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02.08.2017

Energiemärkte in Subsahara-Afrika

Inhalt

Unterschiedliche Wege beim Ausbau der Versorgung (Juli 2017)

Bonn (GTAI) - Eines haben alle afrikanischen Länder südlich der Sahara gemeinsam: Der Energiehunger ist enorm und wächst weiter. Wie der dringend notwendige Ausbau der Energieversorgung erfolgt, ist jedoch höchst unterschiedlich und hängt von den geographischen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern ab. Konventionelle Energieträger spielen nach wie vor eine entscheidende Rolle, vielfach gewinnen aber auch erneuerbare Energien an Relevanz.

Äthiopien: Angestrebter Aufstieg zu Afrikas größtem Stromexporteur

Die äthiopische Energiewirtschaft ist eines der großen ökonomischen Standbeine des Landes. Mit immer neuen Mega-Kraftwerken möchte das Land zum führenden Stromexporteur Afrikas aufsteigen. Der bisherige Energieträger der Wahl ist Wasser. Aber auch bei Geothermie und Windkraft werden große Potenziale gesehen und erste Schritte unternommen. Während die ersten Großkraftwerke schrittweise ans Netz gehen beziehungsweise kurz davorstehen, wird an den notwendigen Überlandleitungen mit Hochdruck gearbeitet. Relativ still ist es derweil in Bezug auf Abnahmeverträge mit ausländischen Stromkunden - vom kleinen Dschibuti einmal abgesehen. Vor allem Kenia könnte von billigem äthiopischem Strom profitieren, würde damit aber eigene Defizite eingestehen und scheint sich deshalb noch zu zieren.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/aethiopien

Cote D'Ivoire: Zügiger Ausbau der Infrastruktur

Côte d'Ivoire treibt den Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten und -netze auch in den kommenden Jahren weiter voran. Die Kapazität soll von derzeit etwa 2.000 auf 4.000 MW im Jahr 2020 erhöht werden. Chancen für Zulieferer und Dienstleister bestehen in großer Zahl. Derzeit im Bau befinden sich das Wasserkraftwerk Soubré (Sinohydro) und das private Gaskraftwerk in Songon von Starenergie2073. Außerdem wird das privat betriebene Gaskraftwerk der Compagnie ivoirienne de production d'électricité (Ciprel) ausgebaut auf eine Kapazität von 556 MW. Vor allem mit Gebermitteln werden die Übertragungs- und Verteilungsnetze des Landes erweitert. So sollen unter anderem im Rahmen des West African Power Pools Leitungen nach Liberia, Guinea und Mali verlegt werden.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/cote-d-ivoire

Dschibuti: Ambitionierte Ziele bei erneuerbaren Energien

Dschibuti möchte den Anteil erneuerbarer Energien am nationalen Energiemix nachhaltig erhöhen und bis 2020 auf 100% steigern. Hintergrund ist eine noch hohe Abhängigkeit von Dieselgeneratoren und mit die höchsten Energiepreise in Afrika. Aktueller Schwerpunkt der Anstrengungen ist die Geothermie, der großes Potenzial nachgesagt wird. Daneben gibt es noch ambitionierte Solarenergieprojekte. Anbieten würde sich derweil ein verstärkter Stromimport aus Äthiopien, das demnächst eine hohe Überproduktion aus Wasserkraft haben wird. Deutschland ist bislang nicht nennenswert im Geschäft und lieferte 2016 für 347.000 Euro Geräte zur Stromerzeugung und -verteilung (EGW861) nach Dschibuti.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/dschibuti

