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12.08.2015

Kroatien setzt auf neues Kohlekraftwerk

Genehmigungen für Plomin C-Block lassen auf sich warten / Von Erika Anders-Clever

Zagreb (gtai) - Mit annähernd 1 Mrd. Euro ist das Plomin C-Projekt (Istrien) das größte Investitionsvorhaben Kroatiens. Wie das Wirtschaftsministerium herausstellt, ist als strategischer Partner der Marubeni-Konzern aus Japan ausgewählt worden und noch für den Herbst 2015 seien die endgültigen Vertragsunterzeichnungen für den Kraftwerksblock zur Kohleverstromung zu erwarten. Offen ist, ob das Kraftwerk Strom zu Marktpreisen anbieten kann, und zwar ohne Staatssubventionen.

Die endgültigen EU-Genehmigungen für das kroatische Plomin C-Kohlekraftwerk stehen noch aus. Sie werden vom Wirtschaftsministerium für den Herbst 2015 erwartet. Die staatlichen Elektrizitätswerke Kroatiens (HEP) sollen mit 50% an einem Unternehmen beteiligt sein, das gemeinsam mit dem japanischen Marubeni-Konzern gegründet werden soll. Es ist geplant, dass HEP die Hälfte des produzierten Stroms über langfristige Stromlieferverträge beziehen wird (Kapazität 500 MW). In diesen Verträgen soll der Strompreis über einen längeren Zeitraum festgeschrieben werden und dabei zu Beginn deutlich über den Marktpreisen liegen. Energieexperten weisen darauf hin, dass HEP voraussichtlich Subventionen aus dem Staatshaushalt benötigen wird. Ob die EU hierzu grünes Licht gibt, ist offen.

Partner von HEP in Plomin war bislang der deutsche RWE-Konzern. Die Zusammenarbeit bezog sich auf den Kraftwerksblock Plomin 2 und war 1996 als erstes Kraftwerks-Joint Venture in Kroatien mit einem ausländischen Partner begründet worden. Der Vertrag umfasste für RWE Finanzierung, Errichtung und Betrieb des KW-Blocks Plomin 2 mit einer Kapazität von netto 210 MW sowie einen 15-Jahres-Stromliefervertrag mit HEP. Die Investitionen wurden bei Fertigstellung des Kraftwerksblocks im Jahr 2000 auf 300 Mio. Euro beziffert. RWE hat sich 2015 aus dem Plomin-Projekt zurückgezogen und gibt die Restlaufzeit von Plomin 2 mit mindestens 25 Jahren an.

(E.A.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Kroatien Kraftwerksbau, Strom-/ Energieerzeugung, Fossile Energien

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