| Datenbank: | Länder und Märkte |
|---|---|
| Titel: | Hongkongs Einzelhandel atmet auf |
| Datum: | 10.03.2010 |
| Land: | Hongkong, SVR |
| Produktkategorie: | Artikel |
| Ihr Ansprechpartner bei Germany Trade and Invest: | Herr Kemper, Ruf: 0221/2057-312 |
Hongkong (gtai) - Hongkongs Einzelhändler durchlebten 2009 eine wahre Achterbahnfahrt. Zuerst bremste die Finanzkrise einheimischen Konsumenten und chinesischen Touristen die Einkaufslust. Als sich dann die Anzeichen für ein Ende der Krise mehrten, verdarb die Schweinegrippe das Geschäft. Viele Besucher vom chinesischen Festland blieben aus Angst vor Ansteckung zu Hause. Doch im 4. Quartal brummte das Geschäft wieder. Im Jahresdurchschnitt legte der Einzelhandelsumsatz sogar ganz leicht zu.
Hongkongs Bevölkerung kehrt zu ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung, dem Shoppen, zurück. Viele hatten noch im 1. Halbjahr 2009 angesichts der Krise und aus Angst vor einem möglichen Arbeitsplatzverlust ihre Konsumwünsche zurückgestellt. Doch als die Erwerbslosigkeit nur minimal anstieg und sich im Herbst die Anzeichen für eine weltweite Trendwende häuften, gaben sie ihre Zurückhaltung auf.
Zwischen Februar und August 2009 mussten die Einzelhändler der Stadt noch einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von rund 6% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum hinnehmen. Doch im Herbst stellte sich eine Trendwende ein, und für das letzte Quartal vermeldete das Statistikamt eine Steigerung von knapp 13% im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der extrem starken letzten Monate schloss das Gesamtjahr sogar mit einem kleinen Plus von 0,6% ab.
Hongkongs wertmäßiger Einzelhandelsumsatz (Veränderung zum Vorjahresmonat in %)
| Monat | Veränderung |
| Januar | 7,4 |
| Februar | -12,6 |
| März | -7,7 |
| April | -4,4 |
| Mai | -6,2 |
| Juni | -4,8 |
| Juli | -5,3 |
| August | -0,2 |
| September | 2,6 |
| Oktober | 9,8 |
| November | 11,9 |
| Dezember | 16,0 |
| Gesamtjahr | 0,6 |
Quelle: Census and Statistics Department
Positiv hatte sich im Herbst auch die Rückkehr der chinesischen Touristen ausgewirkt, denn sie sind in bestimmten Konsumgüterbranchen eine wichtige Kundengruppe. Viele waren der Sonderverwaltungsregion (SVR) aus Angst vor der sogenannten Schweinegrippe ferngeblieben. Doch nach der Sommerpause war das Thema weitgehend "abgehakt". Die Sonderkontrollen an der Hongkonger Grenze wurden abgebaut und der Reiseverkehr normalisierte sich wieder.
Im Rückblick hat die Krise die einzelnen Konsumgütersparten recht unterschiedlich betroffen. Als erstes wurde der Pkw-Markt in Mitleidenschaft gezogen. Bereits im November 2008 brachen die Zulassungszahlen regelrecht ein und erst im letzten Quartal 2009 lagen die Umsätze wieder deutlich über dem Vorjahresniveau. Das Gesamtjahr schloss die Sparte daher mit einem Minus von rund 19% ab.
| Kategorie | 2008 | 2009 |
| Nahrungsmittel und Getränke | 11,3 | 3,6 |
| Bekleidung und Schuhe | 8,2 | -0,8 |
| Pkw | 3,0 | -18,8 |
| Konsumelektronik | 9,7 | -0,2 |
| Möbel und Einrichtungsgegenstände | 12,3 | -1,8 |
| Schmuck und Uhren | 13,2 | 5,0 |
| Optische Waren | 3,3 | -4,3 |
| Arzneien und Kosmetik | 11,9 | 9,3 |
| Insgesamt | 10,5 | 0,6 |
Quelle: Census and Statistics Department
Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Getränken entwickelte sich derweil weiterhin positiv, wenn auch nicht mehr ganz so lebhaft wie 2008. Das Segment Schmuck und Uhren durchlebte derweil eine wahre Achterbahnfahrt. So entwickelte sich das Geschäft in den ersten neun Monaten 2009 stark rückläufig, um im 4. Quartal um rund 30% zuzulegen.
Nahezu unbeeindruckt von der Krise blieb derweil die Kosmetiksparte. Angesicht unsicherer Zeiten wollte die Bevölkerung anscheinend zumindest den Schein nach Außen wahren. Der Einzelhandelsumsatz mit Schönheits- und Arzneimitteln (beide Kategorien werden nicht getrennt erfasst) nahmen im Gesamtjahr 2009 um über 9% gegenüber 2008 zu. (R.R.)

