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23.02.2018

Fünf neue Krankenhäuser für Bogotá

Größte Investition der vergangenen Jahre in Kolumbiens Gesundheitssektor / Von Edwin Schuh

Bogotá (GTAI) - In Kolumbiens Hauptstadt Bogotá soll im August 2018 der Bau neuer Krankenhäuser ausgeschrieben werden. Sie sollen als Public-private-Partnerships (PPP) mit Investitionen von rund 530 Millionen US-Dollar entstehen. Selten wurde eine so hohe Summe in Kolumbiens Gesundheitssektor in die Hand genommen. Zuständig ist die Regierung der Stadt Bogotá unter Führung des aktuellen Bürgermeisters Enrique Peñalosa.

Die Aufträge für Bogotás fünf neue Krankenhäuser Usme, Bosa, Santa Clara, Instituto Materno Infantil und Simón Bolívar sollen bis Ende 2018 vergeben werden. Im 2. Halbjahr 2019 soll der Bau beginnen, damit sie im Jahr 2022 ihren Betrieb aufnehmen können. Die Krankenhäuser werden im Süden Bogotás entstehen und sollen rund 1,4 Millionen Personen vornehmlich aus ärmeren Bevölkerungsschichten zugutekommen. Vor allem Mitglieder der Krankenkasse EPS Capital Salud sollen hier behandelt werden. Die fünf Krankenhäuser sollen zusammen 1.272 Betten auf 200.000 Quadratmetern haben und nach internationalen Standards zertifiziert werden.

Erstes PPP-Projekt im Gesundheitssektor

Die Krankenhäuser werden das erste Projekt im Gesundheitssektor Kolumbiens sein, welches als PPP-Modell durchgeführt wird. Sie könnten zukünftig als Vorbild für weitere Vorhaben dienen. Die Strukturierung des Projekts führen die folgenden Organisationen und Unternehmen durch: Financiera de Desarrollo Nacional (FDN), International Finance Corporation (IFC), Currie & Brown, Duran y Osorio Abogados, IDDEA Communicaciones und EDP Soluciones. Genaue Details zu dem Projekt werden in den kommenden Wochen vom Gesundheitssekretariat der Stadt Bogotá (Secretaría de Salud, http://www.saludcapital.gov.co/Paginas2/Inicio.aspx) bekannt gegeben.

Deutsche Medizintechnik könnte profitieren

Die geplanten Krankenhäuser sind interessante Projekte für deutsche Medizintechnikunternehmen. Wegen geringer lokaler Produktion ist Kolumbien in diesem Bereich auf ausländische Produkte angewiesen, wobei deutsche Lieferungen mit einem Marktanteil von rund 14 Prozent gut aufgestellt sind.

Insgesamt erwartet das Marktforschungsinstitut Business Monitor International bis 2020 einen Anstieg des Marktvolumens von Medizintechnik auf 1,7 Milliarden US-Dollar (US$), rund 42 Prozent mehr als 2016. Vor allem die wachsende Bevölkerung wird den Absatz antreiben. Wegen der Zuwanderung aus Venezuela wird die Marke von 50 Millionen Einwohnern schon im Jahr 2018 erreicht. Das ist zwei Jahre früher als vom Statistikamt DANE ursprünglich prognostiziert. Zudem waren die Gesundheitsausgaben pro Kopf 2014 mit rund 569 US$ nur halb so hoch wie in Chile (1.137 US$). Es gibt also noch großen Spielraum nach oben.

(E.D.S.)

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Kolumbien sind unter http://www.gtai.de/kolumbien abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Kolumbien Medizintechnik, allgemein, Hochbau

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