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12.01.2018

Ägypten strebt Importsubstitution bei landwirtschaftlichen Produkten an

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Drittgrößter Landmaschinenimporteur Afrikas / Nachfrage nach Lebensmitteln durch schwächere Kaufkraft gesunken / von Oliver Idem

Kairo (GTAI) - Agrargüter und Nahrungsmittel sind sowohl wesentliche Import- als auch Exportgüter von Ägypten. Grundsätzlich verheißt das anhaltende Wachstum der ägyptischen Landwirtschaft gute Aussichten für den Landtechnikabsatz. Die Konkurrenz zwischen importierten Lebensmitteln und lokal produzierten ist stark. Etwa 40 Prozent der Lebensmittelnachfrage wurde 2016 durch Importe befriedigt. Inländische und importierte Verpackungsmaterialien haben sich durch die Kursfreigabe des ägyptischen Pfundes verteuert.

Landwirtschaftliche Produktion

Die Landwirtschaft in Ägypten gehört zu den konstanten Wachstumsmotoren der inländischen Wirtschaftsleistung. Der reale Zuwachs soll 2017 und 2018 der Economist Intelligence Unit zufolge bei 3 beziehungsweise 3,2 Prozent liegen. Bereits seit 2012 befindet sich die Zunahme unverändert auf diesem Niveau. Der Anteil der Landwirtschaft und Fischerei am Bruttoinlandsprodukt lag 2015 bei 11,2 Prozent.

Unter anderem durch den hohen ägyptischen Weizenbedarf für subventioniertes Brot ist die Handelsbilanz Ägyptens traditionell negativ. Agrargüter und Nahrungsmittel sind sowohl wesentliche Import- als auch Exportgüter des Landes. An den Einfuhren von 74,4 Milliarden US-Dollar (US$) hatten Nahrungsmittel 2015 einen Anteil von 16,5 Prozent. Bei den Ausfuhrgütern machten sie 18,6 Prozent von insgesamt 22 Milliarden US$ aus. Für den Export spielen Zitrusfrüchte, Trauben und Baumwolle eine zentrale Rolle. Unter anderem kann Ägypten seine Vorteile ausspielen, wenn in Europa saisonal bedingt das Obst- und Gemüseangebot schrumpft. Hinzu kommt, dass der Wert des ägyptischen Pfundes gegenüber dem Euro seit Oktober 2016 mehr als halbiert hat. Für die ägyptischen Exporteure brachte diese Entwicklung eine wesentliche Verbesserung ihrer Konkurrenzfähigkeit mit sich. Von Januar bis Ende August 2017 stellten Agrargüter mit einem Volumen von 1,63 Milliarden US$ die vierthöchsten Exporte Ägyptens nach Baumaterialien, chemischen Erzeugnissen und Nahrungsmitteln. Von besonderem Interesse ist aufgrund seiner Größe der chinesische Markt. In den letzten Monaten verhandelten ägyptische Repräsentanten mit chinesischen Vertretern über die Öffnung des Marktes für eine Reihe von Obstsorten aus ägyptischem Anbau.

Das Landwirtschaftsministerium zielt auf eine höhere Selbstversorgung des Landes ab. Noch ist Ägypten zum Beispiel bei Weizen und Mais in hohem Maße importabhängig. Der Versorgungsminister schätzt, dass das Land im Finanzjahr 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 etwa sieben Millionen Tonnen Weizen einführen muss. Perspektivisch soll der Anbau von Weizen ausgedehnt und effizienter gestaltet werden. Bis zum Ende des Finanzjahres 2018/19 am 30. Juni 2019 ist zudem ein erheblicher Ausbau der Maisproduktion vorgesehen. Die entsprechende Fläche soll von 336.000 Hektar auf 840.000 Hektar wachsen. Der Import von etwa 8,5 Millionen Tonnen Mais pro Jahr kostet Ägypten laut Reuters 1,6 Milliarden US$. Das staatliche Agricultural Research Center möchte Landwirte darin schulen, die Produktivität des Zuckerrübenanbaus zu steigern. Damit soll die Lücke von 700.000 bis 900.000 Tonnen pro Jahr zwischen der Erzeugung und dem Konsum von Zucker zum Teil geschlossen werden. Außerdem erhalten Bauern mehr Geld dafür, wenn sie Zuckerrohr an staatliche Aufkäufer veräußern. Zur Steuerung des Anbaus setzt der ägyptische Staat die Ankaufspreise für verschiedene Feldfrüchte fest. Durch Anhebungen oder Senkungen dieser Preise werden Anreize für Anpflanzungen im Sinne der Gesamtstrategie geschaffen. Zudem dienen temporäre Einfuhr- und Ausfuhrzölle etwa für Zucker dazu, die Versorgung des Binnenmarktes zu vertretbaren Kosten sicherzustellen.

