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04.01.2018

Irland investiert stark in IKT-Infrastruktur

Landesweites Breitbandnetz bis 2022 / Durchgängig intelligente Stromzähler bis 2024 / Von Torsten Pauly

Dublin (GTAI) - Irlands Regierung hat große Investitionsprogramme aufgelegt, um alle Internetnutzer mit einem schnellen Zugang auszustatten und um Schulen und die Polizei mit neuester Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) auszurüsten. Der IKT-Sektor hat in Irland 2016 etwa 9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung erbracht. Damit ist die Bedeutung dort weitaus höher als im EU-Durchschnitt, wo der Anteil 4,5 Prozent beträgt, oder auch im Vergleich zu Deutschland (4,3 Prozent). (Kontaktadressen)

In Irland ist das wichtigste und mit 2,8 Milliarden Euro bei weitem teuerste IKT-Projekt der nächsten Jahre der Zugang zum Breitbandnetz für alle Haushalte, Unternehmen, Bauernhöfe, Schulen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen. Dies soll bis 2022 vollständig erfolgen. Um das Ziel zu erreichen, stellt die irische Regierung 275 Millionen Euro bereit. Weitere 2,5 Milliarden Euro sollen private Anbieter aufwenden. Diese haben seit 2012 bereits in etwa die gleiche Summe ins Breitbandnetz investiert.

Dennoch waren Ende 2017 noch 540.000 postalische Adressen ohne eine schnelle Internetverbindung. Auf einen Breitbandzugang warten unter anderem noch 990.000 Einwohner, 52.000 Farmen, 47.000 vorwiegend kleinere Firmen, 437 Schulen und 310 Businessparks.

Ein Problem ist die teilweise sehr dünne Besiedlung, durch die sich die Erschließungskosten pro Internetnutzer stark verteuern. Daher unterstützt der Staat private Investoren. Irlands Bevölkerungsdichte war 2015 mit durchschnittlich 68 Einwohnern je Quadratkilometer deutlich geringer als im EU-Mittel (117 Personen; Deutschland: 229). Dabei konzentrieren sich 28 Prozent der irischen Bevölkerung in Dublin und weitere 15 Prozent im Südwesten mit der Stadt Cork. Dagegen leben in Irlands Westen lediglich 32 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Austausch aller irischen Stromzähler beziehungsweise die Installation von 2,3 Millionen "intelligenten" Geräten, den sogenannten "smart meters". Diese sind eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von Smart-City und Smart-Home-Konzepten. Die Zählererneuerung soll von 2019 bis 2024 stattfinden. Dabei sollen in den ersten beiden Jahren jeweils 250.000 und danach 500.000 Strommesser pro Jahr erneuert werden.

Moderne Ausstattung für Schulen und die Polizei

Ein gesondertes Investitionsprogramm in Höhe von 210 Millionen Euro hat Irlands Regierung aufgelegt, um die Schulen des Landes mit zeitgemäßer IKT-Ausstattung auszurüsten. Dieses Projekt hat bereits begonnen und soll 2021 abgeschlossen sein.

Auch die Polizei, die in der Republik Irland "Garda" heißt, erhält moderne IKT-Technik. Hierfür laufen sogar zwei Investitionsprogramme der Regierung, die sich auf 333 Millionen Euro summieren. Darüber hinaus stehen 58 Millionen Euro für IKT- und Gebäudeinvestitionen im Justizwesen bereit. All diese Maßnahmen werden schrittweise umgesetzt.

Für alle öffentlichen Ausschreibungen ist das Office of Government Procurement zuständig. Professionelle Hilfe beim Markteinstieg offeriert seit vielen Jahren auch die Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer.

Öffentliche Investitionsprogramme für die IKT-Infrastruktur in Irland
Programm Budget (Mio. Euro) Anmerkungen
landesweites Breitbandnetz 275 hinzu kommen private Investitionen von 2,5 Mrd. Euro; Realisierung bis 2022
Moderne IKT-Ausstattung an Schulen 210 Realisierung bis 2021
IKT-Ausstattung der Polizei 128 schrittweise Realisierung
IKT-Ausstattung der Polizei 205 zusätzliches Programm; schrittweise Realisierung
IKT-Ausstattung des Justizwesens 58 beinhaltet auch Investitionen in Gebäude; schrittweise Realisierung

Quelle: Department of Public Expenditure and Reform

Gute Konjunktur erweitert Finanzspielraum der öffentlichen Hand

Generell kann der irische Staat dank des kräftigen Wirtschaftswachstums und der besseren Haushaltslage wieder mehr investieren. Im August 2017 hat die Regierung ihre langjährige Planung, den sogenannten Capital Spending Plan, nochmals um 6 Milliarden Euro aufgestockt. Von 2018 bis 2021 stehen nun 27 Milliarden Euro für staatliche Investitionen zur Verfügung. Weitere Schwerpunkte sind dabei das Verkehrsnetz, der Wohnungsbau oder Kliniken. Dennoch ist der Jahresbetrag mit 9 Milliarden Euro noch geringer als vor der Krise, denn 2008 hatte der Staat 10 Milliarden Euro investiert.

Irlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) war 2008 und 2009 preisbereinigt um insgesamt 8,4 Prozent eingebrochen. Dank der danach folgenden kräftigen Erholung war das Niveau aber bereits 2014 wieder höher als vor der Krise. Ende 2017 erwartete die EU-Kommission in Irland für 2017 ein reales BIP-Wachstum von 4,8 Prozent und für 2018 von 3,9 Prozent.

Kontaktadressen

Department of Public Expenditure and Reform

Government Buildings

Upper Merrion Street

Dublin 2

T +353 (0)1 676 75 71

F +353 (0)1 678 99 36

pressoffice@per.gov.ie

http://www.per.gov.ie

Department of Communications, Climate Action and Environment

29-31 Adelaide Road

Dublin 2

T +353 (0)1 678 20 00

nds@dccae.ie (National Digital Strategy); broadband@dccae.ie (Broadband Strategy)

http://www.dccae.ie

Office of Government Procurement

3A Mayor Street Upper

Dublin 1

T +353 (0)76 100 80 00

support@ogp.gov.ie

http://www.procurement.ie; http://ogp.gov.ie

Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer

(German Irish Chamber of Industry and Commerce)

5 Fitzwilliam Street Upper

Dublin 2

T +353 (0)1 642 43 00

F +353 (0)1 642 43 99

info@german-irish.ie

http://www.german-irish.ie

(P.T.)

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