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20.08.2015

Indonesiens Nachfrage nach Druckmaschinen wächst

Sowohl Verlags- als auch Verpackungssparte im Aufwind / Printmedien weiterhin wichtigstes Standbein der Werbebranche / Von Roland Rohde

Jakarta (gtai) - Der indonesische Druckmarkt wächst kurz- bis mittelfristig kräftig. Die Verlage können trotz der raschen Digitalisierung ihre Umsätze steigern. Für den Verpackungsdruck kommen starke Impulse aus der Nahrungsmittel-, Kosmetik- und Pharmabranche. Viele Druckereien müssen ihre Kapazitäten erhöhen. Doch nicht alle können sich Anlagen "Made in Germany" leisten, vor allem weil die Banken kaum Kredite an Privatunternehmen vergeben. (Internetanadressen)

Wie groß die indonesische Druckindustrie tatsächlich ist, weiß niemand ganz genau. Die zur Verfügung stehenden Zahlen weichen mitunter deutlich voneinander ab. Laut Aussagen der Indonesian Master Printers Association gab es 2014 landesweit rund 25.000 bis 30.000 Druckereien mit mehr als 300.000 Mitarbeitern. Darunter befanden sich 6.000 bis 6.500 Mitgliedsfirmen des Verbandes. Die Veranstalter der bedeutendsten Fachmesse - der "indoprint" - sprechen von mehr als 1.000 mittleren bis größeren Druckbetrieben im Jahr 2014. Gegenüber 2013 sei ihre Anzahl damit um rund 3% gewachsen.

Das Industrieministerium erfasst ebenfalls nur mittlere bis große Betriebe - eine Definition gibt die Behörde nicht ab - und verzeichnete für 2013 (vorläufige Werte) insgesamt 545 Branchenunternehmen, ein Anstieg von 9% gegenüber 2008. Das Ministerium führt diese Zunahme auf den anhaltenden Konzentrierungsprozess der Branche zurück, der immer größere Firmen entstehen lässt. Zudem überschritten einige Druckereien aufgrund der anhaltend guten Branchenkonjunktur die offizielle Erfassungsschwelle und tauchten so erstmalig in der Statistik auf.

Laut Industrieministerium beschäftigten die mittleren und großen Branchenunternehmen 2013 insgesamt rund 48.000 Mitarbeiter (+12% gegenüber 2008). Im Durchschnitt führte damit jeder Betrieb knapp 90 Angestellte. Dabei handelt es sich um einen relativ niedrigen Wert. Für das gesamte verarbeitende Gewerbe ergab sich eine Durchschnittssumme von gut 180 Mitarbeitern.

Daten zur indonesischen Druckindustrie 1)
2008 2010 2012 2013 2)
Anzahl Betriebe 500 472 529 545
Mitarbeiter 43.187 42.658 52.147 48.268
Produktion (in Mio. US$) 434 695 k.A. k.A.
Wertschöpfung (in Mio. US$) 190 555 k.A. k.A.
Auslastungsgrad (in %) 75 92 k.A. k.A.

1) nur mittlere und größere Branchenbetriebe. Eine Definition wird nicht genannt; 2) vorläufige Angaben

Quelle: Indonesisches Industrieministerium

Die Druckbranche ist relativ schlecht organisiert. Der erwähnte Verband ist klein, seine Internetseite ausschließlich in indonesischer Sprache. Zudem wird sie nur sporadisch aktualisiert. Die telefonische Erreichbarkeit und die Englischkenntnisse der Ansprechpartner lassen zu wünschen übrig. Entsprechend enttäuschend gestaltet sich die Datenlage. Das Gleiche gilt im Prinzip ohne Abstriche für die entsprechenden Organisationen der Abnehmerbranchen.

