Produktmärkte

09.12.2016

Produktmärkte in Argentinien 2017

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Große Chancen in Energie-, Land- und Bauwirtschaft / Carl Moses

Buenos Aires (GTAI) - Eine prognostizierte Rekordernte von Getreide und Ölsaaten wird in Argentinien 2017 der gesamten Wirtschaft Impulse verleihen. Ähnliches gilt für den erwarteten Aufschwung am Bau. In der Energiewirtschaft bergen der große Nachholbedarf an Investitionen und der Durchbruch bei erneuerbaren Energien Chancen. Deutsche Unternehmen sind gut positioniert, müssen jedoch gegen eine starke Konkurrenz aus China kämpfen, die mit attraktiven Finanzierungsbedingungen lockt.

Maschinenbauindustrie: Landtechnik punktet

Die Produktion des inländischen Maschinen- und Gerätebaus fiel 2016 in den ersten zehn Monaten um 6%, die Kapazität war im Oktober nur noch zu 56% ausgelastet. 2017 ist mit einer Belebung zu rechnen. Besonders gute Perspektiven hat der lokale Landmaschinenbau, der seinen Absatz schon in den ersten neun Monaten 2016 um 7% (Erntemaschinen) bis 85% (Sämaschinen) steigerte. Deutsche Zulieferer etwa von Automatisierungstechnik sehen für 2017 bessere Perspektiven im argentinischen Maschinenbau, dessen Stärke in maßgeschneiderten Lösungen für die inländische Industrie liegt.

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http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=argentinien-praesentiert-sein-neues-investitionspanorama,did=1533380.html

Chemieindustrie: Agrarchemie liegt vorn

In der Chemieindustrie sind die Aussichten für 2017 überdurchschnittlich gut. Schon im Flautejahr 2016 hielt sich die Produktion vergleichsweise stabil (-1,2% bis Oktober). Ein kräftiges Wachstum verzeichnet die Agrarchemie, die ihren Ausstoß um 9% steigerte und 2017 noch stärker zulegen dürfte. Auch in den konsumnahen Chemiesparten ist eine Erholung der Produktion zu erwarten. Ein dynamischer Wachstumszweig ist die Biotechnologie. Produktion und Export von Biotreibstoffen ziehen an. In der Petrochemie sind größere Investitionen erst zu erwarten, wenn neue Erdgasreserven erschlossen werden.

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Energiewirtschaft: Durchbruch für die erneuerbaren Energien

Der seit Jahren erwartete Boom für erneuerbare Energien in Argentinien kommt endlich in Gang. Bei den ersten EE-Ausschreibungen der Macri-Regierung wurden Zuschläge für insgesamt 2.424 MW erteilt, die mit Investitionen von rund 4 Mrd. US$ den Anteil der Erneuerbaren an der Stromversorgung bis 2018 von derzeit 1,8% auf mehr als 8% anheben werden (vornehmlich Wind- und Solarenergie). Mit durchschnittlich 57,44 US$ je MWh wurden unerwartet niedrige Preise erzielt. Hohe Investitionen sind auch in den Bau von Wasser- und Wärmekraftwerken sowie in den Netzausbau geplant.

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Bauwirtschaft: Regierung setzt auf PPP-Projekte

Die Bauwirtschaft fiel 2016 unerwartet stark zurück (-13,5% in zehn Monaten). Doch für 2017 wird ein kräftiger Aufschwung erwartet. Öffentliche Aufträge nehmen bereits stark zu. Nach der Verabschiedung eines neuen PPP-Gesetzes im November 2016 setzt die Regierung auf eine stärkere Beteiligung der Privatwirtschaft an Infrastrukturprojekten. Die private Bautätigkeit erhält Anschub durch Mittel aus der Steueramnestie und den verbesserten Zugang zu Krediten. Nachholbedarf besteht bei Büro- und Einzelhandelsflächen. Nach dem drastischen Anstieg der Energiepreise wird Energieeffizienz ein Topthema.

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Gesundheitswirtschaft: 2017 mehr Mittel verfügbar

Argentiniens Gesundheitsmarkt dürfte 2017 eine Belebung erfahren. Selbst der sonst so stabil wachsende Pharmamarkt hatte sich der Flaute 2016 nicht entziehen können, lokale Anbieter weiteten ihre Position zu Lasten der Importe aus. Wieder steigende Realeinkommen werden 2017 die Nachfrage nach Arzneimitteln und Gesundheitsdiensten ankurbeln und den Branchenunternehmen höhere Mittel für Investitionen zufließen lassen. Die Regierung strebt eine bessere Integration der verschiedenen Subsektoren des Gesundheitswesens und eine stärkere Beteiligung der Privatwirtschaft an.