Damoklesschwert der Wasserknappheit hängt über der Landwirtschaft

Die vom ägyptischen Staat im Rahmen eines Großprojekts und insgesamt vorangetriebenen Landgewinnungspläne werden vor allem die Frage nach dem Wasserbedarf auf. Entnahmen aus nicht erneuerbaren Wasservorkommen sind unter Branchenexperten hoch umstritten. Andere Wasserquellen lassen sich nicht in nennenswertem Ausmaß zusätzlich erschließen. Das Großvorhaben "1.5 million feddan" zur Gewinnung von längerfristig 1,68 Millionen Hektar Anbaufläche lief in der ersten Phase schleppend an. Das Interesse inländischer und ausländischer Investoren war laut der Presse geringer als erwartet.

Schwer kalkulierbar sind die Auswirkungen des Grand Ethiopian Renaissance Dam auf die Versorgung der ägyptischen Landwirtschaft. Das äthiopische Staudammprojekt bedroht insbesondere während der Auffüllung des Reservoirs die Versorgung von Sudan und Ägypten mit Nilwasser. Momentan deckt Ägypten seinen Wasserbedarf zu etwa 95 Prozent aus dem Nil. Mit etwa 80 bis 85 Prozent ist die Landwirtschaft der größte Verbraucher im Land und somit stark von einer konstanten Versorgung abhängig. Politische Gespräche wegen des Staudamms führten bisher nicht zu gesicherten Zusagen an Ägypten, während Äthiopien durch den fortschreitenden Bau Fakten schafft. In Ägypten selbst wird Wasser oft ineffizient genutzt und die wertvolle Ressource geht zum Beispiel durch schadhafte Pumpen, undichte Leitungen und veraltete Bewässerungssysteme teilweise verloren. Als Gegenmittel ist der stärkere Einsatz von wiederverwendetem Wasser geplant, den das Landwirtschaftsministerium neu regeln will. In Kooperation mit der Europäischen Union erstellt das Bewässerungsministerium eine Liste potenzieller Investitionsprojekte im Rahmen einer Wasserstrategie bis zum Jahr 2037. Kern der Pläne ist eine effizientere Nutzung der Ressourcen. Ägypten stehen 60 Milliarden Kubikmeter Wasser im Jahr zur Verfügung. Dem steht ein Bedarf von Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung gegenüber, der etwa 80 Milliarden Kubikmeter beträgt.

Bessere Kontrollen von Agrargütern sollen Abnehmerländer besänftigen

Trotz verbesserter Qualitätskontrollen in den vergangenen Jahren entzündeten sich von Mitte 2016 bis Mitte 2017 Kontroversen am Export ägyptischer Agrarprodukte. Mehrere Länder verhängten Einfuhrverbote gegen einzelne Sorten oder stoppten zwischenzeitlich die gesamten landwirtschaftlichen Importe aus Ägypten. Ein Problem dabei waren Rückstände von Pestiziden. Vor diesem Hintergrund und um die Vorteile im Preiswettbewerb besser auszuspielen, setzt das Landwirtschaftsministerium auf schärfere Kontrollen und die Anwendung des GLOBALGAP-Standards auf weitere Sorten von Feldfrüchten. Eine Kommission soll regelmäßige Kontrollen auf Pestizidrückstände durchführen. Zudem ist die Einführung von Whitelists und Blacklists von Exporteuren geplant, auf die Handelspartner aus der Golfregion dringen. In den Seehäfen und an den Flughäfen Ägyptens sollen die Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitskontrollen verschärft werden.

