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09.03.2018

Armenien sucht Investoren für Tourismusprojekte

Branche verbucht zweistelliges Wachstum / Von Uwe Strohbach

Eriwan (GTAI) - Armeniens Fremdenverkehr entwickelt sich zu einer bedeutenden Säule der Wirtschaft. Die Zahl der jährlich ins Land kommenden ausländischen Gäste hat sich in den letzten fünf Jahren auf 1,5 Millionen verdoppelt. Der Anstieg des Indoor- und des Binnentourismus beflügelt die Errichtung neuer und den Ausbau vorhandener Ferien-, Erholungs- und Wintersportzentren. Für diese Projekte sucht das Land jetzt Investoren.

Das Tourismusgeschäft in der kleinen südkaukasischen Republik Armenien weist einen klaren Trend nach oben auf. Sowohl der Indoor- als auch der Binnentourismus ziehen zweistellig an. Die Lokalverwaltungen und die zentrale Wirtschaftsförderung identifizieren neue Ausbauvorhaben der touristischen Infrastruktur und bereiten diese vor. Bei der Umsetzung setzen sie auf in- und ausländische Investoren.

Tourismusprojekte sollen Wirtschaft diversifizieren

Die Projekte sollen vor allem in der Hauptstadt Eriwan, in der südarmenischen Region Sjunik, in der mit rund 90.000 Einwohnern drittgrößten Stadt des Landes Wanadsor (Region Lori) und im Nordwesen Armeniens (Region Tawusch) realisiert werden. Der Projektwert summiert sich auf annähernd 300 Millionen US-Dollar (US$).

Mit ihren beachtlichen kulturhistorischen und landschaftlichen Reizen sowie günstigen klimatischen Bedingungen für den Wander-, Kur-, Ski- und Ökotourismus verfügt die Kaukasusrepublik über große, bisher aber noch wenige genutzte Ressourcen für den Tourismusausbau. Die geplanten Projekte reihen sich ein in die von der Regierung forciert vorangetriebene wirtschaftliche Diversifizierung des Landes. Sie dienen vor allem der beschleunigten Entwicklung der Regionen außerhalb der Landesmetropole Eriwan.

Zwei Projekte sind in beziehungsweise nahe der drittgrößten armenischen Stadt Wanadsor in Nordarmenien geplant: ein Freizeit- und Vergnügungspark mit einer kleinen Hotelanlage auf dem Gelände des früheren Pionierlagers Artek und ein Ski- beziehungsweise Wintersportzentrum am Fuße des 3.081 Meter hohen Berges Maymekh. Bisher gibt es im Land nur zwei Wintersportgebiete an den Standorten Tsaghkadzor (55 Kilometer von Eriwan) und Jermuk (175 Kilometer von Eriwan).

Wanadsor (Region Lori) liegt in der geografischen Mitte zwischen der armenischen Hauptstadt Eriwan und der georgischen Landesmetropole Tiflis. Die Region Lori gilt im Winter als schneereich. Es gibt hier bisher nur wenige Hotelkapazitäten. Die nordwestarmenische Provinz Tawusch hegt Pläne zur Errichtung eines Erholungs- und Spa-Zentrums an einem wald- und wassereichen Standort nahe der Gemeinde Koghb. Die Ortschaft befindet sich unweit der Grenze zu Georgien.

