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27.02.2017

Iran - Bauwirtschaft auf dem Weg aus der Krise

Ausländische Firmen spielen keine große Rolle / Von Robert Espey

Teheran (GTAI) - Seit 2012 steckt Irans Baubranche in einer schweren Rezession. Die Bauinvestitionen lagen 2015 auf dem Niveau von 2005. Auch im 1. Halbjahr 2016 ging es weiter bergab. Der Bausektor dürfte aber 2017 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Es könnte der Beginn einer mehrjährigen Boomphase sein, zu deren Erfolg die Lockerung der Wirtschaftssanktionen beiträgt. (Internetadressen)

Nach der Lockerung der Wirtschaftssanktionen gegen Iran sind - auch in der Bauwirtschaft - neue Kooperationen zwischen iranischen und europäischen Partnern wahrscheinlich. Das gilt insbesondere bei technologisch anspruchsvollen Vorhaben. Iranische Bau- und Ingenieurfirmen suchen die Zusammenarbeit mit westlichen Partnern, um sich durch den Nachweis ausländischen Know-hows einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Insgesamt aber spielen in Iran ausländische Baufirmen als Hauptauftragnehmer derzeit und wahrscheinlich auch zukünftig keine große Rolle. Das Land setzt auf die große einheimische Baubranche. Zu den Ausnahmen gehören asiatische Firmen, die sich an, durch ihre jeweiligen Länder finanzierten Infrastruktur-, Energie- oder Industrieprojekten beteiligen.

Viele der großen iranischen Bauunternehmen gehören nicht zum Privatsektor. Eines der größten Bauunternehmen Irans ist das zu den Revolutionsgarden gehörende Khatam-al Anbiya Construction Headquarter. Die Firma steht weiterhin auf der amerikanischen SDN-Liste (Specially Designated Nationals). Bei Kooperation mit Khatam-al Anbiya drohen nicht-amerikanischen Firmen amerikanische "Sekundärsanktionen". Khatam-al Anbiya ist mit seinen vielen Töchtern in allen Bausektoren aktiv.

Die Iranian Industrial Development and Renovation Construction Company (MANA) gehört zur iranischen Middle East Mines Industries Development Holding Company (MIDHCO) und hat ihren Schwerpunkt im Bereich Industrieanlagenbau, ist aber auch im Gebäudebau tätig. Die zur Sozialversicherung gehörende House Construction Investment Company of Iran beschäftigt sich vorrangig mit dem Bau kostengünstiger Wohnungen, errichtet aber auch Krankenhäuser oder öffentliche Gebäude.

Andere große Baufirmen sind unter anderem die International Construction Development Company, die New Town Development Company, Kayson Inc., die Kamvari Architects Construction Company, Construction and Development of Qods (gehört zu Bonyad Mostazafan), die Ayabdeh Saz Construction Cmpany, die Air Transportation Construction Company, die Negin Mokran Development Company, die Moshanir Company, die Iran Offshore Engineering and Construction Company, Iran Arvin Engineering & Construction oder die Investment Construction Omran Pars Jame Jam Company.

Kooperation mit einem heimischen Partner empfohlen

Ausländische Firmen, die einen Zugang zu Irans Baumarkt suchen, sollten sich einen leistungsstarken, etablierten lokalen Partner suchen. Grundsätzlich ist in Iran zwar die Gründung eines Unternehmens mit 100%iger ausländischer Beteiligung möglich, aber die Vergabe von Bauaufträgen an internationale Firmen, die ohne lokalen Partner anbieten, ist kaum zu erwarten. Ausländischen Firmen fehlen unter anderem die in der Regel geforderten Erfahrungen mit Projekten in Iran beziehungsweise die notwendigen offiziellen Klassifizierungen für die Teilnahme an Ausschreibungen.

Öffentliche Bauprojekte werden grundsätzlich ausgeschrieben, allerdings fehlt eine zentrale Ausschreibungsplattform. Informelle Gespräche mit möglichen Auftragnehmern vor Veröffentlichung der Ausschreibungen sind nicht unüblich. Eine Bewerbung für Architektur- und Ingenieurdienstleistungen setzt bei öffentlichen Auftraggebern eine entsprechende Zertifizierung durch die staatliche Management and Planning Organization of Iran voraus. Das Klassifikationssystem unterscheidet nach Größe des Projekts und nach Sektoren (Gebäudebau, Industriebau etc.).

Die Kooperation mit ausländischen Partnern dürfte zwar in der Regel ein Wettbewerbsvorteil sein. Aber die aus dem Ausland bezogenen Dienstleistungen und Materialien sollen dennoch möglichst auf ein Mindestmaß begrenzt werden, dies gilt vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen. Eine ausländische Planung kann mit den in Iran verfügbaren Technologien und Materialien kollidieren.

Internetadressen

Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer

Internet: http://iran.ahk.de

Ministry of Industry, Mine & Trade

Internet: http://en.mimt.gov.ir

Ministry of Road and Urban Development

Internet: http://www.mrud.ir

Iran Civil Aviation Organization (Flughafenbau)

Internet: http://www.cao.ir

Port and Martime Organization (Hafenbau)

Internet: http://www.pmo.ir

Islamic Republic of Iran Railway (Eisenbahnbau)

Internet: http://www.rai.ir

Syndicate of Consulting Architects and planners (Architektenverband)

Internet: http://www.scapiran.com

Syndicate of Construction and Civil Industry (Verband der Bauindustrie)

Internet: http://www.acco.ir

Messen

Project Iran (Baumesse)

Internet: HYPERLINK "http://www.project-iran.com"http://www.project-iran.com

International Trade Fair for Construction Machinery & Vehicles, Mining, Building Material Machines and Natural Stone Industry (Fachmesse)

Internet: http://www.iranconmin.de

Iran Confair (Baumesse)

Internet: http://www.iranconfair.ir

(R.E.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Iran Bauwirtschaft, allgemein, Verkehrsinfrastrukturbau, allgemein, Eisenbahnbau, Flughafenbau, Ausschreibungswesen

Manfred Tilz Manfred Tilz | © GTAI

Kontakt

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‎+49 (0)228 24 993-234

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