In diesen Zusammenhang gehört auch die Gründung einer Lebensmittelsicherheitsbehörde, die auf Betreiben des Handels- und Industrieministeriums eingerichtet wurde. Sie soll sowohl den Export einwandfreier Waren ankurbeln als auch im Inland für bessere Nahrungsmittel sorgen. Eine Aufgabe der Food Safety Authority wird die Überwachung von Schulessen sein. In 2016 hatten mehrere tausend Schüler durch verseuchte Mahlzeiten gesundheitliche Probleme bekommen.

Markt für Landtechnik

Nur etwa vier Prozent des ägyptischen Staatsgebiets können landwirtschaftlich genutzt werden, vor allem entlang des Nils und im Nildelta. Mit etwa 90 Prozent dominieren laut der FAO in Ägypten Kleinbauern das landwirtschaftliche Bild. Bedingt durch die gesetzliche Erbteilung sind viele Parzellen so klein, dass sie nur noch Subsistenzwirtschaft ermöglichen. Zudem fehlen Kleinbauern oft Kenntnisse in der Dosierung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, im Marketing und zum Zugang zu ausländischen Märkten. Nur etwa 5 bis 7 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugung entfallen auf große, im industriellen Maßstab produzierende Agrarunternehmen. Im Sinne einer besseren technischen Ausstattung und eines gemeinsamen Marketings gewinnt die Idee der Gründung von Kooperativen Auftrieb.

Grundsätzlich verheißt das anhaltende und solide Wachstum der ägyptischen Landwirtschaft gute Aussichten für den Landtechnikabsatz. Auch künftig ist mit einem steigenden Bedarf an landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu rechnen. Sowohl der Inlandsbedarf als auch der volkswirtschaftlich bedeutsame Export lassen weitere Steigerungen erwarten. Gedämpft werden die Hoffnungen allerdings durch die sich verschärfende Wasserknappheit. Eine Verbesserung und Modernisierung der landwirtschaftlichen Bewässerung wird immer mehr zur Notwendigkeit. Chancen für ausländische Anbieter dürften Technik zur Unterflurbewässerung und für Gewächshäuser bieten. Ein Trend ist der Ersatz von dieselbetriebenen Pumpen durch solarbetriebene. Dem Vernehmen nach weisen die derzeit angebotenen Solarpumpen deutliche Qualitätsunterschiede auf. Die Nachfrage nach ihnen dürfte zunehmen. Selbst nach zwei Anhebungen der Kraftstoffpreise innerhalb eines Dreivierteljahres verkauft der Staat subventionierten Diesel noch immer zur Hälfte der tatsächlichen Kosten. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage ist in den nächsten Jahren mit weiter steigenden Dieselpreisen zu rechnen. Damit dürften Alternativen zu Dieselpumpen noch stärker in den Fokus rücken.

Nachernteverluste von - je nach Schätzung - bis zu 50 Prozent machen auch erhebliche Verbesserungspotenziale bei Kühlketten und Logistiklieferketten deutlich. Transport und Lagerung von Agrarprodukten sind noch immer häufig unzureichend und improvisiert.

Nach Südafrika und Algerien ist Ägypten der drittgrößte Landmaschinenimporteur Afrikas. Die Nachfrage wird vor allem aus der VR China, Italien und den USA gedeckt. Zwei Unternehmen wollen Landtechnik in Ägypten herstellen. Die indische Mahindra Group prüft den Bau eines Werks für Landmaschinen und Traktoren für 40 Millionen US$. In die Traktorenproduktion möchte ebenfalls das polnische Unternehmen Ursus einsteigen. Für 50 Millionen bis 100 Millionen US$ soll gemeinsam mit einem ägyptischen Partner eine Fabrik auf die Beine gestellt werden. Diese ist als Baustein für die Afrika-Expansion von Ursus unter anderem nach Äthiopien, Sambia und Tansania gedacht.

