schwedens generelles Innovationsvermögen wird auch von der EU-Kommission bestätigt. Diese hat in ihrer jährlichen Bewertung über die Innovationsfähigkeit der EU-Mitglieder (Innovation Scoreboard, www.proinno-europe.eu) Schweden 2008 erneut auf Platz 1 gestuft. Top-Bewertungen erhielt Schweden dabei in der Kategorie "Innovation & Entrepreneurship" (Innovationsfähigkeit auf der Unternehmensebene) und in der Kategorie "Intellectual Property" (geistiges Eigentum). Schweden erhält besonderes Lob von der Fachgruppe für die gute Zusammenarbeit zwischen Fachverbänden, Gewerkschaften, Forschungsgruppen und Politik sowie für die klaren Organisationsstrukturen im Land. Darüber hinaus wird die Aufgeschlossenheit gegenüber dem Einsatz neuer Technologien positiv hervorgehoben.
In wissensbasierten Branchen wie Pharma/Chemie, Medizintechnik oder Informationstechnik, aber auch in vielen Bereichen der Metall- und Elektroindustrie profitieren die ausländischen Investoren von einem vergleichsweise hohen Wissensstand der Fachkräfte und Hochschulabsolventen. Schweden verfügt auch als sogenannter Launch- oder Testmarkt über einen guten Ruf. Aufgrund der guten Infrastrukturbedingungen, aufgeschlossener Verbraucher, der Größe und günstiger bürokratischer Strukturen wählen viele internationale Konzerne das Land als Standort, um neue Produkte zu testen, oder für eine Markteinführung.
Bil Sweden (Verband der Automobilhersteller)
Box 26173; 100 41 Stockholm
Tel.: 0046 8/701 63 60; Fax: 0046 8/791 23 11
Internet: www.bilsweden.se
Automotive Sweden
Norra Hamngatan 14, 411 14 Göteborg
Tel.: 0046 31/61 24 02; Fax: /61 24 01
Internet: www.automotivesweden.se
Invest in Sweden Agency (ISA)
World Trade Center, Klarabergsviadukten 70 B6, 101 21 Stockholm
Tel.: 0046 8/402 78 00; Fax: /402 78 78
Internet: www.isa.se
Vinnova
Klara Norra Kyrkogata 14, 111 22 Stockholm
Tel.: 0046 8/473 30 00, Fax: 0046 8/473 30 05
Internet: www.vinnova.se
(C.T.)

