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25.08.2014

Chiles Regierung investiert 4 Mrd. US$ in die Gesundheitsbranche

Staatliche Ausgaben erreichen Rekordhöhe / Medizintechnik kommt aus dem Ausland / Von Anne Litzbarski

Santiago de Chile (gtai) - Der öffentliche Sektor in Chile setzt starke Impulse in der Gesundheitsversorgung. Die größten Summen fließen in den Bau von neuen Krankenhäusern und in die Modernisierung von bestehenden. Gute Absatzchancen haben Anbieter von Medizintechnik. Da Chile in diesen Bereichen kaum über eine nationale Industrie verfügt, sind ausländische Lieferanten essentiell. Einige chilenische Privatkliniken haben sich als Ziel des Gesundheitstourismus in Lateinamerika etabliert. (Kontaktanschriften)

Die öffentlichen Investitionen, die Chiles Präsidentin Michelle Bachelet im Sommer 2014 angekündigt hat, sind die größten in der Geschichte des Landes. Während die Ausgaben der Vorgängerregierung während der letzten vier Jahren bei insgesamt 2 Mrd. US$ lagen, plant Bachelet für die gleiche Zeitspanne 4 Mrd. US$ ein. Am Ende ihrer Regierungszeit 2018 soll der Bau von 20 neuen Krankenhäusern abgeschlossen sein, 20 weitere sollen sich im Bau befinden und weitere 20 in den Phasen des Ausschreibungsverfahrens und der technischen Studien stecken.

Für die Erst- und Notfallversorgung sollen 132 neue Einrichtungen entstehen, zudem weitere 200 Gesundheitszentren für Familien und Gemeinden. Der Regierungsplan umfasst mehr als 2,5 Mio. Quadratmeter Klinikbau. Zusätzlich zu 3.000 neuen Betten werden knapp 8.000, die in schlechtem Zustand sind, modernisiert. Einzelne Häuser bekommen hohe Beträge für Geräte, so zum Beispiel die Clínica Las Condes 180 Mio. US$ für Infrastruktur und Ausrüstung und die Clínica Bicentenario 1,2 Mio. US$ für Geräte.

Die Anzahl der Krankenwagen soll sich bis zum Ende der Regierungszeit verdoppelt haben. Im Jahr 2015 werden den Planungen zufolge 262 gekauft und ausgestattet, 2016 sogar 865 und für 2017 ist die Anschaffung von 605 Einheiten vorgesehen.

Heimische Produktion ist begrenzt

Diese Zahlen sind für Firmen, die nach Chile exportieren möchten, besonders interessant, weil der Staat der größte Abnehmer von Medizintechnik ist. Da Chile kaum über eine nationale Industrie verfügt, fragen auch Ärzte und private Krankenhäuser in bedeutendem Umfang Medizintechnik internationaler Hersteller nach.

Das chilenische Gesundheitswesen ist im regionalen Vergleich gut aufgestellt. Einige Privatkliniken haben sich als Anlaufstelle für den Gesundheitstourismus in Lateinamerika etabliert. Die Grundversorgung erreicht jedoch nur 77% der Chilenen. Das Land weist zudem eine der größten Einkommensunterschiede weltweit auf, weshalb nur die Ober- und obere Mittelschicht von Standards auf europäischem Niveau profitiert. Staatliche Subventionen sollen diese Situation ändern, besonders im Hinblick auf die technische Instandsetzung der Krankenhäuser und die medizinische Ausrüstung.

Gute Absatzchancen für Anbieter von Medizintechnik

Die chilenischen Produzenten von medizinischer Ausstattung und Anlagen sind - wie auch in Deutschland - zum großen Teil kleine und mittelständische Unternehmen. Die meisten produzieren und exportieren technologisch hochwertige und nach ISO-Qualitätskriterien zertifizierte Waren zur Verwendung in Kliniken.