Markt für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen

Nach der Kursfreigabe des ägyptischen Pfundes erhöhen gestiegene Preise für Verpackungen die Kosten der Nahrungsmittelhersteller. Das betrifft sowohl inländisch produzierte als auch importierte Verpackungsmaterialien. Ein Pressebericht bezifferte den Anstieg auf 14 bis 60 Prozent. Der Trend geht zu lokalen Verpackungen. Mars hat bereits seit drei Jahren den Anteil lokaler Verpackungslieferanten gesteigert. Im Sommer 2017 bezog der Süßwarenhersteller bereits 70 Prozent seines Bedarfs von ägyptischen Unternehmen und will den Anteil 2018 auf 100 Prozent ausbauen. Unilever sucht laut einem Bericht von Reuters nach lokalen Anbietern von Verpackungen für Seifen und Waschmittel.

Zwei Anbieter bauen in diesem günstigen Umfeld ihre Fertigung aus. Der Verpackungshersteller HiPack plant einem Bericht von Al Shorouk zufolge Investitionen in neue Produktionslinien. Mit den neuen Kapazitäten im Wert von 175 Millionen Euro sollen die Exporte des Unternehmens verdoppelt werden. Pak-Tec will für 20 Millionen Euro in Badr City eine Fabrik für Verpackungsmaterialien errichten. Davon sollen 5.000 Tonnen auf dem Binnenmarkt abgesetzt und 5.000 Tonnen nach Europa exportiert werden.

Laut Reuters reduziert Juhayna, der größte Milchprodukte- und Safthersteller des Landes, 2017 sein Investitionsbudget um 2,5 Millionen auf 22,5 Millionen Euro. Das Unternehmen will bis 2018 mit den bestehenden Kapazitäten arbeiten. Juhayna verwendet nur noch ägyptische Mangos, nachdem zuvor der Importanteil noch bei 50 Prozent gelegen hatte. Auch andere Hersteller setzen stärker auf lokale Rohstoffe. PepsiCo benötigt für seine Marke Chipsy jährlich 360.000 Tonnen Kartoffeln. Importiertes Saatgut soll 2017 noch 40 Prozent des Bedarfs decken, der Anteil 2018 aber auf 30 Prozent gedrückt werden. Das Unternehmen erwägt sogar, Werke in anderen Ländern der Region künftig mit dem Kartoffelsaatgut zu beliefern. Der Export ist aufgrund der Kursentwicklung des ägyptischen Pfundes und der niedrigeren lokalen Produktionskosten eine Option geworden. Mars und Unilever wollen Ägypten ebenfalls stärker als Exportstandort nutzen. Der Exportchef von Arab Dairy Food Industries erklärte im April 2017 allerdings, dass Ägypten zwar über Rohstoffe für den Binnenmarkt verfüge. Jedoch würden diese nicht immer mit ausreichen modernen technischen Mitteln verarbeitet, worunter die Qualität leide. Zudem sei die Zuliefererbasis im Land nicht breit genug, sodass die bestehenden Fabriken die Nachfrage nicht decken könnten.

