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15.11.2017

Polen erhöht Kapazitäten für Kunstdünger

Grupa Azoty größter Produzent in der Europäischen Union / Kadmiumanteil wird reduziert / Von Beatrice Repetzki

Warschau (GTAI) - Polen ist ein bedeutender Hersteller von Kunstdünger und investiert weiter in seine Kapazitäten. Der EU-weit größte Produzent, Grupa Azoty, zeigt sich an der Übernahme der kroatischen Petrokemija interessiert. Auch die zum Erdölkonzern PKN Orlen gehörende Anwil stockt ihre Kapazitäten auf. Die von der EU verlangte Reduzierung des Kadmiumanteils im Phosphordünger hat Auswirkungen auf die polnische Industrie und die Preisgestaltung. (Kontaktanschriften)

Polen ist ein wichtiges Herstellerland von Kunstdünger. Die inländische Kunstdüngerproduktion ist allerdings im Jahr 2016 zurückgegangen. Die Hersteller erwarten weitere Einbußen durch neue Regelungen der EU. Das Europäische Parlament verabschiedete ein Gesetzesprojekt zur Begrenzung des Kadmiumanteils in Düngemitteln. Dieser Bestandteil soll ab 2018 schrittweise reduziert werden.

Produktion von Kunstdünger in Polen (umgerechnet in reinen Bestandteil, in 1.000 t, Veränderung in %)
2015 2016 Veränderung
Stickstoff 2.010 1.970 -2,0
Phosphor 475 470 -1,1

Quelle: Statistisches Hauptamt GUS

Als Rohstoff bezieht Polen Phosphor aus Afrika, unter anderem aus Senegal, mit einem vergleichsweise hohen Kadmiumanteil. Der größte Produzent von mineralischen Düngemitteln in der EU, die polnische Grupa Azoty, ist an der Entwicklung von Technologien zur Befreiung des Produkts von Kadmium stark interessiert. Daran werde derzeit international gearbeitet, so der stellvertretende Vorsitzende der Grupa Azoty, Pawel Lapinski, gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita.

Marktführer expandiert

Die Grupa Azoty will noch weiter expandieren. Ihre in Tarnow ansässige Gesellschaft Azoty Tarnow reichte ein nicht bindendes Angebot zur Übernahme des kroatischen Düngemittelherstellers Petrokemija ein. Dieses Unternehmen wird vom kroatischen Fiskus kontrolliert. Es schreibt Verluste und wurde teilweise umstrukturiert. Dennoch gibt es mehrere Interessenten.

Der Bereich der Düngemittel ist der wichtigste der Grupa Azoty und wird in ihren Fabriken in Tarnow, Pulawy, Police und Kedzierzyn-Kozle produziert. Die Gesellschaft in Pulawy budgetierte für 2017 Investitionen im Wert von 92 Millionen Euro. Das ist der erste Teil eines mittelfristigen Investitionsprogramms im Wert von rund 236 Millionen Euro. Zu den bisherigen Vorhaben gehört die Installation einer Produktionslinie für Stickstoffsäure von Thyssenkrupp Industrial Solutions sowie die Entwicklung neuer, moderner Produkte.

Mit Düngemitteln erwirtschaftet die Grupa Azoty nach eigenen Angaben 55 Prozent ihrer Einnahmen. Die Herstellung sonstiger Chemikalien folgt mit 26 Prozent vor Kunststoffen mit 15 Prozent, dem Energiesektor mit 2 Prozent und übrigen mit ebenfalls 2 Prozent. Im 1. Halbjahr 2017 stiegen die Einnahmen der Gruppe auf fast 1,2 Milliarden Euro (auf Zloty-Basis +5,2 Prozent). Insgesamt sollen 2017 Investitionsprojekte im Wert von rund 307 Millionen Euro durchgeführt werden.

Konkurrent baut Produktion aus

Der Hersteller von Düngemitteln Anwil plant ebenfalls Investitionen in seinem Werk in Wloclawek. Dort will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten bis 2021 um über ein Drittel auf fast 1,5 Millionen Tonnen aufstocken. Dieses Vorhaben ist Teil der Strategie für die Jahre 2017 bis 2021 des Erdölkonzerns PKN Orlen, zu dem Anwil gehört.

Kontaktanschriften

Bezeichnung Internetadresse
Grupa Azoty S.A., Gesellschaft in Tarnow http://tarnow.grupaazoty.com/en/main.html
Grupa Azoty, Gesellschaft in Pulawy http://www.pulawy.com/15-strona-glowna/lang/en-GB/default.aspx
Anwil http://www.anwil.pl/EN/Pages/defaults.aspx

(B.R.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Polen Chemische Industrie, allgemein, Petrochemie, Agrarchemikalien

Kontakt

Heiko Steinacher

‎+49 228 24 993 260

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

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