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Andere ausgewählte EU-Förderprogramme
EU-interne Förderprogramme
Der überwiegende Teil der EU-Förderung richtet sich auf Programme, die den EU-Mitgliedstaaten zugute kommen. Die Drittstaatenprogramme machen dem gegenüber einen relativ geringen Teil der EU-Förderung aus. Es existieren zahlreiche EU-interne Programme, die jeweils für bestimmte Zielgruppen und Förderschwerpunkte offen stehen. Diese sind vielfach auch für Unternehmen aus den EU-Beitritts- und Kandidatenstaaten zugänglich.
Für Unternehmen aus der EU gibt es drei Möglichkeiten, sich um Unterstützung zu bewerben:
Zuschüsse im Rahmen thematischer Förderprogramme, die von den Generaldirektionen (GDs) der Kommission verwaltet werden
Zuschüsse über die von den jeweiligen nationalen Behörden verwalteten Strukturfonds
zinsgünstige Kredite, die über Risikobeteiligungen und Darlehensgarantien der EU an Geschäftsbanken finanziert werden
Bei der EU-internen Förderung fließt - im Gegensatz zu den Drittstaatenprogrammen - der Großteil der Mittel in Form von Zuschüssen direkt an Unternehmen und andere Begünstigte (Verbände, Forschungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen etc.).
Gegenwärtig existieren etwa 200 EU-Förderprogramme. Diese Vielfalt spiegelt die Chancen für Unternehmen, aber auch die Komplexität der europäischen Förderlandschaft mit ihren jeweils unterschiedlichen Förderbedingungen, Antragsverfahren, Bewerbungsfristen usw. wider. Eine umfassende Recherche ist unerlässlich, um die in Frage kommenden Programme zu identifizieren und damit die gegebenen Möglichkeiten tatsächlich nutzen zu können. Die EU präsentiert sich mit einem umfassenden Internetauftritt: Auf ihren Webseiten sind alle Informationen zur Bewerbung einschließlich der Antragsformulare verfügbar.
Wichtige allgemeine Internet-Links zu EU-internen Förderprogrammen
Die Ständige Vertretung Deutschlands bei der EU und der DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) geben ebenfalls eine gute Übersicht über EU-Förderung. Der DIHK-Brüssel veröffentlicht auch einen wöchentlichen EU-Newsletter. Hilfreiche Informationen über Programme speziell für Unternehmen finden sich auch auf der Kommissionswebseite"Dialog mit Unternehmen".
Einen vollständigen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU bietet die Förderdatenbank des Bundes.
Fachspezifische EU-interne Förderprogramme
KMU-Förderung
Die Förderung von KMU fällt in die Zuständigkeit der GD Unternehmen und Industrie. Als horizontaler Schwerpunkt ist KMU-Unterstützung jedoch in allen fachspezifischen Programmen enthalten.
Das "Mehrjahresprogramm für Unternehmen und unternehmerische Initiative" ist mit 538,5 Mio. Euro ausgestattet. Teilnehmen können Unternehmen der EU-Mitgliedstaaten, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie der EU-Beitritts- und Kandidatenstaaten. Die Unterstützung erfolgt nicht über direkte Zuschüsse, sondern über zinsgünstige Finanzierungsprodukte sowie Maßnahmen zur Verbesserung des KMU-Umfelds.
Zuschüsse können im Rahmen separater, fachspezifischer Programme beantragt werden. Die aktuellen Fördermöglichkeiten legt die GD Unternehmen und Industrie in jährlichen Arbeitsprogrammen für die Zuschussvergabe dar. Auf deren Basis veröffentlicht sie Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen ("Calls for Proposals"). Im Rahmen des Arbeitsprogramms 2006 sind Zuschüsse über folgende Programmkomponenten erhältlich: (1) Wettbewerbsfähigkeit, Industriepolitik, Innovation und Unternehmergeist, (2) Binnenmarkt für Güter und sektorale Politikfelder sowie (3) Raumfahrt und Sicherheit.
Die Finanzierungsprodukte sind als Unterprogramme in den mehrjährigen Strategiedokumenten aufgeführt. Eigene Arbeitsprogramme gibt es nicht, da die Verwaltung der Finanzierungsprogramme dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) übertragen worden ist; dieser ist Teil der EIB-Gruppe und auf Risikokapitalinvestitionen und Garantieschemata spezialisiert. Gegenwärtig existieren die Europäische Technologiefazilität für Startkapital und die KMU-Bürgschaftsfazilität. Die Kreditvergabe erfolgt jeweils über Geschäftsbanken.
