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20.01.2016

Iran ist als Wirtschaftspartner zurück

Enormer Nachholbedarf bietet Chancen / Zahlungsverkehr soll anlaufen / Von Manfred Tilz

Bonn (gtai) - Nach der Einigung im Atomstreit und dem Wegfall der Sanktionen bieten sich deutschen Unternehmen beste Chancen mit einem traditionell bedeutenden Kunden wieder ins Geschäft zu kommen. Auch Iran zeigt starkes Interesse an Kooperationen mit deutschen Firmen. Doch ein Umschalten auf normale Verhältnisse braucht Zeit. Germany Trade & Invest berichtet in verschiedenen Publikationen über Chancen und Risiken.

Die Erwartungshaltung auf westlicher wie auch iranischer Seite ist hoch. Dennoch dürfte die Belebung der Wirtschaftsbeziehungen zu dem 80 Mio. Menschen zählende Land von Anlaufschwierigkeiten geprägt sein. Umfangreiche Probleme sind noch zu klären.

Neben der staatlichen Bürokratie, der nur langsam vorankommenden Privatisierung von Unternehmen, den internen Konflikten zwischen Liberalen und Konservativen im Land, wird auch der Einbruch der Ölpreise ein weiteres Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes darstellen.

Wichtig ist jetzt, dass die Finanzbeziehungen zum Iran in Gang kommen und zahlreiche iranische Banken wieder an den internationalen Zahlungsverkehr über das SWIFT-System angekoppelt werden. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) entfallen durch die Aufhebungen der Sanktionen zahlreiche Beschränkungen sowohl im Einfuhrbereich (Öl) als auch bei den Exporten in den Iran. Entscheidend in diesem Zusammenhang ist, dass die extraterritorial wirkenden Nuklearsanktionen von den USA außer Kraft gesetzt werden - für viele europäische Unternehmen ein wichtiges Signal.

In fast allen Bereichen gibt es einen enormen Investitionsstau. Der Ausbau und die Modernisierung in den Bereichen Öl- und Gas, der verarbeitenden Industrie, der Verkehrsinfrastruktur, der Energiewirtschaft, der Umwelt und des Gesundheitswesens haben hohe Priorität. Für deutsche Unternehmen besteht ein umfangreiches Geschäftspotenzial, mittel- bis langfristig können die deutschen Ausfuhren sogar die 10 Mrd. Euro erreichen.

Noch bis 2007 war Deutschland Irans führender Lieferant, musste diese Rolle im Rahmen der Sanktionspolitik dann aber an China abtreten. Deutschland konnte zwar zuletzt seine Exporte nach Iran kräftig steigern (2014: 2,4 Mrd. US$), der Abstand zu China ist aber noch gewaltig (24,3 Mrd. US$). Insbesondere die deutschen Maschinenbauer erhoffen sich wieder die Rolle einzunehmen, die sie vor den Sanktionen hatten. So lag der Anteil deutscher Maschinenexporte 2006 bei 31% (1,57 Mrd. Euro). Aber auch andere Branchen wie die Flugzeugindustrie (Airbus) oder der Automobilsektor machen sich große Hoffnungen.

Um die Ziele des 6. Fünfjahresplanes zu verwirklichen, geht die iranische Regierung von Investitionen von rund 1.000 Mrd. US$ aus. Rund ein Drittel davon sollen durch ausländische Direktinvestitionen abgedeckt werden Von diesem Technologietransfer werden deutliche Produktivitätssteigerungen erwartet.

Germany Trade and Invest informiert aktuell über die Chancen und Rahmenbedingungen in Iran. Die "Wirtschaftstrends zum Jahreswechsel 2015/16 - Iran" beleuchten die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung im Land (Bestellnummer 20621). "Iran im Fokus - Branchen und Projekte" analysiert das Potenzial einzelner Branchen (Bestellnummer: 20348). In Kürze erscheint aus der Reihe "Recht kompakt" eine Ausgabe zum Iran (Bestellnummer 11250). Die Publikationen stehen bei Germany Trade and Invest (ww.gtai.de) kostenfrei als Download zur Verfügung

Dieser Artikel ist relevant für:

Iran Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein, Außenhandel / Struktur, allgemein

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Manfred Tilz

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