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21.05.2015

Peru und Chile bilden zusammen den größten Bergbau-Hub der Welt

Günstige Kostenstruktur beflügelt Megaprojekte / Anlagen aus Deutschland / Von Anne Litzbarski

Santiago de Chile (gtai) - Der peruanische Bergbausektor überrascht mit dem zweitgrößten Investitionsportfolio in Lateinamerika nach Chile. Ob sich die Wachstumsraten der Branche von 8,3% und 8,0% für die Jahre 2015 und 2016 erfüllen, hängt vor allem von den Kupfer-Großprojekten ab. Die hohen Vorkommen an Kupfer, Zink, Gold, Silber und Eisen ziehen internationale Konzerne an, die dieses Potenzial nutzen wollen. Aus Deutschland werden unter anderem Elektroausrüstungen angefordert. (Kontaktanschriften)

Mit einem Bergbauportfolio in Höhe von 64,4 Mrd. US$ für die nächsten zehn Jahre steht Peru hinter Chile laut dem peruanischen Ministerium für Energie und Bergbau an zweiter Stelle in Lateinamerika. Die chilenische Botschaft in Lima bezeichnete die beiden Andenstaaten als weltweit größten Bergbau-Hub im Hinblick auf die Gesamtsumme für Investitionen in den nächsten zehn Jahren, die im Mai 2015 bei 180,7 Mrd. US$ liegt.

Im Gegensatz zu Chile, wo eine Reihe großer Projekte die Verlängerung der Bergwerkslaufzeiten oder Kapazitätserweiterungen zum Ziel hat, fließen in Peru hohe Investitionen in neue, noch ungenutzte Anlagen wie in die Erweiterung der Kupfermine Las Bambas (10,0 Mrd. US$), das Kupferprojekt Quellaveco (3,3 Mrd. US$) oder den Eisen-Tagebau Pampa del Pongo (1,9 Mrd. US$).

Da sich Perus Bergbausektor erst in den 90er Jahren privaten Investitionen öffnete, sind viele Flächen noch nicht vollständig erforscht. Die relativ jungen Minen, der hohe Gesteinsgehalt und die immensen Reserven ziehen internationales Kapital an. Auch die Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Stabilität in den letzten zehn Jahren zählt zu den Stärken Perus.

Die Diversifizierung der Energiequellen sowie die mittel- und langfristige Planung der Stromerzeugung und -übertragung haben dazu beigetragen, dass die Lieferpreise für den Bergbau wettbewerbsfähig sind. Auch wegen der Lohnkosten weist Peru im internationalen Vergleich einen Cash Cost von 93,4 US$-Cents pro Pfund Kupfer auf, während dieser Teil der Produktionskosten in Chile mit 159,8 US$-Cents deutlich höher ausfällt, so die Körperschaft für Kapitalgüter (Corporación De Desarrollo Tecnológico De Bienes De Capital, CBC). Die Cash Costs umfassen unter anderem Förderabgaben sowie Betriebs-, Investitions-, Explorations- und Verwaltungskosten.

In ihrem aktuellen Bericht "Catastro de proyectos de inversión" nennt CBC die Reduzierung bürokratischer Hürden als weiteren Pluspunkt für Peru. In den letzten Jahren habe die Regierung mehrere Maßnahmen zur Vereinfachung der Verfahren und Verkürzung der Wartezeiten umgesetzt, vor allem in Bezug auf die Umweltprüfung.

Von diesen insgesamt positiven Rahmenbedingungen haben die aktuellen Projekte profitiert: Der kommerzielle Vollbetrieb des Projekts Constancia in Südostperu soll 2015 aufgenommen werden. Darüber hinaus soll der Minenkomplex Cerro Verde in der südlichen Andenregion von Arequipa erweitert und die Anlage zur Konzentration von Kupfererz Toquepala ausgebaut werden. Im Jahr 2016 folgt unter anderem der Kupfer-Tagebau Tía María, ebenfalls in Arequipa.

Anlagen und Automatisierungssysteme für das Kupferprojekt Constancia von Siemens

Für das Kupferprojekt Constancia in Cusco liefert Siemens als Generalunternehmer die Elektroausrüstung. Dazu zählen eine Komplettlösung mit in Containern vormontierten Stromverteilungsanlagen (E-Houses), Umspannstationen mit Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen für die Netzanbindung, ein fest installiertes Umspannhaus, Dieselgeneratoren und Kondensatorenbänke mit zugehörigen Verteilertransformatoren.