Für die Förderperiode 2007 bis 2013 hat die Kommission mit dem Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (Competitiveness and Innovation Framework Programme, CIP) ein umfassenderes Strategiepapier erstellt, das mehrere, z.T. bestehende Programme zusammenfasst und mit 3,6 Mrd. Euro entsprechend höher dotiert ist. Einzelprogramme:
Programm für unternehmerische Initiative und Innovation (2,2 Mrd. Euro)
Programm für Informations- und Kommunikationstechnologien (728 Mio. Euro)
Programm "Intelligente Energie - Europa" (727 Mio. Euro)
Ab dem Jahr 2007 können KMU und Kleinstunternehmen darüber hinaus im Rahmen der Strukturfonds Kreditmittel über das JEREMIE-Programm (Joint European Resources for Micro to Medium Enterprises) beantragen. Auch hier sind Geschäftsbanken zwischengeschaltet.
Unternehmen, die sich für die Finanzierungsprodukte der EU interessieren, können sich für weitere Informationen an die Euro Info Center (EIC) oder Innovation Relay Center (IRC) in Deutschland wenden; ferner auch direkt an ihre Geschäftsbank. Zusätzlich informiert die GD Unternehmen und Industrie auf ihrer Homepage über den Zugang zu Finanzdienstleistungen.
Innovation und Forschung
Neben den Förderprogrammen der GD Unternehmen bietet die GD Forschung und Wissenschaft Förderprogramme im Bereich Innovation; hinzu kommt hier Forschung und Wissenschaft.
Forschungsrahmenprogramme(FRP) Die FRP sind das wichtigste Instrument der EU zur Forschungsfinanzierung. Zum Jahresbeginn 2007 wird das 6. FRP (2003-2006: 17,5 Mrd. Euro) durch das 7. FRP mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2013 ersetzt (53,221 Mrd. Euro). Ziel der FRP ist es, die Integration und Koordinierung europäischer Forschungsaktivitäten in zukunftsträchtigen Technologiebereichen zu fördern. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt auf neuen Forschungsgebieten und Grundlagenforschung bzw. Wissensgrenzen (Frontiers of knowlegde), angewandter Forschung und Innovation. Bewerben können sich u.a. Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Universitäten.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat ein Informationsportal zum FRP eingerichtet. Bewerbern stehen fachlich spezialisierte Kontaktstellen der Bundesregierung zur Seite.
eEurope enthält eine Vielzahl von Unterprogrammen zur IKT-Förderung (s. Überblick der GD). Hierzu zählen z.B. eLearning(IKT in Bildung und Ausbildung),eContent (digitale Medien im sprachlichen, kulturellen und Bildungsbereich), eHealth (IKT im Gesundheitswesen), eSafety (IKT für Straßenverkehrssicherheit) und Safer Internet plus (Sicherheit im Internet).
Schaffung eines europäischen Informationsraums und Stärkung des Binnenmarktes für IKT-Produkte und -Dienstleistungen
Förderung von Innovation und Investitionen im IKT-Bereich
Schaffung einer Informationsgesellschaft mit Zugang für alle
eTEN: Transeuropäischen Telekommunikationsnetze Die Telekommunikationskomponente der transeuropäischen Netze (s. auch Energie und Verkehr) dient dem Ausbau von telekommunikationsgestützten Dienstleistungen innerhalb der EU (e-Services).
COST-Netzwerk COST (European COoperation in the field of Scientific and Technical Research) ist ein EU-weites Netzwerk zur Koordinierung national finanzierter Forschungsprojekte. Neben Netzwerkaktivitäten und Informationsaustausch bietet COST Zuschüsse für Kooperationsprojekte.
Intelligente Energie - Europa Dieses Programm dient der Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz und ist für den Zeitraum 2003 bis 2006 mit 215 Mio. Euro ausgestattet. Die vier Programmkomponenten richten sich an erneuerbare Energien (ALTENER), Energieeffizienz (SAVE), energiespezifische Aspekte des Verkehrswesens (STEER) sowie Kooperationen mit Drittstaaten (COOPENER). Ab 2007 wird "Intelligente Energie" bis auf COOPENER in das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation CIP integriert (vorläufiges Budget 2007-2013: 727 Mio. Euro). Als neuer Schwerpunkt ist die Diversifizierung der Energieversorgung aufgenommen worden.
TEN Energie: Transeuropäische Netze im Energiesektor TEN im Energiesektor fördert den Ausbau europaweiter Interoperationalität und verbesserten Transport von Naturgas und Strom. Ziele: Integration isolierter Strom- und Gasnetzwerke, Entwicklung von Anbindungen an Drittstaaten sowie Erhöhung der Nutzung von Naturgas und der Lager- und Transportkapazitäten im Gassektor.
Marco Polo-Programm Das von 2003 bis 2007 laufende Marco Polo-Programm fördert Projekte für grenzüberschreitende Verkehrslösungen, die Alternativen zum Straßengüterverkehr bieten (See- und Eisenbahnverkehr sowie Binnenschifffahrt).
TEN Verkehr:Transeuropäische Netze im Bereich Verkehr Schwerpunkte sind Anbindung der neuen EU-Mitgliedstaaten an die Verkehrsnetze der EU15, Ausbau von Flughäfen, Anbindung von Randgebieten sowie Förderung von Hochgeschwindigkeitsseewegen.