Gabun: Telemenia führt geplante Kraftwerksprojekte nicht durch

Liefer- und Beratungschancen dürfte das geplante Wasserkraftwerk Kinguélé Aval mit sich bringen. Übereinkunft über den Bau des 60-MW-Wasserkraftwerks erzielten Anfang 2016 der Fonds Gabonais d'Investissements Stratégiques (FGIS) sowie der französische Investmentfonds Méridiam und der nationale Stromversorger Société d'Energie et d'Eau du Gabon (SEEG). Gemanagt wird SEEG von der französischen Veolia, wobei der Vertrag 2017 ausläuft. Noch ist offen, ob er verlängert wird. Die Baukosten für das Kraftwerk werden mit etwa 152 Mio. Euro beziffert. Fertigstellung soll 2020 sein. Hingegen wird die israelische Telemenia ihre beiden geplanten Gaskraftwerke in Port Gentil und Libreville wegen Kapitalmangels nicht bauen. Das Unternehmen betreibt seit 2013 ein Gaskraftwerk in Libreville.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/gabun

Ghana: Neue Regierung bestätigt diverse Stromabnahmeverträge

Ghana wird in den kommenden Jahren seine Stromerzeugungskapazitäten weiter ausbauen; vermutlich von derzeit 3.600 auf 4.800 MW im Jahr 2020. Der Liefer- und Beratungsbedarf im Energiesektor dürfte daher vorerst hoch bleiben. Die größeren Projekte sind allesamt private Investitionen in Wärmekraftwerke (Cenpower - 360 MW, Aksa - 370 MW, Bridge Power - 400 MW). Da die ghanaische Regierung aufgrund ihres hohen Verschuldungsgrades keine Staatsgarantien mehr vergeben kann, erschweren sich jedoch die Investitionen, weil der staatliche Stromversorger Electricity Corporation of Ghana (ECG) als nicht hinreichend liquide gilt. Solarenergie verfügt über großes Potenzial vor allem bei kleineren Anlagen mit Net-Metering. Allerdings bedarf es hierfür noch verbesserter Rahmenbedingungen.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/ghana

Guinea: Chinesen bauen ein weiteres Wasserkraftwerk

Nachdem der chinesische Staat bereits das 2015 eingeweihte Kaléta-Wasserkraftwerk finanziert und errichtet hat, befindet sich nun eine weitere Anlage im Bau. Das Souapiti-Wasserkraftwerk soll eine Kapazität von 500 MW erhalten. Auch hier übernehmen die Chinesen die Finanzierung von etwa 1,5 Mrd. US$. Gebaut wird durch die China International Water and Electric Corporation (CWE). Einen von der Weltbank finanzierten Vertrag erhielt 2015 das französische Konsortium Seureca Veolia für das Management des ineffizienten nationalen Stromversorgers Électricité de Guinée (EDG). Im Rahmen des West African Power Pools (WAPP) soll das Land an die Strommärkte in Guinea-Bissau und Côte d'Ivoire angebunden werden. Guinea hätte aufgrund seiner Kapazitäten das Potenzial, Strom zu exportieren.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/guinea

Kamerun: Weitere Wasserkraftwerke geplant

In den Ausbau der Energieproduktion ist Bewegung gekommen und weitere Projekte sind geplant. Liefer- und Beratungschancen für deutsche Unternehmen sind in den nächsten Jahren gegeben, auch wenn mehrere Vorhaben von der chinesischen Regierung finanziert werden sollen. Nachdem die Finanzierung zu stehen scheint, soll 2017 mit dem Bau des Nachtigal-Staudamms (420 MW) begonnen werden. Mit dem dort erzeugten Strom soll unter anderem die Hauptstadt Jaunde versorgt werden. Nachdem die chinesische Sinohydro beim Bau des Memv'ele-Wasserkraftwerks kurz vor dem Abschluss steht, will China auch das Projekt "Song-Dong-Wasserkraftwerk" stemmen. Mit dem Kpep-Wasserkraftwerk ist ein weiteres Vorhaben im Gespräch. Joule Africa unterzeichnete Anfang 2017 eine entsprechende Absichtserklärung.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/kamerun

Kapverden: Strompreis soll gesenkt werden

Die Stromerzeugungskapazitäten auf den meisten der neun bewohnten Inseln des Inselstaats sind nach diversen Investitionen derzeit gut ausgebaut, sodass weitere Kraftwerke vorerst nicht gebaut werden müssen. Chancen für deutsche Unternehmen bestehen jedoch bei Beratung und auch bei Zulieferung von Technologie bei netzungebundenen Solaranlagen. Insbesondere die großen Hotels auf den Inseln Sal und Boavista sowie die Nahrungsmittelverarbeiter auf den Inseln Santiago und Sao Vicente haben Interesse an einer Eigenversorgung mit Strom. Zudem soll der Stromversorger Electra in die Bereiche Stromproduktion und -verteilung aufgeteilt werden. Die AHK Portugal veranstaltet einmal jährlich Reisen mit einer Geschäftsdelegation zum Thema erneuerbare Energien auf die Kapverden.

