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Pressemitteilung
22.08.2017

Rücktritt nach 38 Jahren

Parlamentswahlen in Angola

Berlin, Johannesburg (GTAI) - Angola wählt am 23. August 2017 ein neues Parlament. Die siegreiche Partei wird zugleich den neuen Präsidenten des Landes stellen. Angolas Staatspräsident Eduardo Jose dos Santos wird nach 38 Jahren Amtszeit zurücktreten. Die Regierungspartei MPLA zieht mit dem amtierenden Verteidigungsminister Joao Manuel Goncalves Lourenco als Spitzenkandidaten ins Rennen. Beobachter rechnen mit einem Sieg der MPLA. Trotz eines möglichen Sieges muss die Partei aufgrund der Unzufriedenheit in der Bevölkerung wahrscheinlich mit insgesamt weniger Stimmen rechnen.

Neben der Bekämpfung der Korruption liegt die wesentliche Aufgabe der neuen Regierung in der Diversifizierung der Wirtschaft, um die hohe Abhängigkeit vom Erdölsektor zu reduzieren. "Aufgrund des niedrigen Ölpreises gingen die Einnahmen aus dem Petrogeschäft in den vergangenen Jahren deutlich zurück und sorgten für zahlreiche wirtschaftliche Probleme. Dazu zählen Devisenmangel, steigende Staatsverschuldung und der Verfall des Wechselkurses der Landeswährung Kwanza", sagt Heiko Stumpf von Germany Trade & Invest in Südafrika. "Die Währung hatte im Laufe des vergangenen Jahres mehr als ein Viertel ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar verloren." Aufgrund des hohen Importbedarfs herrsche laut Stumpf dadurch eine hohe Inflation, im Jahresdurchschnitt wurde vergangenes Jahr eine Teuerungsrate von 32 Prozent verzeichnet.

Diese Probleme wirken sich auch auf das Wirtschaftswachstum aus, welches 2016 mit 0,6 Prozent nur knapp an der Stagnation vorbei schrammte. In 2017 soll es mit 2,1 Prozent wieder bergauf gehen. Große Potentiale für die wirtschaftliche Diversifizierung bietet der Agrarsektor. Rund 35 Millionen Hektar eignen sich für den Ackerbau, wovon zurzeit nur circa 4 Millionen genutzt werden. Auch im Energiesektor bieten sich große Potenziale, beispielsweise im Bereich der Wasserkraft. Bis 2025 sollen die landesweit installierten Kapazitäten ausgebaut werden, wofür Investitionen von rund 29 Milliarden US-Dollar erforderlich sind. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Angola erreichte 2016 einen Wert von fast 403 Millionen Euro, davon entfielen knapp 255 Millionen Euro auf deutsche Lieferungen.

Weitere Informationen zu Angola unter: www.gtai.de/angola

Esad Fazlic Esad Fazlić | © GTAI

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