| Datenbank: | Länder und Märkte |
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| Titel: | Schiffbaunationen aus der zweiten Reihe drängen nach vorne |
| Datum: | 27.10.2009 |
| Land: | China, Korea, Republik, Deutschland, Rumänien, Brasilien |
| Produktkategorie: | Artikel |
| Ihr Ansprechpartner bei Germany Trade and Invest: | Frau Menshausen, Ruf: 0221/2057-266 |
Köln (gtai) - Korea (Rep.) und die VR China dominieren den Weltschiffbaumarkt und setzen trotz Krise den Ausbau ihrer Kapazitäten fort, zudem stützen sie ihre Werften mit Milliarden schweren Hilfspaketen. Bereits 2008 haben sich laut Lloyd`s Register-Fairplay weltweit die Neubauaufträge halbiert. Geschäftschancen für den deutschen Schiffbau ergeben sich in Ländern wie Brasilien, Norwegen oder den Philippinen, die auch enorme Investitionen unternehmen, um Kapazitäten auf- und auszubauen. Vor allem rückt das Offshore-Geschäft in den Focus. (Kontaktanschriften)
Die Auswirkungen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise spürt die globale Werftindustrie seit Mitte 2008 deutlich. Werften und Reedereien leiden unter Engpässen in der Schiffsfinanzierung und dem drastischen Einbruch des Welthandels. Bestehende Schiffbauaufträge werden teilweise storniert oder verschoben, Neuaufträge kommen zurzeit kaum herein. Bereits 2008 wurden laut Lloyd`s Register-Fairplay weltweit nur noch Schiffe im Volumen von 42,9 Mio. CGT in Auftrag gegeben, was in etwa einer Halbierung der Neubauaufträge entspricht.
| Nr. | Land | 2008 (in 1.000 gBRZ)*) | 2007 (in 1.000 gBRZ)*) | Veränderung 2008/2007 (in %) |
| 1 | Korea (Rep.) | 64.357 | 63.389 | 1,5 |
| 2 | VR China | 62.011 | 50.221 | 23,5 |
| 3 | Japan | 30.649 | 30.714 | -0,2 |
| 4 | Deutschland | 3.283 | 3.775 | -13 |
| 5 | Vietnam | 3.002 | 2.143 | 40,1 |
| 6 | Philippinen | 2.662 | 2.489 | 7 |
| 7 | Indien | 2.450 | 2.030 | 20,7 |
| 8 | Türkei | 2.345 | 2.341 | 0,2 |
| 9 | Rumänien | 2.116 | 2.121 | -0,2 |
| 10 | Italien | 2.065 | 2.945 | -30 |
| 11 | Taiwan | 1.574 | 1.683 | -6,5 |
| 12 | Polen | 1.313 | 1.673 | -21,5 |
| 13 | Brasilien | 1.251 | 972 | 28,7 |
| 14 | Kroatien | 1.079 | 1.201 | -10,2 |
| 15 | Spanien | 1.041 | 1.114 | -6,6 |
| - | Welt | 190.266 | 177.740 | 7 |
*) gBRZ = gewichtete Bruttoraumzahl; engl. CGT
Quelle: Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V. (VSM), Jahresbericht 2008
Dem zum Trotz setzen viele Schiffbaunationen in Asien nicht nur den Ausbau ihrer Werftkapazitäten fort, sie greifen zudem ihren Werften mit Milliarden schweren Hilfsprogrammen unter die Arme. Jüngstes Beispiel hierfür sind Meldungen aus Süd-Korea. Dort hat die Regierung 7 Mrd. $ bereitgestellt, um mit Krediten und Anzahlungsgarantien auszuhelfen. Mit ähnlichen Summen hilft auch die chinesische Regierung ihren Werften. Das von offiziellen Stellen in der VR China verkündete Ziel, die größte Schiffbaunation der Welt zu werden, dürfte angesichts der hohen Zuwachsraten bei den Marktanteilen der vergangenen Jahre bald erreicht werden.
Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch den japanischen Schiffbau nicht ungeschoren gelassen. Seit Oktober 2008 ist der Bestelleingang aus dem Ausland drastisch eingebrochen. Trotzdem zeigt sich die Branche noch nicht übertrieben besorgt. Die Werften sind noch auf mehrere Jahre ausgelastet.