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Bergbau: Viele Projekte in der Warteschleife

Im Bergbau wird mittelfristig eine neue Investitionswelle erwartet. Regierungsexperten sehen ein Investitionspotenzial von 32 Mrd. US in fast vier Dutzend Projekten. Die meisten Vorhaben befinden sich noch in frühen Stadien der Entwicklung. Der Bedarf an Investitionen in die Exploration wird auf 400 Mio. US$ pro Jahr geschätzt. Der Rückgang der Erzpreise, Umweltkonflikte sowie die Diskussion über eine neue Bergbausteuer bremsen die Investitionen indes. Der kanadische Konzern First Quantum kündigte Investitionen von 3 Mrd. US$ in das Großprojekt Taca Taca (Kupfer, Gold, Silber, Molybdän) an.

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Elektronikindustrie: Zölle auf Rechner sollen fallen

Argentiniens schwach integrierter Elektronikindustrie droht ein herber Schlag. Ende März 2017 sollen die Einfuhrzölle von 35% auf PC, Notebooks und Tablets fallen. Die überwiegend im entlegenen Feuerland angesiedelten argentinischen Montageunternehmen wären dann kaum mehr konkurrenzfähig. Die lokale Produktion von Elektrohausgeräten, Handys und Unterhaltungselektronik wird sich demgegenüber erholen, wenn 2017 wie erwartet der Wohnungsbau, die Kreditvergabe der Banken sowie die Konsumnachfrage der Haushalte anziehen.

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Inland top, Export flop

Die Kfz-Branche erlebt eine stark differenzierte Entwicklung. Während die Zulassungen wieder kräftig wachsen (Prognose 2017: +5 bis 8%), fällt die inländische Montage immer weiter zurück (2016, bis Oktober: -14%). Die Differenz wird durch steigende Importe gedeckt. Hauptgrund für den Rückgang der lokalen Kfz-Montage ist aber der Einbruch der Kfz-Nachfrage aus Brasilien (2016: -33%). Besser hält sich die Teileproduktion, die auf Ersatzteile und Zubehör konzentriert ist. Ein neues Gesetz fördert die Verwendung lokal gefertigter Teile in der Kfz-Montage, die zunehmend auf Pick-ups spezialisiert ist.

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Landwirtschaft: Rekordernte erwartet

Die Landwirtschaft wird 2017 eine Hauptstütze des Wachstums sein. Auf die weitgehende Abschaffung der Exportsteuern - sie fallen jetzt nur noch bei Soja an - und der mengenmäßigen Ausfuhrrestriktionen zu Jahresbeginn 2016 reagierten die Farmer mit einer kräftigen Steigerung der Anbauflächen (fast 2 Mio. ha zusätzlich, vor allem bei Weizen und Mais). Für das Anbaujahr 2016/17 wird eine Rekordernte von 130 Mio. t Getreide und Ölsaaten erwartet. Auch die Viehzucht erlebt eine Renaissance. Kritisch ist dagegen die Lage der Milch- und Obstbauern. Die Regierung erwartet einen starken Ausbau der Bewässerung von Anbauflächen.

Nahrungsmittelindustrie: Starkes Wachstum der Getreideverarbeitung

Argentiniens größter Industriezweig hat 2017 gute Perspektiven. Neben der exportorientierten Verarbeitung der erwarteten Rekordernte von Getreide und Ölsaaten ist eine Erholung der lokalen Konsumnachfrage zu erwarten. Hohe Investitionen planen die Getränkeunternehmen Quilmes, Coca-Cola und CCU sowie der Fleischverarbeiter BRF und der Betreiber von Fastfood-Ketten Grupo Alsea.

Öl / Gas: Frackingboom verzögert sich

Auf mittlere und längere Sicht ruhen große Hoffnungen auf der Erschließung von Argentiniens riesigen Vorkommen an Schiefergas und -öl. Vor allem bei Schiefergas hat Argentinien das Potenzial, den Frackingboom der USA zu kopieren. Argentiniens Regierung erwartet jährliche Investitionen von 20 Mrd. US$ allein in die Erschließung des Fördergebiets Vaca Muerta. Der Rückgang der Ölpreise ab 2014 und hohe lokale Kosten haben den Erwartungen auf einen argentinischen Frackingboom jedoch einen Dämpfer versetzt.

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Umwelttechnik (Wasser und Abfall): Buenos Aires investiert

Die Regierung plant den Bau von vier Stromkraftwerken im Großraum Buenos Aires, die mit organischem Hausmüll und Klärschlamm befeuert werden sollen. Zudem ist der Bau von zwei Anlagen für die mechanische und biologische Abfallbehandlung geplant. Die veranschlagten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 1,34 Mrd. US$. Ausschreibungen für entsprechende PPP-Projekte sind für das 1. Halbjahr 2017 angekündigt. Mit den genannten Maßnahmen soll erreicht werden, dass ab 2021 kein Abfall der Hauptstadt mehr auf den bereits ausgelasteten Mülldeponien im Umland vergraben werden muss.

(C.M.)

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Argentinien Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Straßenfahrzeuge, allgemein, Elektronik, allgemein, Öl, Gas

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