Ausgewählte Projekte für das touristische Gewerbe in Armenien
Projektbezeichnung Projektwert (Mio. US$) Projektstand Anmerkung/Ansprechpartner
Ethnographischer Stadtteil Noah (Armenisches Dorf) auf 9,2 ha in Eriwan nahe des Einkaufszentrums Dalma Garden Mall und des Genozid-Denkmals (152.000 qm bebaute und Etagenflächen im traditionellen armenischen Baustil - Objekte für Handwerk und öffentliche Versorgung, Wohn-/Hotel-, Museumsbauten) etwa 100 bis 150 Projekt und Gründung eines zentralen Investitionsfonds in Vorbereitung, Regierung fördert Projekt, Kontakt: Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Investitionen, Fachbereich Gewinnung und Koordinierung von Investitionen (http://www.mineconomy.am, vlalayan@mineconomy.am)
Tourismuskomplex "Tor an der Seilbahn zum Tatev-Kloster" (Hotel, Besucherzentrum, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie), Alidzor (Region Sjunik); Ziel: jährlich bis zu 400.000 Besucher 95 Projekt in Vorbereitung Mögliches PPP-Projekt, Partner für die Projektvorbereitung: armenische Regierung und Fonds IDeA -Initiativen für die Entwicklung Armeniens (http://www.idea.am, http://www.rubenvardanyan.info), Suche nach Investoren läuft
Ski-/Wintersportzentrum (Seilbahn, Hotels/Restaurants, Freizeit-, Sport- und Vergnügungsobjekte), Wanadsor (Region Lori) 30 Projektstudie liegt vor Kontakt: Armenian Development Foundation (http://www.dfa.am), zurzeit Suche nach interessierten Investoren
Großes Erholungs- und Vergnügungszentrum mit zahlreichen Attraktionen (Großfahrgeschäften und Teufelsrad) und einem großen Park auf einem 27,6 ha großen Gelände nahe des Eriwaner Einkaufszentrums Dalma Garden Mall 22 Investitionsprogramm durch die Regierung bestätigt (Pachtvertrag über 99 Jahre), Realisierung binnen fünf Jahren Investor: OOO Park Group, Eriwan; Kontakt über die Eriwaner Stadtverwaltung (http://www.yerevan.am)
Erholungs- und Spa-Anlage (Forest Lake Resort) nahe der Gemeinde Koghb in der wald- und wasserreichen Region Tawusch (Bau eines Hotels mit 90 Betten, von zehn Ferienhäusern, Sport- und Freizeitobjekten, Projekte für die lokale Wasser- und Stromversorgung) 15 Projektstudie liegt vor Kontakt: Armenian Development Foundation (http://www.dfa.am), Suche nach Investoren läuft
Erholungs- und Vergnügungszentrum Artek (Hotel mit 70 Zimmern, fünf Ferienhäuser mit zehn Zimmern, Sportobjekte inklusive Scooter-Fahrbahn, Pool, Fitness und Pferdesport), Wanadsor (Region Lori) 8 bis 10 Projektstudie liegt vor Kontakt: Armenian Development Foundation (http://www.dfa.am), Suche nach Investoren läuft
Indoor-Sport- und Vergnügungszentrum (Roller-Skating, Bowling, Lasertag und andere Attraktionen), Wanadsor (Region Lori) 2,5 Projektstudie liegt vor Kontakt: Armenian Development Foundation (http://www.dfa.am), Suche nach Investoren läuft
Errichtung eines mittelalterlichen armenischen Dorfes nahe der Gemeinde Lusagyugh mit 20 Häusern und Betten für 80 Personen (Region Armawir) 1,5 Projektstudie liegt vor Kontakt: Armenian Development Foundation (http://www.dfa.am), Suche nach Investoren läuft
Errichtung eines Planetariums als Bildungs- und Freizeitzentrum in der Nähe der Sternwarte der Armenischen Akademie der Wissenschaften, Byurakan (Region Aragatzotn) 0,3 Projektstudie liegt vor Kontakt: Armenian Development Foundation (http://www.dfa.am), Suche nach Investoren läuft

Quellen: Armenian Development Foundation, Recherchen von Germany Trade & Invest, Pressemeldungen

Reisestrom nach Armenien wächst an

Nach Angaben der Grenzverwaltung besuchten Armenien im Jahr 2017 rund 1,5 Millionen ausländische Gäste. Davon reisten etwa 660.000 Personen zu touristischen Zwecken ins Land. Sowohl die Anzahl der Besucher als auch der Touristen legte im Vergleich zu 2016 um ein Fünftel zu. In den letzten fünf Jahren (2013 bis 2017) verbuchte die kleine Kaukasusrepublik einen Besucherzuwachs von im Schnitt jährlich 12,6 Prozent. Für das Jahr 2020 rechnet die Regierung mit mindestens 2,2 Millionen und für 2025 mit bis zu 2,7 Millionen Gästen. Nach Armenien kann man heute unkompliziert einreisen: Bürger aus mehr als 60 Ländern visafrei oder mit einem vereinfachten Visaverfahren.

Nach Angaben des staatlichen Tourismuskomitees kamen 2017 vor allem Bürger aus Russland, Georgien, dem Iran, den USA und der Ukraine nach Armenien. Deutliche Zuwächse gab es bei den Besuchern aus der VR China, aus Kasachstan und den VAE. 2017 gaben die ausländischen Gäste während ihres Aufenthaltes laut Tourismuskomitee im Schnitt 700 bis 800 US$ aus. Sie sorgten somit für Deviseneinahmen von etwa 1 Milliarde US$. Tourismusunternehmen, die Dienstleistungen für den Indoortourismus anbieten, sind bis 2020 von der Mehrwertsteuer befreit.

Kontaktanschrift

State Tourism Committee of the Ministry of Economic Development and Investments

(Staatliches Komitee für Tourismus des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Investitionen)

Ansprechpartnerin: Zarmine Zeytuntsyan, Leiterin des Komitees

Mher Mkrtchyan Str., 5th Building

0010 Yerevan, Armenia

T +374(0)11 597-157, -292

secretariat@mineconomy.am, zzeitountsian@mineconomy.am

http://www.mineconomy.am, http://www.armenia.travel.am

Mehr zum Land finden Sie unter http://www.gtai.de/Armenien

(U.S.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Armenien Investitionen (Inland), Investitionsklima, allgemein, Tourismus / Hotels / Gastgewerbe, allg., Tourismus, Hotels, Gastgewerbe

Kontakt

Katrin Kossorz

‎+49 228 24 993 268

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

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