Kenia: Visionen für Kohle und Kernkraft

Kenia verfolgt seit Jahren höchst ambitionierte Stromerzeugungsziele. Vieles ist jedoch reines Wunschdenken. Stromabschaltungen und hohe Erzeugungspreise behindern weiterhin die Wirtschaft. Eine umweltpolitische Überzeugung ist nicht zu erkennen: So propagiert Kenia sowohl Wind- und Geothermie-Kraftwerke, will langfristig aber auf Kohle- und Kernkraftwerke setzen, obwohl es für solche Großbetriebe kaum eine Nachfrage geben wird. Sinnvoller wäre ein umfassender Stromimport aus Äthiopien, wenn dessen neue Wasserkraftwerke ans Netz gehen. Für deutsche Firmen sind grundsätzlich private und durch Geber finanzierte Projekte interessant. Deutschland lieferte 2016 für 24 Mio. Euro elektrotechnische Erzeugnisse (WA 85) nach Kenia (gegenüber 2015: -23%).

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/kenia

DR Kongo: Diverse Investitionen laufen

Das mit Abstand größte Energieprojekt, der geplante Bau von Inga III für etwa 8,4 Mrd. US$), verzögert sich weiter. Frühestens Ende 2018 könnte nach Einschätzung von Experten mit dem Bau begonnen werden. Geber und Bergbaugesellschaften hingegen investieren in kleinere Kraftwerke, um zumindest ansatzweise die Stromnachfrage bedienen zu können. Trotz des großen Potenzials an Wasserkraft halten Experten einen Energie-Mix für die sinnvollste Lösung in der DR Kongo. Der Bau von Wasserkraftwerken dauert vergleichsweise lange und ist teuer. Der Strom wird im Land jedoch jetzt schon dringend benötigt. Gas und Kohle bieten sich daher als zusätzliche Energieträger an. Auch für erneuerbare Energien neben Wasserkraft gibt es Chancen.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/kongo-demokratische-republik

Malawi: Hohe Unterversorgung

Malawi hat eine installierte Stromerzeugungskapazität von 352 MW, die zu 99% durch Wasserkraftwerke am Shire-Fluss bereitgestellt wird (sofern es zuvor ausreichend geregnet hat). Die Nachfrage erreicht dagegen 450 MW und soll bis 2020 auf 1.000 MW steigen. Verschiedene neue Kraftwerke sind geplant. Es ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass diese schnell gebaut werden und ans Netz gehen können. Independent Power Producer (IPP) sind eingeladen, sich am malawischen Stromsektor zu beteiligen. An den entsprechenden Rahmenbedingungen wird allerdings noch gearbeitet.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/malawi

Mauretanien: Erneuerbare Energien werden wichtiger

Im Jahr 2015 stellten 72 MW von 434 MW der Stromkapazitäten erneuerbare Energien. Zukünftig soll vor allem die kaum an ein elektrisches Netz angeschlossene Bevölkerung auf dem Land von Fotovoltaikanlagen profitieren. Die Umsetzungschancen stehen gut. Gefragt sind Solar- und Windanlagen (bis zu 2,5 MW) einschließlich Fotovoltaik (FV)-Diesel-Hybridanlagen. Für die Hauptstadt Nouakchott ist eine FV-Anlage von 50 MW im Bau. Die mauretanische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, 50% der Haushalte bis 2020 mit Strom zu versorgen; 2030 sollen es dann 100% sein. Die Anschlussrate auf dem Land lag 2014 bei gerade mal 4%. Bis 2025 benötigt Mauretanien, je nach Nachfrage des Minensektors, 840 MW bis 1.400 MW zusätzlicher Stromkapazitäten, so die Bedarfsrechnung der mauretanischen Regierung.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/mauretanien

