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17.05.2018

Griechische Reedereien auf Einkaufstour

Schifffahrtsgesellschaften investieren 9 Milliarden US$ in Flotte / Konsolidierung in der Branche hält an / Von Michaela Elena Balis

Athen (GTAI) - Griechenland konnte im Jahr 2017 seinen Anteil an der Welthandelsflotte weiter ausbauen. Die Reedereigesellschaften des Landes kauften im vergangenen Jahr für rund 9 Milliarden US-Dollar fast 400 neue und gebrauchte Schiffe. Besonders gefragt waren gebrauchte Wasserfahrzeuge, die den aktuellen Umweltvorschriften genügen.

Von den insgesamt 9,3 Milliarden US-Dollar (US$) flossen etwa 4,7 Milliarden US$ in den Kauf von 104 neuen Schiffen. Das waren etwa 12,5 Prozent der gesamten weltweiten Schiffsbestellungen, so die Angaben des britischen Beratungsunternehmens VesselsValue.

Die übrigen 4,6 Milliarden US$ gingen in den Erwerb von 289 gebrauchten Schiffen. Damit waren griechische Unternehmen für rund ein Viertel der weltweiten Käufe von gebrauchten Schiffen verantwortlich. Es folgten chinesische Reedereien mit 208 Schiffen, so die griechische Schiffsmaklergesellschaft Allied Shipbroking. Gefragt waren vor allem gebrauchte Schiffe, die den erforderlichen Umweltvorschriften genügten, so das auf Schifffahrt spezialisierte hellenische Marktforschungsunternehmen Petrofin.

Griechischer Handelsflotte wird jünger

Griechische Reedereien investierten auch 2017 kräftig in Massengutfrachter und Tanker. Damit sank das Durchschnittsalter dieser Schiffe. Während Massengutfrachter noch vor zehn Jahren im Durchschnitt 20 Jahre alt waren, kamen sie laut Petrofin im vergangenen Jahr auf 11,8 Jahre.

Zuwachs der griechischen Handelsflotte
Schiffstyp 2015 2016 2017
Massengutfrachter *) 1.929 2.040 2.169
Tanker *) 808 851 1.004
Containerschiffe *) 274 381 363
LNG-Tanker 74 74 82
LPG-Tanker *) 26 66 76

*) über 20.000 deadweight tonnage

Quelle: Petrofin (Stand: Dezember 2017)

Hellas Anteil an der Welthandelsflotte steigt auf fast 17 Prozent

Während die Anteile Japans, Chinas und Deutschland an der Welthandelsflotte für Schiffe von über 1.000 Bruttoraumzahl, gemessen an der gesamten Tragfähigkeit, zwischen 2014 und 2017 schrumpften, baute Hellas seinen Anteil auf 16,7 Prozent aus von 15,4 Prozent im Jahr 2014.

Damit verfügt Griechenland weiterhin über die größte Handelsflotte weltweit. Mit einer Gesamttragfähigkeit von gut 387,3 Millionen ??nnen und über 5.230 Schiffen liegt das Land vor Japan, China und Deutschland.

Am meisten ließ der Anteil Deutschlands nach. Dieser war in den vergangenen Jahren im Durchschnitt um rund 7 Prozent gesunken.

MKT201805168009.14

Anzahl griechischer Schiffe
Jahr 2013 2014 2015 2016 2017
Anzahl der Schiffe 4.573 4.707 4.909 5.230 5.281
Veränderung zum Vorjahr -4 134 202 321 51

Quelle: Petrofin, Stand: Dezember 2017

In griechischen Händen liegen laut britischem Beratungsunternehmen VesselsValue fast ein Drittel aller Tanker, ein Fünftel aller Massengutfrachter und rund 15 Prozent der LNG- und LPG-Flotte.

Der Wert der griechischen Schiffe mit einer Tragfähigkeit über 1.000 Bruttoraumzahl liegt bei 99,6 Milliarden US$. Etwa 36 Prozent entfallen jeweils auf Tanker und Massengutfrachter. Der Wert der griechischen LNG-Flotte liegt bei rund 13,5 Milliarden US-Dollar.

Wert der größten Handelsflotten (2017, in Mrd. US-Dollar)
Griechenland 99,6
Japan 89,1
China 83,5
USA 46,9
Norwegen 42,9
Singapur 44,9
Deutschland 33,3
Vereinigtes Königreich 28,1
Südkorea 24,5
Dänemark 23,7

Quelle: VesselsValue, Stand: 01/2018

Bankkredite nur großen Gesellschaften zugänglich

Das seit 2009 bestehende globale Überangebot an Schiffstonnage hat zu einem nachhaltigen Preisverfall sowohl bei Fracht- als auch Charterraten geführt. Außerdem traten mehrere Banken aus dem Schifffahrtsgeschäft aus oder wurden restriktiver in der Kreditvergabe. Große Gesellschaften hatten trotz des widrigen Umfelds Zugang zu Bankkrediten. Um den Kauf neuer Schiffe zu finanzieren, nutzten kleinere griechische Eigner Barreserven. Chinesische Leasinggesellschaften finanzierten ebenfalls die Flottenerweiterung, so Petrofin.

Große Schifffahrtsgesellschaften werden größer

Die Konsolidierung auf dem Markt für Schifffahrt setzte sich auch im Jahr 2017 fort. Die Anzahl der Reedereien schrumpfte von 638 im Jahr 2016 auf 597, so Petrofin. Vor zehn Jahren waren es noch 725. Elf neue Reedereien betraten den Markt.

Rund 8,4 Prozent, also etwa 50 Gesellschaften mit jeweils über 25 Schiffen, kontrollieren mehr als zwei Drittel der Flotte, gemessen an der gesamten Tragfähigkeit.

(B.E.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Griechenland Wasserfahrzeuge, Schiffsverkehr / Häfen

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Sofia Hempel

‎+49 228 24 993 215

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