Starke Abhängigkeit von ausländischen Druckmaschinen

In Indonesien gibt es keine heimischen Hersteller von kompletten Druckmaschinen. Es existieren lediglich einige Anbieter von Hilfsprodukten wie Druckplatten, -farben und -chemikalien. Sämtliche Anlagen müssen im Ausland eingekauft werden. Der Maschinenpark der meisten Branchenfirmen gilt als stark veraltet. Der Modernisierungsdruck fällt vergleichsweise gering aus. Jedoch deuten die vom Industrieministerium veröffentlichten Auslastungsgrade und die stark steigende Nachfrage darauf hin, dass viele Betriebe ihre Kapazitäten ausweiten müssen.

Im Jahr 2014 beliefen sich die indonesischen Drucktechnikeinfuhren der SITC-Warenposition 726 (Maschinen und Teile einschließlich Druckplatten, aber ohne -farben und -chemikalien) laut nationalem Statistikamt auf über 170 Mio. US$. Dies kam gegenüber 2013 einem Rückgang von fast einem Viertel gleich. Allerdings stiegen die Importe von kompletten Offsetdruckmaschinen um 24% auf mehr als 90 Mio. $. Japan war in dieser Warenkategorie 2014 wichtigster Zulieferer. Deutschland lag an zweiter Stelle. Zusammen kamen die beiden Länder auf einen Lieferanteil von fast 70%.

Indonesiens Einfuhren von Offsetdruckmaschinen (in Mio. US$, Lieferanteil in %)
Land Wert Anteil
Japan 38,0 41,4
Deutschland 25,2 27,5
VR China 8,5 9,3
USA 6,3 6,9
Taiwan 3,4 3,7
Singapur *) 3,1 3,4
Italien 2,5 2,7
Andere 4,7 5,1
Insgesamt 91,7 100,0

*) überwiegend Reexporte aus anderen Herkunftsländern

Quelle: Nationales Statistikamt BPS

Der größte Nachteil deutscher Anbieter besteht darin, dass sie oftmals keine Finanzierung anbieten. Doch darauf sind einige potenzielle Kunden dringend angewiesen, denn die indonesischen Banken vergeben kaum Kredite an Privatunternehmen. Zudem liegen die Sollzinsen bei 9 bis 11%; am "grauen Markt" sogar bei 13 bis 15% per annum.

Außerdem berücksichtigen die Finanzinstitute die zu kaufenden Maschinen nicht bei der Bonitätsberechnung, selbst wenn ein Eigentumsvorbehalt besteht. Viele Druckereien rechnen darüber hinaus in ihren Büchern zwecks Steuervermeidung Gewinn und Umsatz klein, wodurch ihre Kreditwürdigkeit weiter sinkt.

Große Unternehmen setzen auf qualitativ hochwertige Produkte

Es gibt aber auch zahlreiche finanzstarke Betriebe. Sie können Anschaffungen aus dem Cashflow bezahlen, denn die Unternehmensmargen liegen in Indonesien ungewöhnlich hoch, wodurch sich wiederum die hohe Zinsbelastung relativiert. Solche Firmen kaufen in der Regel die besten Maschinen, die es auf dem Markt gibt.

Dies erklärt auch die hohen Lieferquoten von Japan und Deutschland beziehungsweise den bislang eher mäßigen Erfolg chinesischer Druckanlagenbauer. So hat es sich in Indonesien in den letzten Jahren herumgesprochen, dass Technik aus dem "Reich der Mitte" zwar in der Anschaffung günstig, über die gesamte Lebensdauer gerechnet aber sehr teuer ist.

Die Preise für Maschinen liegen in Indonesien etwa 20 bis 30% höher als beispielsweise in Singapur oder Hongkong (SVR). Dabei treiben nicht so sehr die Zölle als vielmehr die zahlreichen nichttarifären Handelshemmnisse die Kosten in die Höhe. So müssen Unternehmen, die Drucktechnik importieren wollen, über eine entsprechende Einfuhrlizenz verfügen. In der Regel können nur indonesische Firmen entsprechende Genehmigungen vorweisen und müssen daher als Zwischenhändler eingeschaltet werden.