Umwelt
Die Förderung von Umweltprojekten fällt in die Zuständigkeit der GD Umwelt und basiert auf einer die Jahre 2005 bis 2009 abdeckenden Strategie. Diese ist in jährliche Arbeitsprogramme aufgeteilt (s. gleiche Internetseite). Zuschüsse für Umweltprojekte sind über das LIFE-Programm erhältlich.
LIFE III- Programm LIFE III dient der Umsetzung und Weiterentwicklung der EU-Umweltpolitik und -vorschriften. Es beinhaltet drei Programmkomponenten: LIFE-Natur (Naturschutz; Natura 2000), LIFE-Umwelt (Raumordnung, Flächennutzung, Abfallvermeidung, Recycling, Aktualisierung bestehender Umweltvorschriften) und LIFE-Drittländer (umweltrelevanter Kapazitätenaufbau und Entwicklung nachhaltiger Umweltpolitiken im Mittelmeer- und Ostseeraum).
Bildung und Kultur
Die GD Bildung und Kultur bietet eine Reihe an Förderprogrammen zur Unterstützung von Bildung und Ausbildung, Austausch und Kulturprojekten (s. Überblick der GD).
"Socrates" ist das wichtigste Programm zur Bildungsförderung. Es umfasst u.a. folgende Unterprogramme: Comenius (Schulbildung), Erasmus (Hochschulaustausch), Grundtvig (Erwachsenenbildung) und Lingua (Sprachtraining).
Zu den weiteren Programmen zählen u.a. Leonardo da Vinci (berufliche Bildung), Tempus (Umstrukturierung des Hochschulwesens in den westlichen Balkanländern, in Osteuropa und Zentralasien) und Culture 2000 (Kulturprojekte in allen künstlerischen Bereichen). Für die Zusammenarbeit mit Kanada und den USA in der Hochschul- und Berufsbildung hat die EU eigene Kooperationsprogramme eingerichtet.
Vulcanus Das Programm ermöglicht Studenten ein achtmonatiges Praktikum in einem japanischen Unternehmen sowie japanischen Studenten eine Aufenthalt in der EU.
Europäische Regionalpolitik
Die Regionalpolitik ist der größte EU-Förderbereich; auf sie entfällt etwa ein Drittel des Gemeinschaftshaushalts (Haushalt 2006: 121,2 Mrd. Euro). Sie untergliedert sich in die Kohäsions- (Kohäsionsfonds) und Strukturförderung (Strukturfonds). Für diesen Politikbereich besteht mit der GD Regionalpolitik eine eigene Generaldirektion. Die Umsetzung der Programme obliegt jedoch nationalen Stellen. In Deutschland sind dies i.d.R. Landesministerien. Hier sind auch die Anträge auf Fördermittel einzureichen.
Der Kohäsionsfonds Über den Kohäsionsfonds unterstützt die EU Mitgliedstaaten mit erheblichem Rückstand in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung (Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 90% des EU-Durchschnitts). Deutschland ist somit nicht förderfähig (begünstigte Länder: Spanien, Griechenland, Portugal und die neuen EU-Mitgliedstaaten). Der Fonds unterstützt diese Länder beim Ausbau ihrer Verkehrsnetze und Umweltinfrastruktur (Wasser, Abwasser, Abfall).
Zu den Strukturfonds, über die alle EU-Mitgliedstaaten Förderung erhalten können, zählen:
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung(EFRE)
Über den EFRE, den größten Strukturfonds, finanziert die EU Maßnahmen zur Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts. Hierzu gehören u.a. Investitionen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen sowie KMU-Unterstützung in den Bereichen Verkehr, IKT, Energie, Umwelt, Forschung und Innovation, soziale Infrastrukturen, Ausbildung, städtische Erneuerung und industrielle Umstellung, ländliche Entwicklung, Fischerei, Tourismus und Kultur.
Europäischer Sozialfonds(ESF)
Als ältester Strukturfonds dient der ESF der Umsetzung der beschäftigungspolitischern Ziele der EU. Unterstützung erhalten u.a. Qualifikationsmaßnahmen, Maßnahmen zur Schaffung eines beschäftigungsfördernden Klimas sowie unternehmerische Initiativen.
Die Strukturförderung schließt weiterhin Gemeinschaftsinitiativen ein:
EQUAL:Kampf gegen Ungleichheit und Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt (ESF)
URBAN II:Erneuerung von Städten und Krisenvierteln (EFRE)
INTERREG III:Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Regionen (EFRE)
Ab dem Jahr 2007 werden die Finanzierungsinstrumente der Regionalpolitik auf folgende drei Ziele konzentriert sein: Konvergenz (EFRE, ESF, Kohäsionsfonds), regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung (EFRE, ESF) sowie europäische territoriale Zusammenarbeit (EFRE). Der Europäische Rat hat hierfür im Juli 2006 neue Verordnungen verabschiedet.