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03.01.2018

Irland investiert in die Verkehrsinfrastruktur

Dublin erhält U-Bahn / Ausbau des Fernstraßennetzes / Von Torsten Pauly

Dublin (GTAI) - Die irische Regierung stellt wieder deutlich mehr Geld für das landesweite Straßennetz und zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadtregion zur Verfügung. Zuvor war es in Folge der Rezession ab 2008 zu starken Einschnitten gekommen. Umso größer ist aber der Nachholbedarf in der derzeit guten Konjunktur. (Kontaktadressen)

Irland will seine Verkehrsinfrastruktur in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. Zum einen hat die Regierung in Dublin große Programme zum Straßenbau aufgelegt. So steht ein Titel mit 2,4 Milliarden Euro für den Erhalt und Ausbau von Straßen mit kommunaler oder regionaler Bedeutung zur Verfügung. Weitere 1,6 Milliarden Euro umfasst ein vergleichbarer Finanzierungstopf für überregionale Straßen.

Zum anderen gibt es gesonderte Planungen für bestimmte Überland- und Umgehungstraßen. Diese haben jeweils ein eigenes Budget. Noch in der Bauvorbereitung befinden sich zum Beispiel der Bypass von Galway, der 593 Millionen Euro kosten soll, oder Abschnitte der Fernstraßen N4 (121 Millionen Euro), N5 (211 Millionen Euro), N22 (200 Millionen Euro) und N28 (210 Millionen Euro).

Hauptstadtregion braucht dringend besseren schienengebundenen Nahverkehr

Das bei Weitem größte Einzelprojekt im irischen Verkehrswesen ist der Bau der ersten Dubliner U-Bahnlinie. Diese soll vom Park St. Stephens in der südlichen Innenstadt in den Norden der Hauptstadtagglomeration bis zur Gemeinde Swords führen und dabei auch den Flughafen anbinden. Die Ende 2017 hierfür veranschlagten Kosten belaufen sich auf 2,4 Milliarden Euro. Das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase.

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt der kommenden Jahre ist die Verlängerung der Dubliner Hochbahnlinie DART (Dublin Area Rapid Transit). Diese ist in etwa mit den deutschen S-Bahnen vergleichbar. Hierfür sind 160 Millionen Euro vorgesehen.

Die irische Hauptstadt verzeichnet einen raschen Einwohneranstieg. Im Raum Dublin lag die Einwohnerzahl 2016 bei etwa 1,3 Millionen, das waren 12,9 Prozent mehr als zehn Jahr zuvor. Bis 2026 erwartet das irische Statistikamt einen weiteren Anstieg um bis zu 13 Prozent. Deshalb und wegen der Stadtanlage mit dem Fluss Liffey und vielen relativ schmalen Straßen im Zentrum erscheint der Ausbau vor allem des unter- und oberirdischen öffentlichen Schienenverkehrs dringend geboten.

Großprojekte in der irischen Verkehrsinfrastruktur
Projektbezeichnung Investitionssumme (Mio. Euro) Projektstand Anmerkungen
Neubau U-Bahn Nord (Dublin Zentrum-Flughafen-Swords) 2.430 Planung Realisierung bis 2026 geplant; http://www.swords-dublin.com/metro-north
Ausbau DART (S-Bahn in Region Dublin) 160 Planung Verlängerung nach Balbriggan; Realisierung frühestens 2019; http://www.irishrail.ie
Umgehungsstraße in Galway 593 Planung Realisierung 2021 bis 2025 geplant; http://www.n6galwaycity.ie
Fernstraße N21/N69 Limerick-Foynes 305 Planung 33 km; Realisierung 2021 bis 2025 geplant; http://www.irishmororwayinfo.ie
Fernstraße N5 Westport-Turlough 211 Planung 23 km; Realisierung 2021 bis 2023 geplant; http://www.irishmororwayinfo.ie
Fernstraße N28 Cork-Hafen Ringaskiddy 210 Planung 13 km; Realisierung 2022 bis 2024 geplant; http://www.irishmororwayinfo.ie
Fernstraße N22 Ballyvourney-Macroom 200 Planung 22 km; Realisierung 2020 bis 2022 geplant; http://www.irishmororwayinfo.ie
Fernstraße N4 Calloney-Castlebaldwin 121 Planung 15 km; Realisierung 2018 bis 2021 geplant; http://www.irishmororwayinfo.ie
Ausbau M8/N4/N25 Verkehrsknoten Dunkettle 115 Planung Realisierung 2019 bis 2021 geplant; http://www.irishmororwayinfo.ie
Umgehungsstraße N59 Moycullan 60 Planung 4 km; Realisierung 2020 bis 2021 geplant: http://www.irishmororwayinfo.ie

Quelle: Department of Public Expenditure and Reform

Wirtschaftsaufschwung ermöglicht mehr staatliche Projekte

Irlands öffentliche Hand investiert auch insgesamt wieder deutlich mehr, dank der guten Konjunktur und der besseren Finanzlage. So hat die Regierung ihre mehrjährige Ausgabenplanung (Capital Spending Plan) im August 2017 um 6 Milliarden Euro aufgestockt. Nunmehr stehen von 2018 bis 2021 insgesamt 27 Milliarden Euro für staatliche Investitionen zur Verfügung. Weitere Schwerpunkte sind unter anderem Kliniken und der Wohnungsbau. Dennoch ist der Jahresbetrag mit 9 Milliarden Euro noch geringer als vor der Krise, denn 2008 hatte der Staat 10 Milliarden Euro investiert.

Das irische Bruttoinlandsprodukt (BIP) war 2008 und 2009 insgesamt um 8,4 Prozent eingebrochen. Dank der kräftigen Erholung war die Wirtschaftsleistung jedoch preisbereinigt bereits 2014 wieder höher als vor der Krise und 2017 und 2018 soll Irlands BIP real um 4,8 Prozent sowie 3,9 Prozent wachsen, so die EU-Kommission Ende 2017.

In Irland ist das Office of Government Procurement für alle öffentlichen Ausschreibungen zuständig. Professionelle Unterstützung beim Markteinstieg bietet seit vielen Jahren auch die Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer.

Kontaktadressen

Department of Public Expenditure and Reform

Government Buildings

Upper Merrion Street

Dublin 2

T +353 (0)1 676 75 71

F +353 (0)1 678 99 36

pressoffice@per.gov.ie

http://www.per.gov.ie

Department of Transport, Tourism and Sport

Leeson Lane

Dublin 2

T +353 (0)1 670 74 44

info@dttas.ie

http://www.dttas.ie

Office of Government Procurement

3A Mayor Street Upper

Dublin 1

T +353 (0)76 100 80 00

support@ogp.gov.ie

http://www.procurement.ie; http://ogp.gov.ie

Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer

(German Irish Chamber of Industry and Commerce)

5 Fitzwilliam Street Upper

Dublin 2

T +353 (0)1 642 43 00

F +353 (0)1 642 43 99

info@german-irish.ie

http://www.german-irish.ie

(P.T.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Irland Verkehrsinfrastrukturbau, allgemein

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‎+49 228 24 993 279

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