Im Hinblick auf das von Protektionismus und Nationalismus geprägte aktuelle Wirtschaftsklima, dürfte sich die Einfuhr künftig noch schwieriger und teurer gestalten. Angesichts der Ende 2015 startenden ASEAN-Zollfreiheitszone AEC (ASEAN Economic Community) erlassen die Behörden in letzter Minute noch neue Normen und Vorschriften, um die einheimische Industrie vor unliebsamen Wettbewerbern zu schützen. Davon sind ironischerweise auch Branchen betroffen, in denen es keine inländischen Anbieter gibt.

Druckmarkt bietet dynamisches Wachstumspotenzial

Zur Größe des indonesischen Druckmarktes gibt es keine aktuellen offiziellen Angaben vom Branchenverband oder Industrieministerium. Der private Informationsanbieter Smithers Pira schätzte das Volumen im Jahr 2013 auf 10,4 Mrd. $. Damit lag der Archipel asienweit auf Rang sechs. Für 2018 wird ein entsprechender Wert von 14,5 Mrd. $ erwartet. Das entspricht einem jährlichen Nominalwachstum von knapp 7%. Damit könnte die ehemalige niederländische Kolonie innerhalb Asiens auf den fünften Platz vorrücken.

Druckmarkt in Asien (in Mrd. US$, durchschnittliches nominales Wachstum pro Jahr in %)
Land 2013 2018 1) Wachstum
VR China 144,3 210,4 7,8
Japan 116,9 108,3 -1,5
Indien 24,6 32,5 5,7
Korea (Rep.) 18,0 19,1 1,1
Taiwan 10,5 11,7 2,0
Indonesien 10,4 14,5 6,8
Andere 24,9 31,0 4,9
Insgesamt 349,6 427,5 4,1

1) Prognose

Quelle: Smithers Pira

Doch 7% Nominalwachstum erscheinen angesichts zu erwartender Inflationsraten von 4 bis 5% recht gering. Die Economist Intelligence Unit rechnet daher mit einer weitaus dynamischeren Entwicklung. Sie schätzte die Größe des indonesischen Druckmarktes für 2012 auf 10,1 Mrd. $. Bis 2017 soll das Absatzvolumen auf 17,8 Mrd. $ steigen. Das entspricht einem jährlichen nominalen Plus von gut 11%. Der Prognose zufolge wird die Sparte Ausrüstungen und Maschinen allerdings nur um knapp 4% per annum zulegen.

Indonesiens Druckmarkt nach Segmenten (in Mrd. US$, durchschnittliches nominales Wachstum pro Jahr in %)
Segment 2012 2017 1) Wachstum
Druckerzeugnisse 5,3 9,1 11,2
Substrate (Druckmaterialien) 4,3 8,0 13,2
Druckfarben 0,2 0,4 13,0
Ausrüstungen und Maschinen 0,2 0,2 3,6
Andere Verbrauchsgüter für die Druckindustrie 0,1 0,1 1,8

1) Prognose

Quelle: Economist Intelligence Unit

Verlagsdruck profitiert von hohem Nachholbedarf

Der Verlagsdruck bildet die wohl dynamischste Sparte des Druckgewerbes. Das hat seine Gründe: In den kleineren Städten und auf dem Land besteht ein enormer Nachholbedarf an Informationen und Unterhaltung. Immer mehr Menschen können sich infolge der steigenden Pro-Kopf-Einkommen erstmals eine Zeitung oder Zeitschrift kaufen. Noch fehlt ihnen das Geld für ein Smartphone oder ihre Dörfer haben schlichtweg keinen Internetempfang.

Zudem investiert die Regierung zunehmend in die Ausbildung der im Durchschnitt sehr jungen Bevölkerung. Die Erziehungszeit pro Schüler nimmt stetig zu. Entsprechend wächst der Schulbuchbedarf. Laut der Economist Intelligence Unit soll der gesamte Verlagsdruck daher zwischen 2012 und 2017 jährlich um nominal 15% zulegen.