Mauritius: Dieselkraftwerke bleiben das Rückgrat der Versorgung

Mauritius möchte bis 2025 rund 35% seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken - Ende 2015 waren es 23%. Aktuell größtes Energieprojekt ist ein 67-MW-Kraftwerk auf der Basis von Schweröl, das eine alte Dieselanlage ersetzen soll. Auftragnehmer ist die dänische Burmeister & Wain Scandinavian Contractor (BWSC), die in den letzten 20 Jahren bereits neun Kraftwerke auf der Insel gebaut hat. Mauritius prüft ansonsten den Bau von Offshore-Windkraftanlagen sowie von Wellenkraftwerken; solche Pläne sind aber erst in einem sehr frühen Stadium. Mauritius verfügt bereits über kleinere Erzeugungseinheiten auf der Basis von Bagasse (und alternativ Kohle), Wasser, Wind, Deponiegas, Photovoltaik und Energieholz.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/mauritius

Mosambik: Zunehmender Strombedarf erfordert Investitionen

In den letzten fünf Jahren stieg der Strombedarf um durchschnittlich 12% pro Jahr und erreichte 2016 in der Spitzenlast 850 MW (ohne Mozal-Aluminiumschmelze). Um die größer werdende Nachfrage zu decken, müssen jedes Jahr rund 100 MW zusätzlich ans Netz gebracht werden. In der Tete-Provinz befindet sich eine Reihe von Kohlekraftwerken in der Planung. Am weitesten fortgeschritten ist das Vorhaben von Ncondezi Energy, das in der 1. Phase 300 MW produzieren soll. Vale plant mit ACWA Power ebenfalls eine 300 MW-Anlage und auch die indische Jindal beschäftigt sich mit Kraftwerksplänen. Der südafrikanische Chemiekonzern Sasol bereitet den Bau eines 400 MW-Gaskraftwerks in Temane vor. Nach Beginn der Offshore-Gasförderung im Rovuma-Becken bieten sich Potenziale für weitere Gaskraftwerke entlang der Küste. Das Unternehmen GL Africa Energy (UK) bekam bereits den Zuschlag für eine 250 MW-Anlage in Nacala.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/mosambik

Namibia: Ausbau der erneuerbaren Energien

Namibias Spitzenlastbedarf liegt derzeit bei rund 650 MW und soll bis 2022 auf 755 MW steigen. Der Importbedarf beträgt rund 60%. Für den Ausbau der Erzeugungskapazitäten sollen vermehrt erneuerbare Energiequellen genutzt werden. In einem Interim-REFIT-Program wurden Zuschläge für 70 MW an 14 Einzelprojekte vergeben, die bis Ende 2017 realisiert werden. Weitere Vergaben sollen sich nach der neuen Renewable Energy Policy richten, wobei ein Potenzial von bis zu 1 GW besteht. Die kommunalen Netzbetreiber realisieren ebenfalls verstärkt Projekte. Auch Net-Metering-Tarife wurden Mitte 2017 eingeführt. Der staatliche Versorger NamPower bereitet eine Ausschreibung für eine 150 MW-Solarthermieanlage vor. Auch ein 20 MW-Biomassekraftwerk soll 2020 ans Netz gebracht werden.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/namibia

Nigeria: Azura-Edo-IPP befindet sich im Bau

Das herausragende Energieprojekt in Nigeria wird zurzeit unter signifikanter Beteiligung deutscher Unternehmen realisiert: Das 450 MW-Gaskraftwerk Azura-Edo-IPP. Im Jahr 2018 soll das von Julius Berger Nigeria gebaute Kraftwerk ans Netz gehen. Siemens liefert die Turbinen und sorgt zudem für die Instandhaltung. Azura-Edo zeigt, wo unter anderem die Beteiligungschancen für deutsche Unternehmen im Energiesektor liegen: Bau, Zulieferung von Technologie, Instandhaltung und Beratung. Interessant sein könnten auch der Betrieb und die Finanzierung. Nigerias Stromsektor befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Nur etwa 4.000 MW bringen die zumeist maroden Kraftwerke an Kapazität. Benötigen würde Nigeria etwa das Zehnfache. Für den Ausbau von Überlandleitungen stellt die Weltbank etwa 800 Mio. $ zur Verfügung.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/nigeria