Ausgewählte Großprojekte im Bereich Bergbau (in Mio. US$)
Projektbezeichnung Investitionssumme (Mio. US$) Projektstand Unternehmen und Region
Erweiterung der Kupfermine Las Bambas 10.000 Pipeline im Bau, Inbetriebnahme 2016 geplant China Minmetals Corp, Konsortium aus MMG (Anteil von 62,5%), Guoxin International Investment und Citic Metal (China), Regionen Cusco und Apurimac
Ausbauprojekt Conga (größte Goldmine Lateinamerikas Yanacocha) 4.800 Umweltverträglichkeitsstudie genehmigt; zurzeit keine weitere Umsetzung wegen anhaltenden Protesten Konsortium Yanacocha (USA), Regionen Cajamarca, Celendin
Erweiterung der Kupfermine Cerro Verde 4.600 Durchführung; Erweiterung im Juli 2015; Inbetriebnahme der 1. Etappe Ende 2015 geplant Freeport MacMoRan Cooper(USA), Region Arequipa
Kupferprojekt Quellaveco 3.300 Baubeginn 2015 und Inbetriebnahme 2019 geplant Anglo American Quellaveco (81,9%; UK), Mitsubishi (18,1%; Japan), Region Moquegua
Eisen-Tagebau Mina Pampa del Pongo 1.840 Umweltverträglichkeitsstudie genehmigt Jinzhao Group Co. (VR China), Region Arequipa
Kupferprojekt Constancia 1.708 kommerzieller Vollbetrieb 2015 geplant HudBay Minerals (Kanada), Provinz Cusco
Erweiterung der größten Eisenmine Perus Marcona 1.500 Inbetriebnahme 2015 geplant Shougang Hierro Peru (98,52%; China), Region Nazca
Kupfer-Tagebau Tía María 1.400 Geplante Inbetriebnahme 2017 wegen anhaltenden Protesten fraglich Southern Copper Corporation (Grupo México); Provinz Islay, Region Arequipa
Toquepala, Ausbau Kupferförderung, Anlage zur Konzentration von Kupfererz 1.100 Genehmigung des Bergbauministeriums erhalten; Baubeginn 2015 geplant Southern Copper Corporation (Grupo México); Provinz Tacna

Quellen: ProInversion, MINEM, Pressemeldungen

Weitere Informationen enthält die Studie "Peru - Herausforderungen und Chancen für eine nachhaltige Entwicklung im Rohstoffsektor", die kostenlos zum Download bereitsteht (http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche.html?boost=&dateFrom=&dateTo=&facets%5Bcountry%5D=PERU&formId=208256&hitsPerPage=10&searchTerm=&sort=date_desc&pageBlock%3D2=21-30). Die gemeinsam von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), der Deutsch-Peruanischen Industrie- und Handelskammer (Peru AHK) und Germany Trade & Invest (GTAI) herausgegebene Publikation (130 Seiten, Bestell-Nr.: 18894) ist auch als kostenloses Druckexemplar verfügbar.

Kontaktanschriften:

Ministerio de Energía y Minas (MEM)

Peruanisches Energie- und Bergbauministerium

Av. Las Artes Sur 260 San Borja, Lima, Peru

Tel.: 00511/411 11 00

Internet: http://www.minem.gob.pe

Instituto Geológico Minero y Metalúrgico (INGEMMET)

Geologisches Institut für Bergbau und Metallurgie

Av. Canada 1470, San Borja, Lima 41, Peru

Tel.: 00511/61 89 8 00, Fax: -225 45 40

Internet: http://www.ingemmet.gob.pe

Agencia de Promoción de la Inversión Privada (ProInversión)

Investitionsagentur

Av. Enrique Canaval Moreyra 150, Piso 9, San Isidro, Lima

Ansprechpartner: Jorge Valverde Camán, Technischer Berater

Tel.: 00511/200 12 00, Durchwahl -13 84, Fax: -221 29 41

E-Mail: jvalverde@proinversion.gob.pe, Internet: http://www.proinversion.gob.pe

Portal zum Tracking von öffentlichen Projekten

Internet: https://apps.contraloria.gob.pe/ciudadano

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Landesdirektor: Ulrich Krammenschneider

Prolongación Arenales 801, Miraflores, Lima, Peru

Tel.: 00511/422 90 67, Fax: -6188

E-Mail: giz-peru@giz.de, Internet: http://www.giz.de/peru-pe

Cluster Canasta Tecnológica Alemana (CTA),

gegründet auf Initiative der deutschen Botschaft in Lima, unterstützt durch die AHK Peru. Zusammenschluss von rund 20 Vertretern deutscher Unternehmen, darunter Konzerne und Mittelständler, die sich gemeinsam in Peru präsentieren.

Camino Real 348 Of. 1502

San Isidro, Lima 27, Peru

Tel.: 00511/441 86 16, Fax: -442 60 14

Präsident: Ing. Jorge Isla Orellana

E-Mail: jorge.isla@sew-eurodrive.com.pe, Internet: http://grou.ps/canastatecnologicaalemana

Sociedad Nacional de Minería, Petróleo y Energía (SNMPE)

Nationale Gesellschaft für Bergbau, Erdöl und Energie,

leistet unter anderem Lobbyarbeit für den Bergbau- und Energiesektor

Francisco Graña 671

Magdalena del Mar, Lima 17, Peru

Tel.: 00511/215 92 50, Fax: -460 16 16

E-Mail: postmaster@snmpe.org.pe, Internet: http://www.snmpe.org.pe

Informationen zu Großprojekten

Internet: http://www.proyectosapp.pe/modulos/JER/PlantillaProyectoEstadoSector.aspx?are=0&prf=2&jer=5351&sec=22

Kontaktanschrift zu einzelnen Projekten: proyectochavimochic@proinversion.gob.pe

(A.LI.)

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Peru Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Mineralische Rohstoffe, Edelsteine

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