Wirtschaftsausblick

11.07.2018

Wirtschaftsausblick - Slowenien (Juni 2018)

Inhalt

Wirtschaftswachstum über dem EU-Durchschnitt / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Sloweniens Wirtschaft gehört zu den wachstumsstärksten im Euro-Raum. Impulse kommen von der Binnennachfrage. Der private Konsum zieht an und auch die Investitionen legen weiterhin kräftig zu.

Wirtschaftsentwicklung: Wachstumsdynamik weiterhin stark

Die slowenische Wirtschaft wies 2017 die dritthöchste Wachstumsrate im Euro-Raum auf. Schneller als hier legte die Wirtschaftsleistung nur in Irland und Malta zu. Ein ähnliches Tempo zeigte in der Europäischen Union (EU) nur noch Rumänien. Prognosen der EU-Kommission vom Frühjahr 2018 zufolge wird das slowenische Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2018 und 2019 ein im EU-Vergleich überdurchschnittlich hohes Wachstum von 4,7 beziehungsweise 3,6 Prozent (EU27: 2,5 beziehungsweise 2,2 Prozent) vorweisen. Das Tempo wird sich im Vergleich zum besonders guten Jahr 2017 jedoch leicht abschwächen.

Getragen wird das Wachstum sowohl von der Auslands- als auch von der stärker werdenden Binnennachfrage. Slowenien profitiert von der guten Konjunktur in den wichtigsten Partnerländern in der EU. Positive Impulse gehen dank der Beschäftigungsentwicklung und der steigenden Löhne von der privaten Nachfrage aus. Die Investitionen werden in den nächsten Jahren vor allem im privaten Sektor stark zulegen. Aber auch im öffentlichen Bereich ziehen diese nun an.

MKT201807108007.14

Wirtschaftliche Eckdaten Sloweniens
Indikator 2016 2017 Vergleichsdaten Deutschland 2017
BIP (nominal, Mrd. Euro) 40,4 43,3 3.263,4
BIP pro Kopf (Euro) 19.600 21.000 39.475
Bevölkerung (Mio.) 2,1 2,1 82,7

Quellen: Eurostat; Statistisches Bundesamt

Investitionen: Kräftige Zunahme auch 2018 und 2019 erwartet

Das 2017 eingesetzte hohe Wachstum der Bruttoanlageinvestitionen wird in den nächsten Jahren anhalten. Nach dem hohen Minus von 3,6 Prozent im Jahr 2016 und von 1,6 Prozent 2015, was vor allem durch geringere Nutzung von EU-Geldern bedingt war, legten die Investitionen 2017 um 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Für 2018 und 2019 rechnet die EU-Kommission mit einer ähnlich hohen Zunahme von 10,1 beziehungsweise 9,3 Prozent.

Das ist zum Teil auf den besseren Abruf von EU-Mitteln zurückzuführen. Aber auch die hohe Kapazitätsauslastung und günstige Geschäftsaussichten lassen die Unternehmen in die Erweiterung ihrer Produktionsanlagen investieren. Gestützt wird dies durch verbesserte Bedingungen für die Aufnahme von Krediten. Die Ausrüstungsinvestitionen werden Prognosen der EU-Kommission zufolge 2018 um 11 und 2019 um weitere 9 Prozent steigen. Hinzu kommt die verbesserte Baukonjunktur.