Ruanda: Ambitioniertes Ausbauprogramm

Die ruandische Energiewirtschaft ist der potenziell noch vielversprechendste Abnehmer deutscher Waren. Der Nachholbedarf ist substantiell. Mehrere Kraftwerksprojekte sind geplant, auch wenn es nicht so schnell gehen dürfte wie beabsichtigt. Darüber hinaus ist Ruanda auch an kleinen Lösungen wie Mini-Grids, solargetriebenen Wasserpumpen und Eigenverbrauchsanlagen interessiert. Hauptsache, es gibt Strom, und Hauptsache, er ist billig. Deutschland lieferte 2016 für 8,8 Mio. Euro elektrotechnische Erzeugnisse (WA 85) nach Ruanda (gegenüber 2015: +124%).

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/ruanda

Sambia: Diversifizierung des Energiemixes angestrebt

Sambias Spitzenlastkapazität soll bis 2020 von derzeit etwa 1.950 auf 3.000 MW steigen. Zurzeit werden mehr als 90% durch Wasserkraft generiert, weshalb verstärkt auch auf andere Erzeugungsquellen gesetzt werden soll. Im Rahmen des Scaling Solar-Projekts sollen mit Photovoltaik (PV)-Anlagen Kapazitäten von insgesamt 600 MW geschaffen werden. Die sambische Regierung plant Vorschriften, wonach neue Shoppingmalls und Wohnkomplexe verbindlich PV-Anlagen installieren müssen. Die KfW Entwicklungsbank will mit dem Programm GET FiT Zambia in den nächsten fünf bis sieben Jahren den Aufbau von 200 MW aus regenerativen Quellen fördern. Zunächst soll es eine Ausschreibung für 50 MW aus Solar-PV geben. Danach sollen Anlagen für Kleinwasserkraft, Biomasse oder Windkraft folgen.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/sambia

Senegal: Wärmekraft dominiert den Markt

Von Seiten der Regierung, Geberorganisationen und privaten Akteuren fließt jede Menge Kapital in den Stromsektor. Lieferchancen bestehen in den kommenden Jahren reichlich. Erst kürzlich begann die private Contour Global mit der Stromproduktion im neuen Schwerölkraftwerk Cap des Biches mit 53 MW. Unter anderem mit Mitteln der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) werden im Rahmen des West African Power Pool Überlandleitungen zwischen Guinea, Guinea-Bissau, Gambia und Senegal gebaut. Eine weitere Leitung ist nach Mauretanien geplant, von wo Strom aus Erdgas kommen könnte. Das Land will künftig 20% durch erneuerbare Energien, vor allem in Form von Solarstrom produzieren. Ein 15-MW-Solarpark in Ourossogui ist im Gespräch. MAN Turbo ist angesichts der zahlreichen Lieferchancen bei Wärmekraftwerken mit einem Büro in Dakar präsent.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/senegal

Südafrika: Zukunft des geplanten Nuklearprogramms unsicher

Südafrikas langfristige Energieplanung ist derzeit mit Unsicherheiten behaftet. Insbesondere die engen Regierungskreise um Präsident Jacob Zuma zeigen sich entschlossen, ein Nuklearprogramm von zunächst 9,6 GW umzusetzen. Anfang 2017 erklärte eine gerichtliche Entscheidung die bisherigen Planungen jedoch für rechtswidrig, der Prozess ist damit auf null zurückgesetzt. Kritiker hatten bereits zuvor gefordert, statt auf Kernkraftwerke mehr auf erneuerbare Energien und Gas zu setzen. Nach den bestehenden Plänen sollen bis 2020 noch 5 GW an erneuerbaren Energien und 3,7 GW an Gaskraft ausgeschrieben werden. Entwürfe für den Zeitraum 2020 bis 2050 schlagen weitere 18 GW Solar-PV, 37 GW Wind- und 35 GW Gaskraft vor. Sollte das Nuklearprogramm endgültig scheitern, könnten sich diese Zuteilungen noch erhöhen.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/suedafrika

