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26.04.2017

Schwedens Hauptstadt Stockholm verabschiedet neues Infrastrukturpaket

Im März 2017 wurden vier neue, große Projekte beschlossen / Gleichzeitig wird der Wohnungsbau angekurbelt / Von Heiko Steinacher

Stockholm (GTAI) - Schwedens Hauptstadt Stockholm will hohe Summen in den Ausbau ihrer U-Bahn-Linien und in den Wohnungsneubau investieren. Jüngste, erst Ende März 2017 beschlossene Pläne sehen vier große Verkehrsinfrastrukturprojekte - darunter einen noch weiter gehenden U-Bahn-Netzausbau als 2013 beschlossen - mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet gut 2,6 Mrd. Euro vor. Entlang der neuen, beziehungsweise auszubauenden, Verkehrsachsen sollen gut 100.000 neue Wohnungen entstehen. (Internetadressen)

Der Großraum Stockholm, in dem rund 2 Mio. Menschen leben, ist eine der am schnellsten wachsenden Groß- und Hauptstadtregionen Europas. In der gesamten Provinz Stockholms län soll die Einwohnerzahl bis 2023 pro Jahr um 38.000 bis 40.000 anwachsen.

Die schwedische Hauptstadt wird daher in den nächsten Jahren zahlreiche Infrastruktur- und Wohnungsbauprojekte verfolgen. Zu den größten zählen der Umbau des Verkehrsknotenpunktes Slussen, die neue Autobahnverbindung für die E4 im Westen der Stadt (Westumfahrung) sowie der Ausbau der Stockholmer Stadtbahn (Citybanan; 6 km langer S-Bahn-Tunnel zwischen Tomteboda im Stadtteil Solna und dem Süden der Stadt) und der Mälarbahn (Westeinfahrt, zweispuriger Ausbau zwischen Tomteboda und Kallhäll).

Ferner haben sich Staat, Bezirks- und Stadtverwaltung Stockholm mit den Kommunen Nacka, Solna und Järfälla im November 2013 darauf geeinigt, die U-Bahn bis nach Nacka, Arenastaden und Barkaby zu erweitern. Ferner wird die blaue Linie bis Gullmarsplan verlängert und dort mit der grünen Linie verbunden. Parallel zum U-Bahn-Ausbau sollen bis 2030 insgesamt 78.000 neue Wohnungen im Einzugsbereich der neuen Trassen gebaut werden, gut die Hälfte davon im Süden Stockholms, vor allem in der Nähe der U-Bahn-Stationen Gullmarsplan, Hagsätra, Skarpnack und Farsta Strand.

Weiterer Ausbau des Stockholmer U-Bahn-Netzes beschlossen

Ende März 2017 haben sich Sverigeförhandlingen, die Bezirksverwaltung, die Stockholmer Stadtverwaltung und einige Gemeinden im Süden und Nordosten der Provinz Stockholms auf weitere Nahverkehrsausbau- und damit verbundene Wohnungsbaupläne geeinigt. Sverigeförhandlingen ist eine Kommission, die im Regierungsauftrag alternative Finanzierungsmodelle für Verkehrsinfrastrukturprojekte verhandelt.

Die Verhandlungspartner verfolgen vier neue, große Verkehrsinfrastrukturprojekte:

- eine neue U-Bahn-Linie zwischen Fridhemsplan und Älvsjö mit sechs Stationen,

- eine neue U-Bahn-Station bei Hagalund entlang der gelben Linie,

- eine neue, circa 17 km lange Straßenbahnlinie zwischen Älvsjö und Flemingsberg (über Masmo, Kungens kurva, Skärholmen, Segeltorp und Fruängen) sowie

- die Verlängerung der schmalspurigen Bahnstrecke Roslagsbanan, welche die nordöstlichen Vororte der Hauptstadt miteinander verbindet, von der Universität über Odenplan (auf diesem Teilabschnitt soll ein neuer Tunnel gebaut werden) bis T-Centralen, dem Hauptbahnhof Stockholms.