Bildungswesen und ausländische Leser stützen den Buchdruck

Einigermaßen unbeschadet hat der klassische Buchdruck die auch in Indonesien rasch voranschreitende Digitalisierung der Medienlandschaft überstanden. So sind die Indonesier zwar fleißige Nutzer von Smartphones, doch Bücher kaufen sie am liebsten noch als Hardcopy. Die sogenannten E-Reader haben sich noch nicht durchgesetzt. Die Buchverlage bilden daher auf mittlere Sicht eine recht zuverlässige Abnahmequelle für Druckerzeugnisse.

Dennoch ist der Gesamtmarkt gemessen an der riesigen Bevölkerung von 250 Mio. Menschen klein. Außerhalb von Schule oder Universität lesen die Wenigsten in ihrer Freizeit ein Buch. Große Buchhandlungen wie in anderen asiatischen Ländern stellen eine Ausnahmeerscheinung dar. Stattdessen bestimmen kleinere Outlets, die allerdings meistens zu einer Kette gehören, das Geschehen. Sie haben sich vor allem in Jakarta und auf Bali auf Expats und Touristen spezialisiert. Daher erscheint ein Teil ihrer angebotenen Publikationen auch in englischer Sprache.

Ein nicht unbedeutender Anteil des Angebots besteht aus aufwendig gestalteten und bebilderten Hochglanzbänden über Themen wie Reisen, Architektur oder Kochrezepte. Zur Herstellung werden entsprechend hochwertige Offsetdruckmaschinen benötigt. Die Preise für solche Bildbände bewegen sich in Indonesien im Vergleich zu entsprechenden Publikationen in Europa oder den USA auf einem sehr niedrigen Niveau. Insofern fällt die Nachfrage recht hoch aus.

Täglich erscheinen über 200 verschiedene Zeitungen

Indonesien besteht aus 17.500 Inseln, von denen rund die Hälfte bewohnt ist. Der Archipel erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 2.000 mal 5.000 km. Neben der offiziellen Landessprache Bahasa werden unzählige lokale Dialekte gesprochen. Jede Provinz und Metropole verfügt über ein eigenes Regionalblatt, allerdings mit entsprechend niedrigen Auflagen. Die Anzahl der täglich erscheinenden Zeitungen wird auf weit mehr als 200 geschätzt.

Insgesamt werden in Indonesien pro Kopf nur wenige Zeitungen gekauft. Viele Menschen können sich den täglichen Lesegenuss - noch - nicht leisten. Nach Angaben des nationalen Statistikamtes lasen 2012 nur knapp 18% der Bevölkerung ab zehn Jahren Zeitungen oder Zeitschriften. Laut einer Studie von AC Nielsen lag die Quote 2013 sogar nur bei 13%. Wenn man bedenkt, dass sich in der Regel mehrere Personen ein Exemplar teilen, dürften die täglichen Auflagen bei landesweit rund 10 Mio. Stück liegen. Laut der Unternehmensberatung PWC wurden 2013 täglich 9,7 Mio. Zeitungen verkauft.

Mehreren Consultants zufolge sind die Auflagen der großen Hauptstadtzeitungen seit Ende 2011 rapide zurückgegangen. Der rasche Vormarsch von Smartphones und Tablets dürfte den Niedergang weiter beschleunigen. Während viele Indonesier im Großraum Jakarta ein internettaugliches Gerät besitzen, sind die Sättigungsraten im Landesdurchschnitt noch recht gering.

Laut eMarketer gab es Ende 2014 in ganz Indonesien 38 Mio. Smartphonenutzer. Im Jahr 2015 dürften 30 Mio. neue Kunden hinzukommen. Andere Studien kommen auf etwa doppelt so hohe Werte. Allerdings legen sie bei der Berechnung der Sättigungsrate die Anzahl der aktiven SIM-Karten zu Grunde. Doch die meisten Handybenutzer verfügen über mehrere Nummern, so dass dieser Ansatz zu stark überhöhten Benutzerzahlen führt.

Während in Jakarta und wahrscheinlich auch in anderen Metropolen die Zeitungsauflagen sinken, werden steigende Absatzzahlen in den kleineren Städten und auf dem Land den Rückgang in den nächsten Jahren überkompensieren. Mittelfristig gesehen wird die Gesamtzahl aller verkauften Zeitungen weiter zulegen. PWC rechnet mit einem Anstieg der Auflage bis 2018 auf 11,2 Mio. Stück (+15% zu 2013).