Chile stellt jedoch nur einen geringen Anteil der medizinischen Geräte selbst her und hat Nachholbedarf, so dass der Markt weitgehend durch Einfuhren gedeckt wird. Das Marktvolumen von Medizintechnik ist seit 2002 ausgehend von einer geringen Ausgangsbasis ständig gewachsen und lag 2013 bei rund 740 Mio. US$. Der Importanteil ist hoch: In den zwölf Monaten bis Oktober 2013 haben sich die Gesamteinfuhren an Medizintechnik um 7,0% gegenüber der Vorjahresperiode auf 652 Mio. US$ erhöht. Die Importe stammen größtenteils aus den USA und der EU, wobei Deutschland einer der wichtigsten Zulieferer für den chilenischen Markt ist.

Alan Mrugalski, Leiter der Investitionsabteilung im Gesundheitsministerium, sagte bei einem Treffen mit deutschen Firmen und Institutionen im August 2014 in Santiago de Chile, dass etwa 20 bis 25% des jährlichen Gesundheitsbudgets von insgesamt knapp 10 Mrd. US$ im Jahr 2014 für medizinische Ausrüstung vorgesehen seien. Mehr als 850 Behörden, darunter auch die Regionalregierungen, wickeln alle Einkäufe über das Portal "ChileCompra" ab, auf dem sich Firmen registrieren können. Das elektronische Verfahren ist laut Regierung so transparent, dass ausländische Anbieter die gleichen Bedingungen vorfinden wie chilenische.

Die deutsch-chilenische Handelskammer hat die Plattform "Pool empresas Health made in Germany" gegründet, um die Marke "Made in Germany" weiter zu etablieren Weitere Ziele sind die Stärkung der Position Deutschlands als weltweit führender Anbieter von Technologie, Ausrüstung und Dienstleistungen, die Unterstützung der Mitglieder beim Ausschreibungsverfahren sowie Marketingmaßnahmen.

In Chiles Hauptstadt Santiago hat das Fraunhofer-Institut die erste Außenstelle in Lateinamerika aufgebaut. Die Präsenz soll den Transfer von Wissen und Technologie fördern und als Brücke zwischen Wissenschaft und Unternehmen beider Länder dienen. Die Aufgabe des "Fraunhofer Chile Research" liegt darin, die chilenisch-deutsche Kooperation und den Technologietransfer in den angewandten Wissenschaften in Lateinamerika weiterzuentwickeln. Weitere Bereiche neben der Medizintechnik sind Solarenergie, Biotechnologie sowie Smart Cities.

Kontaktanschriften:

Firmenpool "Pool empresas Health made in Germany"

Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer

Ansprechpartnerin: Jenny Katharina Büssgen, Project Manager Health & High TechAv. El Bosque Norte 0440 of. 601, Casilla 19, Correo 35

Las Condes, Santiago de Chile

Tel.: 0056 (2) - 2203 53 20, Durchwahl 46, Fax: - 25

E-Mail: HYPERLINK "mailto:jbuessgen@camchal.cl" jbuessgen@camchal.cl, Internet: HYPERLINK "http://chile.ahk.de" http://chile.ahk.de

Fraunhofer Chile Research

Ansprechpartner: Dr. Wolfgang Schuch, Geschäftsführer

Avenida M. Sánchez Fontecilla 310, Piso 14

Las Condes, 7550296 Santiago de Chile

Tel.: 0056 (2) - 378 1652

E-Mail: wolfgang.schuch@fraunhofer.cl, Internet: HYPERLINK "http://www.fraunhofer.cl" http://www.fraunhofer.cl

ChileCompra, Zentrale Plattform für Beschaffungen des öffentlichen Sektors

Ministerio de Hacienda, Wirtschaftsministerium

Monjitas 392, piso 8

Santiago de Chile

Tel.: 0056 (2) - 600 7000 600 oder - 2 290 44 00, Fax: - 44 58

Internet: HYPERLINK "http://www.chilecompra.cl" http://www.chilecompra.cl

Ministerio de Salud, Gesundheitsministerium

Ansprechpartner: Alan Mrugalski, Leiter der Investitionsabteilung

Carolina Navarrete, Expertin für medizinische Ausstattung und Material

Mac Iver 541

Santiago de Chile

Tel.: 0056 (2) - 2 5740 100

Internet: http://www.web.minsal.cl

(A.LI.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Chile Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein

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