Suche

30.12.2015

Luxemburg plant Straßenbahnbau

Schrittweise Inbetriebnahme bis 2021 / Neue Bahnverbindung beabsichtigt / Von Torsten Pauly

Luxemburg (gtai) - Die luxemburgische Hauptstadt erhält eine Straßenbahnlinie um dem in den letzten Jahren stark gestiegenen Fahrgastaufkommen gerecht zu werden. Geplant ist eine 16 km lange Strecke mit 24 Haltestellen. Die Investitionskosten belaufen sich auf 565 Mio. Euro. Das Vorhaben eröffnet auch deutschen Anbietern interessante Geschäftschancen. Die neue Tramtrasse ist ein wichtiges Element im Konzept zur landesweiten Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). (Kontaktanschriften)

Das Projekt "Luxtram" sieht vor, dass 2017 zunächst eine Strecke mit acht Haltestellen ihren Betrieb aufnimmt. Diese verläuft auf dem nördlich der historischen Innenstadt gelegenen Plateau Kirchberg, wo sich die Messe Luxexpo, der Europäische Gerichtshof, die Europäische Investitionsbank und weitere Büros befinden. Bis 2021 sollen dann zwei Verlängerungen stattfinden, zum einen von der Messe zum Flughafen, zum anderen entlang der Altstadt und des Hauptbahnhofs in die südlichen Stadtteile. Die letzte Straßenbahnlinie der Hauptstadt ist 1964 eingestellt worden.

Mit der Tramlinie entsteht auch ein neues, 33.000 qm großes Depot samt Wartungseinrichtungen. Angeschafft werden nun insgesamt 32 Straßenbahnwaggons, mit denen stündlich bis zu 10.000 Fahrgäste in jede Richtung verkehren können. Über die neue Tramlinie informiert die hierzu auch auf Deutsch eingerichtete Homepage http://www.luxtram.eu. Dort sind auch alle jeweils aktuellen Ausschreibungen zum Projekt eingestellt. Die Tenderdetails sind allerdings derzeit nur auf Französisch abgefasst.

Fahrgastaufkommen hat sich seit 1990 verdreifacht

Mit der guten wirtschaftlichen Entwicklung und dem Zuzug von ausländischen Arbeitskräften hat sich in den letzten Jahren auch die luxemburgische Bevölkerung stark erhöht. So lebten 2014 im Großherzogtum 44,9% mehr Einwohner als 1990 und auch im Hauptstadtkanton betrug die Zunahme im gleichen Zeitraum 45,3%.

Hinzu kommen 171.000 Grenzgänger, die zur Hälfte aus Frankreich und zu je einem Viertel aus Belgien und Deutschland täglich zur Arbeit nach Luxemburg pendeln. Im dritten Quartal 2015 hatten somit nur 28% aller Werktätigen im Großherzogtum auch die luxemburgische Staatsangehörigkeit.

Im Zuge dieser Entwicklung hat sich das jährliche Fahrgastaufkommen in der Hauptstadt zwischen 1990 und 2014 sogar verdreifacht (+201,2%). Auch das nahe gelegene Esch an der französischen Grenze hat im selben Zeitraum 73,7% mehr ÖPNV-Passagiere verzeichnet. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur jedoch hat mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt gehalten.

Langfristiges Verkehrskonzept bis in die 2030er Jahre

Aus diesem Grund hat das zuständige Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen eine "Globale Strategie für eine nachhaltige Mobilität für Einwohner und Grenzgänger" erstellt. Die bis 2021 realisierte Luxtramtrasse spielt in diesem Konzept eine zentrale Rolle.

Auch darüber hinaus stehen aber vor allem im Süden des Landes weitere Investitionen an, denn dort konstatiert die Analyse den stärksten Anstieg von Verkehr und Umweltbelastung. So soll es bis in die 2030er Jahre eine neue Bahnverbindung zwischen den Großräumen Luxemburg und Esch geben. In diesen beiden Kantonen lebten 2014 etwa 30 beziehungsweise 29% aller Einwohner des Großherzogtums. Informationen zur globalen Strategie finden sich im Internet unter http://www.modu.lu.

Luxemburgischer öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) in Zahlen
Kennziffer 1990 2000 2010 2014 Veränderung 2014/13 (in %)
Einwohner in Luxemburg insg. (in 1.000), darunter in 379,3 435,5 502,1 549,7 2,4
.Luxemburg-Kanton, darunter in 115,1 128,8 147,0 167,2 2,9
.Luxemburg-Stadt 74,7 80.7 90,9 107,3 3,5
.Esch-Kanton, darunter in 115,1 130,8 150,7 161,0 2,0
.Esch-Stadt 23,9 25,2 30,2 32,6 2,2
ÖPNV-Fahrgäste in Luxemburg-Stadt (AVL-Verbund, in Mio.) 12,6 24,4 32,8 37,8 0,2
ÖPNV-Fahrgäste in Esch (TICL-Verbund, in Mio.) 4,8 6,3 7,5 8,3 2,6
ÖPNV-Einnahmen in Luxemburg-Stadt (AVL-Verbund, in Mio. Euro) 6,4 13,4 25,7 30,4 20,9
ÖPNV-Einnahmen in Esch (TICL-Verbund, in Mio. Euro) 1,3 1,2 1,9 2,1 -1,1

Quelle: Luxemburgisches Statistikamt

Kontaktanschriften:

Ministère du Développement durable et des Infrastructures

(Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen)

Besucheradresse: 4 place de l'Europe; 1499 Luxemburg

Postadresse: 2940 Luxemburg

Tel.: 00352/24 78 24 78; Fax -46 27 09

E-Mail : info@developpement-durable-infrastructures.public.lu; Internet: http://www.modu.lu; http://www.developpement-durable-infrastructures.public.lu

Luxtram

24 Avenue Emile Reuter; 2420 LuxemburgTel : 00352/272 03 91; Fax: -27 20 39 99

E-Mail: info@luxtram.lu ; Internet: http://www.luxtram.lu

Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer (Debelux)

21 Avenue de Boulevard; 1210 Brüssel

Tel.: 00322/203 50 40; Fax: -203 22 71

Friedrichstrasse 42-44; 50676 Köln

Tel.: 0221/257 54 77; Fax: -257 54 66

E-Mail: ahk@debelux.org; Internet: http://ahk.debelux.de

(P.T.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Luxemburg Verkehrsinfrastrukturbau, allgemein, Schienenfahrzeuge, Schienenverkehr, Öffentlicher-Personen-Nahverkehr (ÖPNV)

Weitere Informationen

Funktionen

Kontakt

Ingeborg Kozel

‎0228/24993-365

Suche | © iStock.com/malerapaso; GTAI

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschafts-daten, Zoll- und Rechts-informationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche