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21.09.2017

Brasiliens Kosmetikmarkt weiterhin schwach

Verbraucher greifen zu günstigeren Produkten / Von Edwin Schuh (August 2017)

São Paulo (GTAI) - Die brasilianische Körperpflegemittel- und Kosmetikindustrie leidet unter sinkenden Einkommen, der Abwertung des Real, der Importprodukte verteuert, sowie Steuererhöhungen auf Kosmetika in 22 Bundesstaaten. Kunden greifen verstärkt zu günstigeren Produkten. Im Kosmetiksektor verstärkt Natura durch die Übernahme von The Body Shop seine internationale Präsenz. (Kontaktadressen)

Laut dem Verband der Körperpflege- und Kosmetikindustrie Abihpec sank der Umsatz des Sektors 2016 um 6,3 Prozent auf 45 Milliarden brasilianische Real (R$; rund 14 MilliardenUS$; 1 US$ = etwa 3,15 R$) und damit weniger stark als noch im Vorjahr (-9,3 Prozent). Das Volumen der Verkäufe sank um 4 Prozent auf 2,2 Millionen Tonnen. Gründe für den Rückgang waren sinkende Einkommen, die Abwertung des Real, welche importierte Produkte teurer werden ließ sowie eine Erhöhung der Umsatzsteuer ICMS auf Kosmetikartikel in 22 Bundesstaaten. Besonders schlecht entwickelten sich Rasierprodukte, Mundhygieneprodukte und Schönheitsartikel, während die Verkäufe von Mückensprays dank Zika-Virus um 8,4 Prozent zunahmen.

Der Export von Hygiene- und Kosmetikprodukten ging 2016 um 13,7 Prozent zurück und lag bei 618 Millionen US$. Der Import sank wegen des schwachen Real mit 27,3 Prozent noch stärker und fiel auf 666 Millionen US$. Argentinien ist gleichzeitig wichtigster Absatzmarkt und Lieferant. Im internationalen Ranking der bedeutendsten Kosmetikmärkte lag Brasilien erneut auf dem vierten Platz hinter den USA, der VR China und Japan mit einem Anteil am weltweiten Umsatz von 6,6 Prozent. Bei Enthaarungscremes, Deos, Parfums, Sonnenschutzmitteln und Produkten für Männer liegt Brasilien sogar weltweit auf Platz zwei.

Natura übernimmt The Body Shop

Natura erwarb Mitte 2017 für 1 Milliarde Euro die britische Kette The Body Shop. Damit will Natura seine internationale Expansion vorantreiben, vor allem in Europa und der VR China. Im Heimatmarkt Brasilien verlor Natura 2016 Marktanteile, da die Kunden verstärkt zu günstigen Produkten griffen. Marktführer war weiterhin Unilever mit einem stabilen Anteil von 12,6 Prozent, gefolgt von Natura (10,8 Prozent) und Boticário (10,5 Prozent). Die französische Coty, welche das Schönheitsgeschäft von Procter & Gamble übernahm, holte am stärksten auf (4,3 Prozent).

An neuen Investitionsprojekten steht die Erweiterung einer Fabrik für Hautpflegeprodukte von Beiersdorf in Itatiba (São Paulo) für 300 Millionen R$ an. Nestlé-Tochter Galderma investiert 200 Millionen R$ in eine Fabrik für Hautkosmetika in Hortolândia (São Paulo). Die Inbetriebnahme ist für 2018 vorgesehen. Die französische L'Occitane kündigte den Bau ihrer ersten Fabrik in Brasilien an. Sie wird in Itupeva (São Paulo) liegen, eine Fläche von 23.000 qm haben und soll 2019 ihren Betrieb aufnehmen, eine Investitionssumme wurde nicht bekannt gegeben. Carta Fabril will bis 2019 rund 500 Millionen R$ für die Errichtung eines neuen Industriegebietes in Piraí (Rio de Janeiro) ausgeben. Der Hersteller Mili vergrößert bis 2018 für 170 Millionen R$ seinen Industriepark in Três Barras (Santa Catarina).

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Associação Brasileira de Redes de Farmácias e Drogarias http://www.abrafarma.com.br Apotheken- und Drogerieverband
Associação Brasileira da Indústria de Higiene Pessoal, Perfumaria e Cosméticos http://www.abihpec.org.br Verband für Kosmetika, Körperpflege- und Hygieneprodukte

Dieser Artikel ist relevant für:

Brasilien Körperpflegemittel und Kosmetika

Jenny Eberhardt Jenny Eberhardt | © GTAI

Kontakt

Jenny Eberhardt

‎+49 (0)228 24 993-248

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

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