Suche

11.08.2017

Armenien realisiert Projekte in der Gesundheitswirtschaft für 52 Mio. US$

Internationale Gelder fließen in neue regionale medizinische Zentren und Labors / Von Uwe Strohbach

Eriwan (GTAI) - Der Medizintechnikmarkt Armeniens bietet aufgrund der geringen Einwohnerzahl und begrenzter öffentlicher Gelder nur bescheidene Lieferchancen. Das mittelfristige Investitionsprogramm im Gesundheitswesen umfasst 42 Projekte für Ausbau von medizinischen Einrichtungen. Die Vorhaben werden von internationalen Gebern finanziell begleitet. Darüber hinaus unterstützt die EU die Einführung einer elektronischen Verwaltung des Gesundheitssystems. (Kontaktanschrift)

Armeniens kleiner Markt, limitierte öffentliche Mittel und geringe Einkommen der Bevölkerung begrenzen die Absatzchancen im Gesundheitswesen Armeniens. Das staatliche Gesamtbudget für das Gesundheitswesen beträgt 2017 etwas mehr als 200 Mio. US$. Dies entspricht einem bescheidenen Anteil von weniger als 2% am Bruttoinlandsprodukt. Ein wachsender Teil der Haushaltsmittel fließt in die Erhöhung der bislang niedrigen Gehälter der Ärzte.

Mittelfristiges Investitionsprogramm umfasst 42 Projekte

Das neue mittelfristige Investitionsprogramm des Ministeriums für Gesundheitswesen umfasst ab 2017 die Umsetzung von 42 Projekten mit einem Wert von 52 Mio. $. Im Frühjahr 2018 geht in Sewan eine neues medizinisches Zentrum in Betrieb. Das Projekt mit Gesamtkosten von etwa 2,7 Mio. $ wird von der Regierung und der Weltbank kofinanziert.

Die Regierung bürgt für einen Kredit, mit dem das Kardiologie-Zentrum Nork-Marash in Eriwan die Beschaffung von Medizintechnik finanziert. Fördermittel aus den USA (rund 8 Mio. $) fließen in die Modernisierung von medizinischen Labors in fünf Regionen des Landes. Die Weltbank fördert die Errichtung weiterer regionaler medizinischer Zentren mit mehreren Fachabteilungen.

Im Frühjahr 2014 wurde in Eriwan eine Fabrik für die Herstellung eines breiten Spektrums von medizinischen Einwegerzeugnissen "Mega Med" in Betrieb genommen. Der russische Investor Afina Pallada beziffert die realisierten Investitionen auf 42 Mio. $ und den ursprünglich erwarteten jährlichen wertmäßigen Ausstoß auf 3 Mio. $. Doch das Werk steht still. Hauptgrund sind technologische Probleme. Spezialisten aus Korea (Rep.) und zusätzliche Investitionen sollen das Projekt in naher Zukunft wieder zum Laufen bringen. In medizintechnischen Fertigungssegmenten mit einer hohen wissenschaftlich-technischen Wertschöpfung kann sich Armenien durchaus als ein interessanter Investitions- und Produktionsstandort im Rahmen der EAWU erweisen.

Wichtige Importpositionen (in Tsnd. US$)
SITC Produktgruppe 2015 2016 davon aus Deutschland (2016)
774.1 Elektrodiagnoseapparate und -geräte 12.955 2.840 85,6
774.2 Röntgenapparate etc. 17.978 5.892 1.455
741.83 Sterilisierapparate 739,5 270,4 42,5
872.1 Zahnmedizinische Instrumente; a.n.g. 1.502 1.477 90,2
872.21 Spritzen, Nadeln, Katheter, Kanülen etc. 3.982 3.808 470,4
872.29 Andere Instrumente, Apparate und Geräte 9.813 9.198 2.131
872.3 Therapiegeräte, Atmungsgeräte etc. 1.792 1.060 86,5
872.4 Medizinmöbel etc. 1.486 585,3 38,0
899.6 Orthopädietechnik, Prothesen etc. 7.956 8.032 1.419
Gesamt 58.203,5 22.162,7 5.818,2

Quelle: UN Comtrade

EU fördert neues elektronisches Gesundheitssystem in Armenien

Die EU unterstützt ab 2017 mit 20 Mio. Euro den Aufbau eines elektronischen Verwaltungssystems für das Gesundheitswesen in Armenien. Ab 2020 soll jeder Bürger eine elektronische Gesundheitskarte besitzen. Rezeptausstellung etwa erfolgt dann in elektronischer Form.

Rahmendaten zum Gesundheitssystem in Armenien
Indikator Wert
Einwohnerzahl (2016 in Mio.) 3,0
Bevölkerungswachstum (2016 in % p.a.) -0,2
Altersstruktur der Bevölkerung (2016)
.Anteil der unter 15-Jährigen (in %) 19,0
.Anteil der Personen im Alter von 65 und mehr Jahren (in %) 11,0
Durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt (2015 in Jahren)
.Frauen 72
.Männer 78
Durchschnittseinkommen pro Kopf (2015 in US$)
Gesundheitsausgaben pro Kopf (2014 in US US$) 362
Anteil der staatlichen Gesundheitsausgaben am BIP (2016 in %) 1,6
Ärzte/100.000 Einwohner (2015) 44
Krankenhausbetten/100.000 Einwohner (2015 42

Quelle: Statistikamt Armenien, WHO

Kontaktanschrift:

Ministry of Health of the Republic of Armenia

Republic Square, Governmental building N 3, Yerevan, 0010

Internet: http://www.moh.am

Tel.: 00374 10/54 40-27, -28

Fax: 00374 10/52 68 44

(U.S.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Armenien Gesundheitswesen allgemein

Kontakt

Katrin Kossorz

‎+49 (0)228 24 993-268

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechts-informationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche