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21.09.2017

Pharmaproduktion in Mexiko stagniert

Produzenten leiden unter höheren Importkosten / Von Florian Steinmeyer

Mexiko-Stadt (GTAI) - Die Pharmaproduzenten in Mexiko sind schwach in das Jahr 2017 gestartet. Die Wachstumserwartungen der Arzneimittelproduzenten sind durch bessere Verkäufe an den öffentlichen Sektor im Jahresverlauf dennoch gut. Die wachsende und zunehmend ältere Bevölkerung benötigt mehr Arzneimittel. Das erwartete Marktwachstum macht kleinere mexikanische Hersteller zu potenziellen Übernahmekandidaten für international führende Unternehmen.

Die Pharmaproduzenten in Mexiko kommen derzeit aufgrund der höheren Importkosten von Vorprodukten unter Druck. Im Jahr 2016 haben laut Informationen des Arzneimittelhändlerverbands Unefarm die Preise für national produzierte Medikamente um wenigstens 10 Prozent zugelegt. Ungeachtet dieser temporären Effekte sind die Wachstumserwartungen der Arzneimittelproduzenten gut. Die wachsende und zunehmend älter werdende Bevölkerung benötigt mehr Arzneimittel. Chronische und altersbedingte Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Gefäßverstopfungen sowie Gebärmutter- und Darmkrebs greifen immer weiter um sich.

Pharmaabsatz in Mexiko (in Milliarden US$)
Indikator 2015 2016 *) 2017 2018 2019
Absatz 11,2 10,0 10,5 11,4 12,0

*) Schätzung beziehungsweise Prognose

Quelle: BMI Research

In den vergangenen Jahren haben Generika stark an ihren Marktanteilen gewonnen. Laut dem Pharmaverband Canifarma handelt es sich bei 87 Prozent der verkauften Einheiten um entsprechende Medikamente. Die mexikanische Fertigung von Arzneimitteln konzentriert sich auf Antibiotika (Anteil 2015 von 23 Prozent), verdauungsfördernde Medikamente (12 Prozent), Schmerzmittel (9 Prozent) und Nahrungsergänzungsmittel (8 Prozent).

Mexiko ist ein wichtiger Standort der Pharmaindustrie - sowohl für den Absatz im Land wie auch für den Export. Der staatlichen Investitionsagentur ProMéxico zufolge sind 20 der 25 größten Branchenkonzerne im Land ansässig. Im Jahr 2015 führte Bayer die Liste der umsatzstärksten Unternehmen an, es folgten Genomma Lab Internacional, MSD, Pfizer und Roche. Von deutscher Seite sind daneben Boehringer Ingelheim, Merck, Grünenthal und Merz mit Werken beziehungsweise einer eigenen Niederlassung in Mexiko vertreten.

Pharmaproduktion stagniert

Die mexikanische Pharmaproduktion stagnierte 2016 aufgrund der höheren Preise für Vorprodukte und der schwachen Nachfrage der öffentlichen Gesundheitsversorger. Diese hatten 2016 ihre Einkäufe nahezu auf dem Niveau des Vorjahres belassen. Auch im 1. Quartal 2017 war ein leichtes Minus der Fertigung gegenüber den ersten drei Monaten 2016 zu verzeichnen.

Im Gesamtjahr 2017 wird die Produktion voraussichtlich jedoch anziehen. Die öffentlichen Einrichtungen hatten Anfang des Jahres in ihrer gemeinsamen Ausschreibung (Compra Consolidada) die Arzneimittelkäufe dem Wert nach um real 3 Prozent gesteigert. Die Lieferung der Medikamente erfolgt über das Jahr hinweg.

Produktion von Pharmazeutika in Mexiko (in Millionen Schachteln, Veränderung in Prozent) 1)
2013 2014 2015 2016 1. Quartal 2017 Veränderung 2017/2016 2)
2.761,1 2.584,4 2.572,0 2.566,9 645,7 -0,2

1) umfasst Human- und Tiermedizin sowie Impfstoffe, Vitaminpräparate und Ernährungszusatzstoffe; 2) Januar bis März, Abweichungen durch Rundungen

Quelle: Statistikamt Inegi

Dem Beratungsunternehmen PWC zufolge sind kleinere mexikanische Hersteller aufgrund des erwarteten Marktwachstums weiterhin Übernahmekandidaten für die international führenden Konzerne. Ein Beispiel dafür ist der israelische Pharmakonzern Teva Pharmaceutical Industries, der 2015 für rund 2,3 Milliarden US-Dollar den mexikanischen Konkurrenten Rimsa gekauft hatte.

(FST)

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Mexiko Arzneimittel, Diagnostika

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