Werbeindustrie setzt auch mittelfristig auf Printmedien

Die Werbeindustrie Indonesiens setzt derzeit hauptsächlich auf umfangreiche Anzeigen in den Tageszeitungen beziehungsweise auf entsprechende Beilagenblätter. Diese nehmen jeweils viel Platz ein, da alle beworbenen Produkte abgebildet werden. Dabei spielen Druck- und Papierqualität eine eher untergeordnete Rolle.

Das klassische Anzeigengeschäft in den Printmedien verliert - relativ gesehen - an Bedeutung. Verstärkt werden Anzeigen auf Webseiten oder Onlineforen geschaltet. Zugleich gewinnen SMS- oder twitterbasierte Annoncen an Beliebtheit. Unternehmen, die auf klassische Werbung setzten, bedienen sich zudem immer weniger der Printmedien. So kommt es zusehends in Mode, auf Straßen oder am Flughafen auf großformatigen LED-Bildschirmen die Konsumenten anzusprechen.

Allerdings wächst der Gesamtwerbemarkt mit einer derart hohen Rate, dass auch die klassischen Printmedien mittelfristig mit einem kräftigen Nachfragewachstum rechnen können. So geht AC Nielsen für den Zeitraum 2012 bis 2017 von einer jährlichen Steigerung der Werbeausgaben der Unternehmen von 15 bis 20% aus, wobei die stärksten Impulse von ausländischen Firmen erwartet werden. Die Zahlen decken sich im Wesentlichen mit anderen Prognosen. Die Medienagentur Magna Global etwa erwartet für 2015 ein entsprechendes Marktwachstum von 17%.

Laut PWC konnten Zeitungen 2013 Werbemittel in Höhe von 3,5 Mrd. $ akquirieren. Das entsprach gemessen an den gesamten Marketingausgaben aller Firmen in Indonesien einem Anteil von gut einem Drittel. Die Quote fällt im Vergleich zum globalen Durchschnitt von 9% ungewöhnlich hoch aus. Bis 2018 sollen die Aufwendungen für Zeitungsannoncen um jährlich knapp 6% auf 4,65 Mrd. $ steigen. Der Economist rechnet für die gesamte Printwerbung mit einer Wachstumsrate von 12% für den Zeitraum 2012 bis 2017.

Nach Angaben von eMarketer belief sich das Volumen des gesamten indonesischen Werbemarktes 2014 auf umgerechnet 11 Mrd. $, ein Plus von 22% gegenüber dem Vorjahr. Bis 2018 sagen die Consultants einen Anstieg auf nahezu 20 Mrd. $ voraus, eine Zunahme von fast 15% per annum. Der Marktanteil der klassischen Printwerbung soll im vorliegenden Zeitraum von 95 auf 77% fallen. Andere Unternehmensberatungen erwarten für die elektronischen Medien eine nicht ganz so stürmische Entwicklung.

Werbeausgaben in Indonesien (in Mrd. US$, Anteil Internet- und Mobilfunkwerbung an den gesamten indonesischen Werbeausgaben in %) 1)
Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Insgesamt, davon: 9,1 11,2 12,0 15,0 17,3 19,5
.Printwerbung 8,9 10,6 11,0 13,3 14,3 15,0
.Internet- und Mobilfunkwerbung 0,3 0,6 1,0 1,7 2,9 4,5
Anteil 2) 3,0 4,9 7,7 11,5 17,0 23,2

1) Rundungsfehler; 2) auf Basis der ungerundeten Werte

Quelle: eMaketer

Nahrungsmittel- und Pharmasektor beflügeln Verpackungsdruck

Der Verpackungsdruck befindet sich im Aufwind, wobei die Nachfrage insbesondere vom Nahrungsmittelsektor getrieben wird. Immer mehr Menschen kaufen nicht mehr in den traditionellen Märkten mit ihren schlechten hygienischen Bedingungen ein. Es zieht sie in moderne Supermärkte, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Beim Lebensmittelangebot handelt es sich zu über 90% um verpackte Ware. Die Frischeabteilung muss sich erst noch etablieren.

