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| Titel: | Indien will solarthermische Warmwasserbereitung ausbauen |
| Datum: | 09.03.2010 |
| Land: | Indien |
| Produktkategorie: | Artikel |
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New Delhi (gtai) - Indiens Potenzial für solarthermische Warmwasserbereitung ist gewaltig - schließlich zählt der Subkontinent zu den sonnenreichsten Regionen der Erde. Die indische Regierung hat sich nun zum Ziel gesetzt, in den nächsten zwölf Jahren die installierte Kollektorfläche von heute 3 Mio. auf 20 Mio. qm auszubauen. Neben dem privaten Wohnungsbau bieten insbesondere Hotels und Krankenhäuser wachsende Möglichkeiten. Für ausländische Anbieter könnte die geplante Zollsenkung auf Ausrüstung für Solaranlagen Absatzchancen eröffnen (Kontaktanschriften).
Indien schöpft sein Potenzial zur solaren Warmwasserbereitung nur unzureichend aus. Trotz günstiger klimatischer Bedingungen mit rund 300 Sonnentagen pro Jahr sind bislang nur knapp 3 Mio. qm an Kollektorfläche auf dem Subkontinent installiert. Damit hat Indien einen Anteil von gerade einmal 1,2% an der weltweiten Erzeugungskapazität von 160 GWth. Zum Vergleich: Der Anteil der VR China liegt bei knapp 70%. Nun hat die indische Regierung angekündigt, über die nächsten zwölf Jahre die Kollektorfläche auf 20 Mio. qm auszubauen.
Das Ministry of New and Renewable Energy (MNRE) hat sich im Rahmen seiner im Januar 2010 verabschiedeten "Solar Mission" ehrgeizige Ziele zum Ausbau der solaren Warmwasserbereitung gesetzt. Danach sollen in der ersten Phase bis 2013 zusätzliche Kollektoren mit einer Fläche von 3,5 Mio. qm, zwischen 2013 und 2017 weitere 8 Mio. qm und von 2017 bis 2022 nochmals 5 Mio. qm installiert werden. Um diese Ziele zu erreichen, muss Indien seine bisherigen Anstrengung allerdings erheblich intensivieren. Denn im Finanzjahr 2009/10 (1.4. bis 31.3.) wurden lediglich Neuanlagen mit einer Fläche von 0,5 Mio. qm eingebaut.
Potenzial der solaren Warmwasserbereitung in Indien (Stand: 31.12.09; in 1.000 qm)
| Sektor | Installierte Fläche 2009 | davon aus 2009 | Installierte Fläche 2013 *) | Installierte Fläche 2017 *) | Installierte Fläche 2022 *) |
| Privathäuser | 2.108 | 425 | 4.250 | 7.860 | 15.740 |
| Industrie | 158 | 28 | 330 | 570 | 1.050 |
| Hotels | 158 | 27 | 350 | 610 | 970 |
| Krankenhäuser | 79 | 16 | 170 | 270 | 430 |
| Sonstige | 132 | 54 | 270 | 390 | 520 |
| Insgesamt | 2.635 | 550 | 5.370 | 9.700 | 18.710 |
*) Prognose
Quelle: Greentech Knowledge Solutions, 2010
Etwa 80% der installierten Sonnenkollektoren befinden sich in privaten Haushalten. Bis Ende 2009 wurden 700.000 Häuser mit Solaranlagen ausgestattet, das entspricht etwa 0,4% aller indischen Haushalte. Rund 60% der Kollektorfläche entfallen auf die beiden südindischen Bundesstaaten Maharashtra und Karnataka. Mehr als 95% der Haushalte mit solarer Warmwasserbereitung liegen innerhalb der Ballungszentren. Das indische Beratungsunternehmen Greentech Knowledge Solutions sieht bei den Privathaushalten auch künftig das größte Wachstumspotenzial.
Die Nachfrage nach Solaranlagen wird vom wachsenden Bedarf an Wohnraum - bis 2030 werden jedes Jahr zwischen 7 und 9 Mio. zusätzlicher Wohneinheiten in Indien benötigt - und den kontinuierlich steigenden Haushaltseinkommen vorangetrieben. Hinzu kommt, dass die Preise für Flach- und Vakuumkollektoren aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs in den letzten Jahren gesunken sind und so die Anschaffung einer Solaranlage für immer mehr Haushalte erschwinglich wird.
