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11.08.2017

Aussichten für Malaysias Möbelindustrie hellen sich auf

Exportzuwächse könnten Investitionen anregen / Maschinenimporte 2016 noch rückläufig / Von Rainer Jaensch

Kuala Lumpur (GTAI) - Seit Anfang 2017 ziehen die Deviseneinnahmen der malaysischen Möbelindustrie wieder stärker an. Da die Regierung zusätzlich mit einem Ausfuhrverbot für Gummiholz nachhilft, verbessern sich die Perspektiven der Holzverarbeitung. Dies könnte zu etwas stärkeren Investitionen in Maschinen und Anlagen führen, deren Einfuhr 2016 rückläufig war. Deutsche Maschinenbauer hatten die Flaute ebenfalls zu spüren bekommen und nur noch halb so viel liefern können wie im Vorjahr. (Internetadresse)

Nachdem die Devisenerlöse der malaysischen Möbelhersteller von 2012 bis 2016 um durchschnittlich 3,5% per annum gewachsen waren, stiegen sie im Jahr 2016 bereits um 4,1%. Für 2017 erwartet der Präsident des Malaysian Furniture Council (MFC) Chua Chun Chai ein Plus von 8%. Bereits in den ersten vier Monaten des Jahres legte die Möbelausfuhr um 6% zu. Zusätzlichen Auftrieb dürfte die Branche seit dem 2.7.17 erfahren. Seitdem gilt das von der Regierung verhängte Ausfuhrverbot für Gummiholz, einem wichtigen Rohstoff der heimischen Holzindustrie.

Im Jahr 2016 flossen immerhin 9,5 Mrd. malaysische Ringgit (RM; circa 2,1 Mrd. Euro; 1 Euro = 4,58 RM - Jahresdurchschnitt 2016) an Devisen in die Kassen der malaysischen Möbelhersteller, und 2017 dürften es über 10 Mrd. RM werden. Bis 2020 hat sich der Verband die Zielmarke von 16 Mrd. RM gesetzt. Die Regierung ist bescheidener und erwartet bis dahin 12 Mrd. RM. Mit Genugtuung konstatiert sie, dass Malaysia 2016 der achtgrößte Möbelexporteur der Welt war. Als vielversprechender Abnehmer gelten die USA, der größte Absatzmarkt der malaysischen Möbelindustrie. So hat sich der US-Anteil an Malaysias Möbelexport von Januar bis April 2017 von 32,4 auf 34,9% erhöht.

Neben der ausreichenden Versorgung mit dem Rohstoff Holz gehört auch die Verfügbarkeit von Arbeitskräften zu den Herausforderungen der Branche. Wenn es keine Arbeitskräfteknappheit gäbe, könnte der Möbelexport mit zweistelligen Raten wachsen, so Verbandspräsident Chua. Dürften die Unternehmen pro lokaler Arbeitskraft fünf Gastarbeiter beschäftigen, könnten sie stärker wachsen. Doch das Innenministerium möchte bei einem Verhältnis von 3:1 bleiben.

Automatisierung nimmt erst langsam zu

Schließlich drängt die Regierung nicht nur in der Möbel-, sondern auch in anderen Industrien die Firmen zu höherer Produktivität und Automatisierung. Damit will sie die Abhängigkeit von niedrig qualifizierten ausländischen Arbeitskräften reduzieren. In der Tat haben die malaysischen Möbelhersteller damit begonnen, ihre Investitionen in Technologie zu erhöhen. Aber der Trend zur Automatisierung ist laut Chua wegen der hohen Kosten noch ein langsamer.

Seit 2016 haben immerhin die MFC-Mitgliedsfirmen zugesagt, rund 5% ihres Gewinns einzusetzen, um ihre Produktion nach und nach zu automatisieren. Bestimmte Arbeitsschritte wie Schmirgeln und Lackieren müssen jedoch weiterhin von Hand erledigt werden. Hinzu kommt, dass das Gros der rund 400 Möbelhersteller im Land kleine und mittlere Firmen mit begrenzten Volumina sind. Die kleineren und weniger finanzstarken Hersteller kauften eher chinesische Maschinen, während sich größere Firmen auch deutsche Produktionsmittel leisteten, erklärte Verbandspräsident Chua im Gespräch mit Germany Trade & Invest.

Maschinenimport 2016 noch kräftig geschrumpft

Die Einfuhr von Holzbearbeitungsmaschinen ist 2016 gegenüber dem Vorjahr um 26,9% zurückgegangen. Vor allem der Import von Hobel-, Fräs- und Kehlmaschinen sowie Bohr- und Stemmmaschinen musste kräftig Späne lassen. Die Bezüge aus Deutschland sind 2016 gar um 56% geschrumpft. Eine relativ starke Position hat das "Made in Germany" bei Schleif- und Poliermaschinen.

Malaysias Import von Werkzeugmaschinen zum Bearbeiten von Holz, Kork und ähnlichen Stoffen (in Mio. US$)
HS Warenbezeichnung 2015 2016 davon 2016 aus Deutschland
846510 Maschinen, die verschiedene Bearbeitungen ohne Werkzeugwechsel durchführen 6,75 4,33 0,39
846591 Sägemaschinen 9,15 9,24 0,52
846592 Hobelmaschinen, Fräsmaschinen und Kehlmaschinen 18,51 8,96 0,33
846593 Schleifmaschinen und Poliermaschinen 8,92 7,67 2,08
846594 Biegemaschinen und Zusammenfügemaschinen 5,60 6,47 0,38
846595 Bohrmaschinen und Stemmmaschinen 24,16 4,27 0,01
846596 Spaltmaschinen, Hackmaschinen und Schälmaschinen 4,28 8,02 0,0
846599 Andere Werkzeugmaschinen zum Bearbeiten von Holz, Kork etc. 40,24 37,04 1,20
Insgesamt 117,61 86,0 4,91

Quelle: UN Comtrade

Während sich die Lieferungen aus Deutschland 2016 gegenüber 2015 von 11,2 Mio. auf 4,9 Mio. US$ mehr als halbierten, büßten die japanischen Exporteure mit einem Rückgang von 37 Mio. auf 12 Mio. $ noch stärker ein. Die VR China konnte sich hingegen mit einem geringen Rückgang von 28,2 Mio. auf 26,2 Mio. $ wesentlich besser behaupten und zum größten Lieferland avancieren. Gegen den Trend legten italienische Hersteller mit einem spürbaren Anstieg von 7,9 Mio. auf 11,4 Mio. $ zu.

Internetadresse

Malaysian Furniture Council

President: Mr. Chua Chun Chai

Internet: http://www.mfc.my

(R.J.)

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Malaysia können Sie unter http://www.gtai.de/malaysia abrufen. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in Asien-Pazifik.

Dieser Artikel ist relevant für:

Malaysia Möbel, -teile, (auch Metall / Kunststoff / Glas), Holzbearbeitungsmaschinen

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