03/2014

Ein Training als Türöffner

Geschäftskultur. Managerfortbildungen bereiten deutsche Führungskräfte auf das Neugeschäft im Ausland vor. Umgekehrt lernen auch internationale Manager deutsche Geschäftsusancen kennen und verstehen. 

Wenn Mittelständler globales Neuland betreten, brauchen sie Türöffner und Mittel zur Risikobekämpfung. Beides bietet das Managerfortbildungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das praxisorientierte Training richtet sich an deutsche Führungskräfte, die mit ausländischen Unternehmen kooperieren („Fit für das Auslandsgeschäft“), und an Manager aus Partnerländern, die wiederum eine Zusammenarbeit mit Deutschland haben („Fit for Partnership with Germany“).

Das Programmkonzept stellt eine Mischung aus interkultureller Kompetenzvermittlung und Unternehmenspraxis dar. Dazu gehören Verhandlungstechniken, geschäftliches Auftreten und Besonderheiten der jeweiligen Geschäftskultur. Die internationalen Teilnehmer besuchen in Deutschland Unternehmen, um Praxiswissen aus erster Hand zu erhalten und um Geschäftskontakte zu knüpfen. Die deutschen Manager lernen Entscheider in Unternehmen, Verwaltung, Kammern und Verbänden des Partnerlandes kennen. Mit der Programmkoordination ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beauftragt. „Bei Geschäftsanbahnungen und Vertragsverhandlungen zahlt sich diese geschäftskulturelle Annäherung für beide Seiten aus“, sagt GIZ-Programmleiter Reimut Düring über die Erfolge. So konnte fast jeder zweite ausländische Manager seine Programmteilnahme in Deutschland mit einem Vertragsabschluss vergolden.

Eckpfeiler des Programms bilden bilaterale Regierungsabkommen. So entstand "Fit für das Chinageschäft" durch ein Abkommen des  BMWi mit dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie. Auf operativer Ebene kooperiert die GIZ mit dem chinesischen Partner China Center for Promotion of SME Development. Vorbild war das seit 2006 existierende Programm mit Russland. „Als ehemaliger Teilnehmer werde ich von den staatlichen Stellen bevorzugt behandelt“, bestätigt Jan Krückemeyer, der das Fortbildungsprogramm 2009 in Russland absolvierte und sich seitdem im Alumniverein Deutsch-Russisches Management-Netzwerk engagiert.

Das Kooperationsnetz, das sich zunächst über Osteuropa und Asien erstreckte, wird weiter ausgebaut. Mexiko ist seit 2013 als erstes amerikanisches Partnerland im Programm. 2014 wird eine Pilotgruppe aus Tunesien erwartet, nachdem mit Ägypten bereits 2012 lukrative Partnerschaften entstanden. Interesse daran, deutsche Unternehmer zu empfangen, haben auch Aserbaidschan, Indien und Vietnam bekundet. Auch eine branchenspezifische Ausrichtung des Programms kam in Verbindung mit den BMWi-Exportinitiativen für erneuerbare Energien und für Gesundheitswirtschaft erfolgreich in Gang. 

Text: Stephanie Hennig, Michael Sauermost, Germany Trade & Invest, Bonn

Weitere Informationen

Daniel Strube, Projektleiter PR BMWi-Managerfortbildungsprogramm,

E-Mail: daniel.strube@giz.de

www.managerprogramme.com

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