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16.12.2016

Argentiniens Konjunktur zieht endlich an

Erstmals wieder positive Daten der Kfz-Industrie und der öffentlichen Bautätigkeit

Buenos Aires (GTAI) - Argentiniens Konjunktur scheint endlich wieder in Fahrt zu kommen. Einige Indikatoren deuten darauf hin, dass im November der lange erwartete Aufschwung eingesetzt haben könnte. In wichtigen Branchen wie der Kfz-Industrie und der Bauwirtschaft ging es deutlich aufwärts. Die Bank JP Morgan erwartet auf dieser Basis für das 4. Quartal 2016 saisonbereinigt einen realen Zuwachs der Aktivität um 3,2% gegenüber dem 3. Quartal.

Die von der argentinischen Regierung zur Jahresmitte 2016 in Aussicht gestellte Konjunkturerholung im 2. Halbjahr hatte sich bisher nicht eingestellt. Im Gegenteil: Im 3. Quartal 2016 war die Wirtschaft nach vorläufigen Schätzungen der Beratungsfirma OJF noch kräftiger geschrumpft (-4,1% zum gleichen Vorjahresquartal) als im 2. Quartal (-3,9%).

Doch der argentinische Frühlingsmonat November brachte auch in der Konjunktur endlich einige der seit langem erwarteten "grünen Triebe". So stieg die Kfz-Produktion zum ersten Mal seit 32 Monaten wieder an (+24,1% gegenüber Oktober und +3,3% gegenüber Vorjahr). Wichtigster Antrieb war die Besserung der Exporte, die nach Monaten starker Rückgänge erstmals wieder deutlich zulegten (+15,8% zum Vorjahr). Ein wieder steigender Inlandsabsatz von Mopeds und Motorrädern (+8,9%) deutet auf eine Erholung der Konsumausgaben der unteren Mittelschicht hin.

Auch in der Bauwirtschaft zeigten zuletzt mehrere Indikatoren eine Erholung von der schweren Rezession der vorangegangenen drei Quartale an. Einen besonders starken Zuwachs verzeichnete im November der Absatz von Asphalt, der um 60% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat anstieg und damit das beste Monatsergebnis seit fünf Jahren verzeichnete. Dies zeigt eine kräftige Ausweitung der öffentlichen Bautätigkeit an (Straßenbau und Erneuerung von Flughäfen). Ab Jahresmitte waren bereits die Ausschreibungen der öffentlichen Hand sprunghaft angestiegen.

Eine Zunahme des Zementabsatzes (+1,8% gegenüber Vorjahr im November) deutet gleichsam auf eine Belebung des Hochbaus hin. Zudem lagen die Baugenehmigungen in 41 repräsentativen Städten gemäß Angaben des Statistikinstituts Indec im Oktober um 19,0% über dem Vormonat.

Eine Erhöhung der öffentlichen Transferleistungen sowie einmalige Sonderzahlungen in der Privatwirtschaft im Gesamtumfang von etwa 0,3% des BIP dürften im Dezember auch die Konsumnachfrage ankurbeln. Für das Gesamtjahr 2016 erwarteten die von der Zentralbank monatlich befragten Ökonomen zuletzt einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,2%. Für 2017 prognostiziert der Konsens der Ökonomen dagegen ein Wachstum des BIP um 3,0%.

(C.M.)

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Argentinien Konjunktur, allgemein

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