Pressemitteilungen

Pressemitteilung
16.03.2018

Modernisierung der Wirtschaft angestrebt, politische Stabilität absehbar

Präsidentschaftswahlen in Russland

Berlin, Bonn, Moskau (GTAI) - Russland wählt am 18. März ein neues Staatsoberhaupt. Aller Voraussicht nach wird der alte auch wieder der neue Präsident sein: Wladimir Putin. Trotz der angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen dürfte die Bestätigung des Amtsinhabers für die deutsche Wirtschaft kein Nachteil sein: der Amtsinhaber steht zwar nicht für grundlegende strukturelle wirtschaftliche Reformen oder einen demokratischen Aufbruch, dafür aber für Berechenbarkeit und Stabilität.

"Russland wird von seinem 2014 eingeschlagenen Kurs der Importsubstitution nicht abrücken. Weder der Ukrainekonflikt, noch der Syrienkrieg sind gelöst, neue politische Verwerfungen mit Großbritannien sind absehbar. Auch in der Sanktionsfrage bleiben die Fronten verhärtet. Die Europäische Union verlängerte die sektoralen Sanktionen gegen Russland wegen der Ukrainekrise bis zum 31. Juli 2018. Die Krim-Sanktionen laufen bis 13. September 2018 weiter. Die russischen Gegensanktionen sind gar bis Ende 2018 in Kraft", erklärt Hans-Jürgen Wittmann von Germany Trade & Invest in Moskau. Zudem verheißen die neuen CAATSA-Sanktionen der USA gegen Russland nichts Gutes und hängen wie ein Damoklesschwert über der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. "Trotz dieser schwierigen Ausgangslage wuchs das russische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2017 um etwa 1,5 Prozent. Für 2018 ist ein ähnlicher Anstieg zu erwarten", so Wittmann weiter.

Um die heimische Wirtschaft zu modernisieren und neue Wachstumsimpulse zu erzeugen, setzt die russische Regierung auf die Digitalisierung der Wirtschaft, die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und die Förderung von Nicht-Rohstoff-Exporten. Ziel ist es, russische Unternehmen und ihre Produkte in den internationalen Wertschöpfungsketten zu etablieren. Diese Initiativen werden jedoch voraussichtlich erst mittelfristig die gewünschten Ergebnisse bringen. Kurzfristig muss die Regierung Schlüsselbranchen weiter mit Produktions- und Absatzfördermaßnahmen unterstützen. Das Geld dafür verdient Russland nach wie vor hauptsächlich durch den Export von Rohstoffen. Die russische Regierung setzt alles daran, den Ölpreis stabil hoch zu halten und verlängerte die mit der Organisation Erdöl produzierender Länder (OPEC) vereinbarte Förderbegrenzung für Rohöl auf 1,8 Millionen Barrel pro Tag bis Ende 2018.

"Im Zuge des Präsidentenwahlkampfes gibt es zudem Wahlgeschenke für das russische Volk. Seit dem 4. Quartal 2017 steigen die Gehälter vor allem für Staatsbedienstete sowie im Gesundheits- und Bildungssektor kontinuierlich. Die Renten legten 2017 gar um 3,6 Prozent zu. Die Lohnerhöhungen sollen neue Impulse für den lahmen Konsum setzen. Auch die verfügbaren Einkommen sollen 2018 erstmals nach Ende der Krise wieder anziehen", erläutert Hans-Jürgen Wittmann. Wohltaten gebe es auch für Familien: "So erhalten bedürftige Eltern eine monatliche Zahlung von 150 Euro für das erste Kind und das Mutterkapital, das ab dem 2. Kind gezahlt wird, wird bis 2021 verlängert. Auch Hypotheken für Familien mit Kindern sollen mit rund 2,2 Milliarden Euro subventioniert werden".

Weitere Informationen und Berichte zur Wirtschaft Russlands unter: www.gtai.de/Russland

Funktionen

Andreas Bilfinger Andreas Bilfinger | © GTAI/Illing & Vossbeck Fotografie

Kontakt

Andreas Bilfinger

‎ +49 30 200 099 173

‎+49 151 171 500 12