Jenseits des Nahrungsmittelsektors bietet der Bereich Kosmetik und Körperpflegemittel ein enormes Wachstumspotenzial, denn die wachsende Mittelschicht will gut beziehungsweise jung und leistungsfähig aussehen. So beliefen sich 2014 beispielsweise die Kosmetik- und Waschmitteleinfuhren Indonesiens laut Handelsministerium auf über 1 Mrd. $, eine Zunahme von rund 60% gegenüber 2010.

Ähnlich rasant entwickelt sich der Pharmasektor. Die Regierung baut aktuell eine allgemeine Krankenversicherung auf, so dass die Bevölkerung zunehmend Zugang zu modernen Medikamenten erhält. Im Jahr 2014 summierte sich das Marktvolumen für Arzneimittel gemäß Verbandsangaben auf 5,3 bis 5,4 Mrd. $. Für 2015 erwartet der Verband ein Wachstum von 10 bis 12% auf rund 6 Mrd. $. Die Arzneieinfuhren legten zwischen 2010 und 2014 um 43% auf gut 700 Mio. $ zu.

Wachstum der einzelnen Drucksparten (2012 bis 2017, durchschnittliches nominales Wachstum pro Jahr in %)
Sparte Wert
Verlagsdruck 14,9
Verpackungsdruck 13,2
Werbung 12,1
Geschäftsdruck 7,9
Insgesamt 11,2

Quelle: Economist Intelligence Unit

Es müssen demnach zunehmend Verpackungen bedruckt, aber auch hergestellt werden. Insgesamt existierten laut Industrieministerium in Indonesien im Jahr 2010 - letzte verfügbare Zahlen - mehr als 250 mittlere und größere Hersteller von Verpackungsmaterialien, die über 30.000 Menschen beschäftigen. Ihr Output und ihre Wertschöpfung übertrafen deutlich jene des Druckgewerbes.

Doch die Branche kann beispielsweise den einheimischen Bedarf an Plastikverpackungen, der sich 2014 laut der Behörde auf 3,4 bis 3,5 Mio. t belief, nur etwa zur Hälfte decken. Bei Produkten aus Papier oder Pappe liegt die Versorgungsquote merklich höher. Dennoch müssen hochwertige Papierwaren mit speziellen Eigenschaften ebenfalls im Ausland gekauft werden.

Wichtigste Fachmesse findet im September 2016 statt

Die bedeutendste Fachmesse ist die "indoprint", die alle zwei Jahre gemeinsam mit der "indopack" und der "INDOPLAS" stattfindet. Die drei Veranstaltungen werden von der indonesischen Messegesellschaft Wakeni zusammen mit der Messe Düsseldorf durchgeführt. Es handelt sich im internationalen Vergleich um kleinere Events. Die meisten Austeller und Besucher dürften ausschließlich die Bearbeitung des indonesischen Marktes im Blick haben.

Die nächste Ausgabe der drei Messen findet vom 7. bis 10. September 2016 in Jakarta statt. Es wird erwartet, dass sowohl die Anzahl der Aussteller als auch der Besucher im Vergleich zum Jahr 2014 deutlich zulegen wird. Damals zählten die Veranstalter gut 250 teilnehmende Unternehmen sowie rund 21.000 Besucher, wovon sich rund 13.000 für die indoprint angemeldet hatten.

Internetanadressen:

Nationales Statistikamt (BPS)

Internet: http://www.bps.go.id

Industrieministerium

Internet: http://www.kemenperin.go.id

Fachmesse Indoprint

Internet: http://www.indoprintpackplas.com/;http://www.indoprint.net

Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) Indonesien ("Ekonid")

Internet: http://indonesien.ahk.de

(R.R.)

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Indonesien Druck- und Papiermaschinen

Kontakt

Anna Westenberger

‎+49 30 200 099 393

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