Durch den Bau/Ausbau dieser Verbindungen werden etwa 25 neue Stationen und Haltestellen entstehen. Der Spatenstich für jedes dieser neuen Bauprojekte soll spätestens im Jahr 2026 erfolgen.

Einschließlich neuer Depots und Fuhrparks Investitionen von über 30 Mrd. skr

Diese Maßnahmen ziehen Investitionen in Höhe von rund 25,1 Mrd. Schwedischen Kronen (skr; gut 2,6 Mrd. Euro, 1 Euro = 9,5279 skr im März-Durchschnitt 2017) nach sich. Für neue Depots und die Erweiterung der Fuhrparks werden weitere 5,1 Mrd. skr veranschlagt.

Geschätzte Investitionen im Rahmen des Ende März 2017 beschlossenen Nahverkehrsausbaus im Großraum Stockholm
Maßnahme Investition (in Mrd. skr)
neue U-Bahn-Linie zwischen Fridhemsplan und Älvsjö 12,6
neue U-Bahn-Station bei Hagalund entlang der gelben Linie 1,2
neue Straßenbahnlinie zwischen Älvsjö und Flemingsberg 4,2
Verlängerung der Roslagsbanan 7,1

Quelle: Sverigeförhandlingen

Neue Wohnungen entlang der Ausbaustrecken

Im Zusammenhang mit den neuen Nahverkehrs-Ausbauplänen haben die Verhandlungspartner ebenfalls beschlossen, entlang der zu erweiternden Verkehrsachsen bis zum Jahr 2035 mehr als 100.000 neue Wohnungen zu bauen - zusätzlich zu den 78.000, die bereits im Zuge der Ausbaupläne von November 2013 vorgesehen waren. Knapp die Hälfte der neuen Wohnungen soll in den Stockholmer Stadtbezirken Älvsjö und Liljeholmen errichtet werden.

Zuständig für die Infrastrukturausbaupläne sind die betreffenden Gemeinden beziehungsweise in Stockholm die Bezirksverwaltung. Die neuen Wohnungen werden sowohl von kommunalen als auch privaten Unternehmen gebaut.

Ob der Terroranschlag in der Stockholmer Innenstadt Anfang April 2017 zu einem Überdenken der ohnehin schon hohen Ausgaben für Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr führen wird, lässt sich noch nicht sagen. Einige Beobachter fordern aber noch schärfere Sicherheitsvorkehrungen.

Internetadressen

Stockholm läns landsting (Bezirksverwaltung)

Internet: http://www.sll.se/om-landstinget/sa-fungerar-landstinget/forvaltningar/forvaltning-for-utbyggd-tunnelbana

Gemeinde Huddinge

Internet: https://www.huddinge.se/stadsplanering-och-trafik/trafik-och-resor/strategi-och-infrastruktur/huddinge-i-sverigeforhandlingen

Gemeinde Vallentuna

Internet: http://www.vallentuna.se/sv/Trafik-och-infrastruktur/Nyhetsarkiv-trafik-och-infrastruktur/Sverigeforhandlingen-Seger-for-Vallentuna/

Österaker kommun

Internet: http://www.osteraker.se/boendemiljo/planarbeteochbyggprojekt/oversiktsplanering/annanpagaendeoversiktligplanering/sverigeforhandlingen.4.4aa82e70150db5a22e939fc.html

Täby kommun

Internet: http://www.taby.se/Bygga-bo-och-miljo,http://www.taby.se/Nyheter/Roslagsbanan-forlangs-till-city-via-Odenplan

Solna stad

Internet: https://www.solna.se/sv/stadsbyggnad-trafik/stadsutveckling/stadsutvecklingsprojekt/

(S.H.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Schweden Bauwirtschaft, allgemein, Verkehrsinfrastrukturbau, allgemein, Straßen-, Brücken- und Tunnelbau, Wohnungsbau

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