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08.08.2017

LG Display kündigt Milliardeninvestitionen in OLED-Sparte an

Ausbau der Kapazitäten geplant / Nachfrage soll weiter steigen / Von Alexander Hirschle

Seoul (GTAI) - Das koreanische Unternehmen LG Display wird sich künftig auf die Herstellung von OLED konzentrieren. LG gab Mitte 2017 weitere umfangreiche Investitionen in dieses Segment bekannt. So soll die Produktionsstätte im koreanischen Paju gestärkt werden und die wachsende Nachfrage nach OLED bedient werden können. Neben TV-Geräten wird OLED zunehmend bei Smartphones im High-End-Bereich angewendet. Übergreifend erholt sich der Display-Sektor in Korea (Rep.) 2017 nach einem durchwachsenen Vorjahr.

Der koreanische Panelhersteller LG Display wird sich bei seinen künftigen Investitionsaktivitäten auf das Segment OLED (Organic Light-emitting Diode; organische Leuchtdiode) fokussieren. Bis 2020 sollen umfangreiche Investitionen in den Ausbau der Sparte getätigt werden. Auf der anderen Seite sollen die Engagements im Bereich LCD (Liquid Crystal Display; Flüssigkristallanzeigen) für TV-Geräte, die lange die Haupteinnahmequelle des Unternehmens darstellten, nach unten geschraubt werden.

Ende Juli 2017 gab das Unternehmen neue Investitionen in den Ausbau der OLED-Kapazitäten in Korea (Rep.) im Gesamtwert von 7,8 Bill. Won (circa 6,1 Mrd. Euro; 1 Euro = rund 1.284 Won; im Jahresdurchschnitt 2016) bekannt. So soll für 2,8 Bill. Won eine neue Produktionslinie für OLED der Größe 10.5 Gen in der Fabrik in Paju aufgebaut werden.

Weitere 5,0 Bill. Won sollen ebenfalls in Paju in die Erweiterung der Kapazitäten zur Herstellung von Plastik-OLED (POLED) der Größe 6 Gen fließen, das vorwiegend für Displays bei mobilen Anwendungen verwendet wird. Mit der Investition soll die Rolle von Paju als zentraler OLED-Hub im globalen Kontext gefestigt werden.

Zusammen mit bereits geplanten Investitionen ergibt sich eine Gesamtsumme von 15 Bill. Won, die in die Erweiterung der OLED-Produktion in Südkorea fließen wird. Durch den Ausbau der Kapazitäten soll die Herstellung von 120 Mio. Smartphone-Displays pro Jahr ermöglicht werden. Nach Einschätzung von Unternehmensvertretern in der lokalen Presse unterstreicht die massive Investitionssumme, dass LG davon überzeugt ist, dass OLED über ein großes Zukunftspotenzial verfügt.

Engagement in China wird erweitert

Darüber hinaus wird LG Display eine neue Produktionslinie zur Herstellung von OLED der Größe Gen 8.5 für TV-Geräte in Guangzhou in der VR China im Rahmen eines Joint Ventures mit einem lokalen Partner aufbauen. Die Kosten hierfür sollen sich insgesamt auf 2,6 Bill. Won belaufen, LG selbst will für 1,8 Bill. Won aufkommen. In Guangzhou betreibt das Unternehmen bereits eine Fabrik zur Produktion von LCD-Panels.

LG rechnet damit, dass der Smartphone-Display-Markt sich kontinuierlich in Richtung POLED bewegen wird und damit der Bedarf in diesem Bereich von 120 Mio. Einheiten im Jahr 2017 bis 2020 auf 370 Mio. stark ansteigen wird. LG Display hatte in der Vergangenheit einen stärkeren Fokus auf den Fernsehermarkt gelegt, während Samsung sich mehr auf Smartphone-OLED konzentrierte.

Steigende Verkäufe von OLED

Die Investitionsentscheidung wurde auf Basis guter Verkaufsergebnisse des Unternehmens bekanntgegeben. So konnte LG Display bereits 21 Quartale in Folge einen Betriebsüberschuss vorweisen. Die Resultate für das 2. Quartal 2017 beinhalten eine Absatzsteigerung um 13% im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum.

Die guten Ergebnisse führt LG unter anderem auf die zunehmende Diversifizierung der Produktpalette zurück, wie etwa in Richtung extragroßer TV-UHD-Bildschirme und hochauflösender IT-Geräte. Nach Produktsparten entfallen bei LG 46% auf TV-Bildschirme, gefolgt von Smartphone-Displays mit 22%, Monitore (17%) sowie Laptop- und Tablet-Panels (15%).

Kontinuierliches Wachstum erwartet

LG geht davon aus, dass OLED-Fernseher weiter an Bekanntheit und Zuspruch auf den internationalen Märkten gewinnen werden und sich die Konsumentenbasis somit künftig ausweiten wird. Auch die Nachfrage aus anderen Bereichen wie dem Mobilfunk und der Kfz-Industrie soll demzufolge ein kontinuierliches Wachstum aufweisen.

Produkte aus OLED gelten im Vergleich zu herkömmlichen Displays als robuster und sind extrem dünn. Dadurch sind sie hervorragend geeignet für gebogene, flexible und perspektivisch auch transparente Anwendungen. OLED dürfte daher künftig vorwiegend im Premiumsegment eingesetzt werden. Beim Einsatz von OLED in Smartphones können höhere Margen erzielt werden als beispielsweist bei TV-Geräten

Display-Markt im Aufschwung

Der Markt für Displays entwickelt sich 2017 übergreifend deutlich besser als noch 2016. Nachdem im Vorjahr zweistellig rückläufige Ex- und Importe sowie starke Einbußen bei der lokalen Produktion hingenommen werden mussten, prognostiziert das Institut KIET (Korea Institute for Industrial Economics and Trade) für 2017 einen aufsteigenden Trend. Vor allem die koreanischen Importe von Displays sollen dabei stark zulegen.

Entwicklung der koreanischen Display-Industrie (Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
2016 2017 1)
Inlandsabsatz 2) -4,8 2,6
Import 3) -23,8 43,9
Produktion 2) -10,9 1,9
Export 3) -15,5 6,3

1) Prognose; 2) auf Won-Basis; 3) auf US-Dollar-Basis

Quelle: KIET (Korea Institute for Industrial Economics and Trade)

Trotz des Investitionsstopps für herkömmliche Displays sieht LG dieses Segment in naher Zukunft weiterhin als Haupteinnahmequelle. Flüssigkristallanzeigen stellen nach Einschätzung von LG Display in der koreanischen Presse eine solide Basis für die Unternehmensaktivitäten dar. Vor allem IT-Erzeugnisse auf LCD-Basis wie Monitore oder Laptops dürften sich demzufolge weiterhin einer hohen Nachfrage bei den Kunden im High-End-Segment erfreuen.

(A.H)

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in Korea (Rep.) können Sie unter http://www.gtai.de/korea abrufen. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in Asien-Pazifik.

Dieser Artikel ist relevant für:

Südkorea Unterhaltungselektronik, Audio-, Videotechnik, Organische/gedruckte Elektronik

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