Einbrechende Kaufkraft sorgt für eine schwächere Lebensmittelnachfrage

Die Konkurrenz zwischen importierten Lebensmitteln und lokal produzierten ist in Ägypten stark. Etwa 40 Prozent der Lebensmittelnachfrage wurde 2016 durch Importe befriedigt. Lokale Hersteller decken den Großteil des Bedarfs an süßen und salzigen Snacks. Bei Hühnerfleisch wird 90 Prozent des Bedarfs aus inländischen Quellen gedeckt, gegenüber 60 Prozent bei rotem Fleisch. Trotz einer zunehmenden Milchproduktion summieren sich die Importe von Molkereiprodukten auf etwa eine Milliarde US$ jährlich. Infolge des dramatisch gefallenen Außenwerts der Landeswährung und des Subventionsabbaus haben die Erwartungen für die Nahrungsmittel- und Getränkeverkäufe einen erheblichen Dämpfer erhalten. Die Bevölkerung wächst jährlich um etwa 2,5 Prozent und ihr Bedarf steigt grundsätzlich an. Bereits vor der Kursfreigabe musste eine Durchschnittsfamilie etwa 40 Prozent ihrer Ausgaben für Lebensmittel aufwenden. Viele der rund 93,5 Millionen Einwohner müssen sich seit Ende 2016 auf die wesentlichsten Ausgaben konzentrieren. Das Meinungsforschungsinstitut Baseera ermittelte im Juli 2017, dass 34 Prozent der Ägypter ihre Konsumgüterausgaben zurückfahren müssen. Ganz oben auf der Streichliste stehen demnach Nahrungsmittel und Fleisch. Dem Caterwings 2017 Meat Price Index zufolge sind die Fleischpreise in Ägypten zwar die fünftniedrigsten von 52 untersuchten Ländern. Jedoch muss ein Mindestlohnbezieher 20 Stunden arbeiten, um ein Kilogramm Rindfleisch kaufen zu können. Seit Oktober 2016 haben sich Nahrungsmittel zudem überdurchschnittlich stark verteuert. Die Zeitung Al Borsa berichtete, dass im ersten Quartal 2017 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Getränken um 20 bis 40 Prozent eingebrochen ist. Die Hersteller versuchen, mit höheren Marketing- und Werbeausgaben gegenzusteuern.

Die Inflationsrate hat sich seit Februar 2017 bei etwa 30 Prozent eingependelt. Die Lebensmittelpreise legten jedoch laut Trading Economics um rund 40 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat zu. Schon allein aufgrund des Basiseffekts ist aber ab November 2017 mit einem Rückgang der Inflationsrate zu rechnen. Außerdem hat sich der Außenwert des ägyptischen Pfundes stabilisiert und es steht keine neue Subventionsabbauwelle wie im vergangenen Sommer 2017 an. Die Economist Intelligence Unit erwartet 2018 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 18,8 Prozent, was einem Rückgang um 8,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr entspräche.

Längerfristige Konsumerwartungen bleiben positiv

Das US-amerikanische Department of Agriculture geht ebenfalls von einer Verbesserung der Lage aus. Trotz des derzeitigen Inflationsdrucks bleibe Ägypten der größte Verbrauchermarkt und die am weitesten diversifizierte Volkswirtschaft der arabischen Welt. Die Nahrungsmittelverkäufe im Einzelhandel erreichten 2015 ein Volumen von 70 Milliarden US$ und sollen bis 2020 auf 98 Milliarden US$ anschwellen. Ein Beleg für die optimistischen Erwartungen ist der dynamische Expansionskurs des organisierten Einzelhandels, der den traditionellen Händlern stetig Marktanteile abnimmt. Der organisierte Einzelhandel (Einzelhandels- und Großhandelsketten sowie Hypermärkte) stellt in Ägypten ein Prozent der Geschäfte, hat damit aber einen Marktanteil von 23 Prozent erobert. Laut dem Department of Agriculture werden diese Märkte ihre Nahrungsmittelverkäufe von 2011 bis Ende 2017 verdoppelt haben. Unter anderem baut der türkische Einzelhändler BIM seine Präsenz in Ägypten stark aus. Seit Ende 2014 schnellte die Zahl der Filialen bis Ende 2016 von 46 auf 220 hoch. Die Discounterkette Kazyon expandiert ebenfalls massiv und peilt Ende 2018 eine Gesamtzahl von 415 Supermärkten an. Durch 55 Neueröffnungen wird bis Ende 2017 mit einer Zahl von 265 Geschäften gerechnet. Spinneys plant fünf neue Geschäfte und hat mit zehn lokalen Unternehmen die Produktion von Waren mit dem Markennamen Spinneys vereinbart. Dabei handelt es sich um Säfte, Marmelade, Backwaren sowie Desinfektions- und Körperpflegemittel.

(O.I.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Ägypten Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen, Land- und Forstwirtschaftsmaschinen

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