Der deutsche Schiffbau liegt bei der Produktion in Europa auf Platz eins und weltweit auf Platz vier. Der Schiffbaumarkt wird quantitativ; nicht unbedingt qualitativ, dominiert von den weltweit größten Schiffbaunationen Korea (Rep.), China und Japan. Die deutschen Schiffbauzulieferer können beim Umsatz sogar auf Platz zwei weltweit stolz sein.
Viele Schiffsmotoren und Schiffselektronik auch in Schiffen, die in Asien gebaut werden, kommen von deutschen Firmen. Über 70% der Produktion der deutschen Schiffbauzulieferer geht in den Export. Trotz nachlassender Ausfuhren bestehen weiterhin große Chancen für High-Tech-Erzeugnisse vor allem bei Offshore-Anlagen und in den Bereichen Energieeffizienz und Sicherheit.
Neben China haben weitere Länder wie Brasilien, die Philippinen, die Türkei und Russland enorme Investitionen unternommen, um Kapazitäten auf- und auszubauen. Nicht zuletzt auf Grund dieser Anstrengungen nahmen die Anteile der "Sonstigen" in den vergangenen Jahren zu.
Rumänien wird zunehmend ein wichtiger Akteur im europäischen Schiffbau. Neben den traditionell bedeutenden Werftstandorten Deutschland und Italien erreichte der Auftragsbestand rumänischer Werften 2008 auf einen Umfang von 2.116 CGT. Damit übertraf der Schwarzmeeranrainer erstmalig die italienische Schiffbauindustrie.
Brasilien rutschte 2008 mit einem Auftragsbestand von 1.251 CGT (gegenüber 2007: 972 CGT) weiter nach vorne auf Platz 13 unter den Schiffbaunationen. Die Branche wird durch die Goldgräberstimmung im brasilianischen Offshore-Sektor belebt. Der staatliche Erdölkonzern Petrobras will zur Exploration der großen Erdöl- und Gasvorkommen vor der Küste seine Flotte verdoppeln.
Zudem rückt das Offshore-Geschäft etwa in Großbritannien, Norwegen, der Türkei, Kroatien, Rumänien, Thailand oder Westafrika immer stärker in den Vordergrund.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert auf vielfältige Weise Produkt- und Prozessinnovationen in der deutschen Werftindustrie Mit dem Programm "Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze" wird der Bau neuer Schiffstypen, neuer Schiffskomponenten und -systeme sowie neuer Verfahren im Schiffbau gefördert, um so die hohen technischen und wirtschaftlichen Risiken beim Bau von Prototypen zu mindern. Von 2009 bis 2012 stellt das BMWi dafür 45 Mio. Euro zur Verfügung.
Das Ziel des Förderprogramms "Schifffahrt und Meerestechnik für das 21. Jahrhundert" besteht darin, in der deutschen schiffs- und meerestechnischen Industrie verstärkt Anreize für Forschung und Entwicklung zu schaffen. Die Bundesregierung hat zudem entschlossen auf die Krise reagiert und im Rahmen der beiden Konjunkturpakete branchenübergreifende KfW-Kreditprogramme im Volumen von insgesamt 40 Mrd. Euro ebenso wie einen zusätzlichen Bürgschaftsrahmen, der auch den Schiffbauunternehmen und Reedereien offen steht, geschaffen.
Mit der Flexibilisierung des KfW-Sonderprogramms 2009 im Rahmen des Konjunkturpakets II wurden spezielle Verbesserungen für den Bereich der Schiffsfinanzierung erreicht. Bis Juni 2009 wurden aus den branchenübergreifenden Kreditprogrammen Zusagen für Schiffsbauzeit- und Schiffsendfinanzierung von über 205 Mio. EUR geleistet. Ferner hat das BMWi für einen begrenzten Zeitraum die unternehmensbezogenen Höchstgrenzen für Hermes-Avalgarantien zu Exportgeschäften erheblich ausgeweitet.
Hinweis: Der vorliegende Artikel ist stark gekürzt und gibt den Inhalt daher nur unvollständig wieder. Die komplette Fassung ist in unserem Newsletter gtai Online-News Nr. 17 mit einem Schwerpunkt zur Werftindustrie enthalten. Der kostenlose Newsletter erscheint 14 tägig.
BMWi
Referat IVA7 Maritime Wirtschaft
Tel: 03018/615-7804; Fax: -5424
E-Mail: buero-IVA7@bmwi.bund.de
Verband für Schiffbau und
Meerestechnik e.V.
Internet: www.vsm.de
(C.O.)