Darüber hinaus haben einige Kommunen Investitionsanreize wie eine niedrigere Grundsteuer, Abschläge auf die Stromrechnung oder Zuschüsse beim Kauf der Anlage eingeführt. In einigen Städten muss per Gesetz ab einer bestimmten Gebäude- oder Grundstücksgröße eine solare Warmwasseranlage installiert werden. Greentech Knowledge Solutions geht davon aus, dass künftig immer mehr Kommunen den Einbau von Solaranlagen zwingend vorschreiben, um die angestrebte Kollektorfläche von 20 Mio. qm bis 2022 zu erreichen.
Die Marktforscher prognostizieren, dass die installierte Kollektorfläche bis 2022 auf rund 16 Mio. qm steigen dürfte, fast acht Mal so viel wie Ende 2009. Knapp 70% der Neuinstallationen entfallen dabei auf die fünf Bundesstaaten Karnataka, Maharashtra, Tamil Nadu, Andhra Pradesh und Gujarat. Mit rund 15 Mio. qm werden mehr als 90% der Kollektorfläche in den Ballungszentren installiert, so die Schätzung der Marktforscher. Die Fläche in den ländlichen Regionen steigt hingegen nur um knapp 70% auf 600.000 qm. Das größte Potenzial für solare Warmwasserbereitung liegt daher in den indischen Städten.
Im kommerziellen Sektor bietet vor allem die boomende Hotelindustrie Absatzpotenzial für die Anbieter von Solaranlagen. Denn bis 2022 soll sich die Zahl der Hotelzimmer auf 2 Mio. verdreifachen, so die Prognose der Federation of Hotel & Restaurant Associations of India (FHRAI). Der Warmwasserbedarf der Hotels erhöht sich dadurch von heute 320 Mio. l pro Tag auf 900 Mio. l. Denn ein Großteil der Hotelzimmer entstehen in den Kategorien drei bis fünf Sterne deluxe. Und hier sind die gesetzlichen Anforderungen an die Warmwasserversorgung am höchsten. Danach muss jedes Zimmer in diesen Kategorien mit Wannenbad oder Dusche ausgestattet und rund um die Uhr mit Warmwasser versorgt werden. Entsprechend soll sich die Kollektorfläche in Hotels auf knapp 1 Mio. qm versechsfachen.
Bei den Krankenhäusern ist eine ähnlich positive Entwicklung zu erwarten. Hier soll die Bettenzahl bis 2022 von heute 1 Mio. auf 1,6 Mio. steigen und damit der Warmwasserbedarf um knapp 70% auf 75 Mio. l pro Tag zunehmen. Die Kollektorfläche soll sich in diesem Zeitraum auf rund 430.000 qm vervierfachen. Knapp 60% der Neuanlagen dürften laut Greentech Knowledge Solutions in den Bundesstaaten Karnataka, Maharashtra, Tamil Nadu, Gujarat und West Bengal installiert werden.
Auch im Industriesektor gibt es wachsendes Potenzial für solare Warmwasserbereitung. Vor allem in Branchen mit einem großen Heißwasserbedarf wie der Textilbranche, dem Pharmasektor und der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie sieht das Marktforschungsunternehmen Potenzial. Hier soll die installierte Kollektorfläche bis 2022 von derzeit 160.000 auf rund 1 Mio. qm zulegen.
Bislang deckt Indien seinen Bedarf an solarthermischer Ausrüstung überwiegend aus lokaler Produktion. Inzwischen gibt es rund 70 Hersteller von Vakuumkollektoren auf dem Subkontinent, bei den Flachkollektoren wird die Zahl der Anbieter auf mehr als 100 geschätzt. Dennoch könnten angesichts der positiven Nachfrageentwicklung mittelfristig auch die Bezüge im Ausland zunehmen. Da die indische Regierung im Rahmen des Haushalts 2010/11 vorgeschlagen hat, die Importzölle auf Ausrüstung für Photovoltaik- und solarthermische Anlagen zu senken, dürften sich auch die Lieferchancen für ausländische Anbieter erhöhen.
Ministry of New and Renewable Energy (MNRE)
Block-14, CGO Complex, Lodhi Road, New Delhi - 110 003
Tel.: 0091 11/24 36 12 98, Fax: -24 36 18 30
Internet: www.mnes.nic.in
Greentech Knowledge Solutions (GKS)
342, Abhiyan Apartments, Plot 15, Sector 12, Dwarka, New Delhi -110 078
Tel.: 0091 11/45 53 55 74, Fax: -45 53 55 74
E-Mail: sameer@greentechsolution.co.in, Internet: www.greentechsolution.co.in
(B.A.)