Tschad: Kleinere Solarkraftwerke haben Potenzial

Im Energiebereich dürfte es in Tschad in den kommenden Jahren zu mehreren Projekten kommen. Deutlich verbessert werden soll die Stromversorgung durch ein von der EU und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) finanziertes Übertragungskabel nach Kamerun. Auch bei netzungebundener Solarkraft hätte Tschad großes Potenzial, aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung. Mit dem Djermaya-Solar-IPP mit 30 MW ist ein Projekt im Gespräch, welches ins Netz einspeisen soll. Problem ist jedoch die Stromabnahmegarantie. Der staatliche Stromversorger Société Nationale d'Electricité (SNE) bezieht den gesamten Strom aus Diesel- oder Gaskraftwerken. Das Netz ist in Tschad nur sehr schwach ausgebaut und beschränkt sich weitgehend auf die Hauptstadt N'Djamena.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/tschad

Uganda: Vervierfachung der Stromerzeugung geplant

Uganda will seine Stromerzeugungskapazitäten bis 2020 auf 2.500 MW vervierfachen und die ländliche Elektrifizierung bis 2023 auf 23% verdreifachen. Dabei setzt die Regierung auf große kapitalintensive Vorhaben und vernachlässigt kleinere Off-Grid-Lösungen. Die beiden größten im Bau befindlichen Vorhaben, die Wasserkraftwerke Isimba und Karuma, kommen derweil nicht aus den negativen Schlagzeilen. Die Rede ist von schlechter Bauleistung, steigenden Kosten und Verzögerungen. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, wer all den immer teurer werdenden Strom einmal abnehmen soll. Nachbarländer wie Kenia setzen auf eigene Kapazitäten, und Äthiopien drängt als Billiganbieter auf den Strommarkt. Deutschland lieferte 2016 für 9,5 Mio. Euro elektrotechnische Erzeugnisse (WA 85) nach Uganda (gegenüber 2015: +29%).

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/uganda

Zentralafrikanische Republik: Ausbau von Boali läuft

Eine Reihe von geberfinanzierten Maßnahmen wird im Stromsektor durchgeführt. Liefer- und Beratungschancen für ausländische Unternehmen bestehen in den kommenden Jahren. Das den Großraum Bangui versorgende und einzige Wasserkraftwerk in Boali wird modernisiert und erweitert. Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) und die Weltbank finanzieren die Instandsetzung von Boali I und II; Boali III ist die Erweiterung und wird von der chinesischen Regierung finanziert und durchgeführt. Zudem stellt die AfDB Mittel für den Bau neuer Hochspannungsleitungen zur Verfügung. Der nationale Stromversorger Energie centrafricaine (Enerca) versorgt ausschließlich Bangui mit einem Netz und selbst nur unzureichend. 2015 lag der Bedarf bei etwa 160 MW, bis 2020 soll er bei 300 MW liegen.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/zentralafrikanische-republik

Die Informationen sind Auszüge aus der Publikationsreihe "Produktmärkte". Weitere Berichte zu wichtigen Abnehmerbranchen in mehr als 70 Ländern stehen unter http://www.gtai.de/produktmaerkte kostenlos zur Verfügung.

Dieser Artikel ist relevant für:

Äthiopien, Côte d'Ivoire, Dschibuti, Gabun, Ghana, Guinea, Kamerun, Capo Verde, Kenia, Kongo, Malawi, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Namibia, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Südafrika, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik, Afrika Strom-, Energieerzeugung, allgemein, Stromübertragung und -verteilung, alternative Energien

Peter Schmitz Peter Schmitz | © GTAI

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