Ausgewählte Großprojekte in Slowenien
Projektbezeichnung Investitionssumme (in Mio. Euro) Projektstand Anmerkung/Ansprechpartner
Kernkraftwerk Krsko, Laufzeitverlängerung bis 2043 und evtl. neuer Block 218 für Laufzeitverlängerung; 3.500 bis 5.000 für Neubau des Blocks Laufzeitverlängerung in Durchführung; Bau eines neuen Blocks mit 1.200 bis 1.600 MW erwogen GEN Energija, http://www.gen-energija.si
Bau von zehn neuen Wasserkraftwerken am mittleren Lauf der Save 1.300 bis 1.500 In Planung; Gesamtleistung: 330 MW; Netzanschluss von Suhadol, Trbovlje und Renke zwischen 2020 und 2025; Finanzierungsprobleme Holding Slovenske elektrarne (HSE), http://www.hse.si; GEN Energija, http://www.gen-energija.si
Wasserkraftwerk Mokrice am unteren Lauf der Save 150 28 MW; geplante Fertigstellung: bis 2021 Hidroelektrarne na Spodnji Savi,(HESS), http://www.he-ss.si
Pumpspeicherwasserkraftwerk Kozjak 400 420 MW; geplante Fertigstellung: 2025 HSE-Tochter DEM, Bau noch nicht aufgenommen, http://www.dem.si/en-gb/
Modernisierung und Ausbau der Bahnstrecke Divaca - Koper Mehr als 1.000 Koper-Divaca: in Planung, Finanzierung offen, Mittel der Connecting Europe Fazilität (CEF), Beteiligung Ungarns geplant Ministerium für Infrastruktur, http://www.mzi.gov.si; Projektgesellschaft 2TDK: http://www.drugitir.si
Autobahnbau: zweite Röhre im Karawankentunnel (zusammen mit Österreich) 312 (slowenischer Teil 150) Tender im Dezember 2017 veröffentlicht; neun Bewerber; Fertigstellung 2023 geplant Autobahngesellschaft DARS: http://www.dars.si; Infrastrukturministerium: http://www.mzi.gov.si
Nord-Süd-Schnellstraße (sogenannte dritte Entwicklungsachse) 2.050 Planung; Finanzierung offen; Baubeginn: nach 2019 Autobahngesellschaft DARS: http://www.dars.si; Infrastrukturministerium: http://www.mzi.gov.si

Quellen: Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen

Nationale Ausschreibungsdatenbank: https://www.enarocanje.si

Informationen zu EU-Binnenmarktausschreibungen unter http://www.gtai-EU-Ausschreibungen.de.

Konsum: Wachsender privater Verbrauch stützt die Konjunktur

Das Wachstum des privaten Verbrauchs hat deutlich auf über 4 Prozent angezogen. In den Jahren 1998 bis 2014 hatte dieses im Schnitt 1,8 Prozent pro Jahr und 2015 rund 2,1 Prozent betragen. Gestützt wird die positive Konsumentwicklung durch die sinkende Arbeitslosigkeit, steigende Löhne und hohes Verbrauchervertrauen. Für 2018 bis 2020 erwartet das regierungsnahe Wirtschaftsforschungsinstitut IMAD eine Zunahme der monatlichen Bruttolöhne von zwischen 4 und 4,5 Prozent jeweils gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote (gemäß der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation ILO) wird nach IMAD-Einschätzung bis 2020 auf 4,2 Prozent sinken - von 6,6 Prozent im Jahr 2017. Auf dem slowenischen Arbeitsmarkt macht sich allerdings bereits eine Knappheit an gut ausgebildeten Fachkräften bemerkbar.

Außenhandel: Importe ziehen wegen der Inlandsnachfrage kräftig an

Sloweniens Wirtschaft ist exportstark. Sie profitiert von der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. In den nächsten Jahren werden die Ausfuhren dank der guten Konjunktur in den wichtigsten Partnerländern weiter deutlich zulegen. Der wachsende Inlandsverbrauch wird auf der anderen Seite dazu führen, dass auch die Importe kräftig steigen und 2018/19 sogar stärker wachsen werden als die Ausfuhren. Den größten Teil des Außenhandels wickelt das Land mit der EU ab. Auf die EU-Mitgliedsländer entfielen 2017 rund 76,7 Prozent der slowenischen Exporte und 80,1 Prozent der Importe. Wichtigste Handelspartner Sloweniens sind Deutschland, Italien, Kroatien und Österreich.

Außenhandel Sloweniens (in Mio. Euro; Veränderung in %)
2016 2017 Veränderung 2017/2016
Importe 27.597 31.846 15,4
Exporte 29.742 33.967 14,2
Handelsbilanzsaldo 2.145 2.121 -

Quelle: Eurostat

Weitere Informationen (zum Beispiel SWOT-Analyse, Branchenberichte) finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Außenwirtschaft, allgemein, Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Sozialprodukt / Volkseinkommen / BIP / BSP, Investitionen (Inland), Investitionsklima, allgemein, Konjunktur, allgemein, Konsum / Konsumentenverhalten, Produktion / Produktivität

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‎+49 228 24 993 365

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