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11.07.2018

Südafrikas Druckindustrie leidet unter der Digitalisierung der Medienlandschaft

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Printauflagen von Zeitungen und Magazinen sinken / Druckereien setzen auf das Verpackungsgeschäft / Von Heiko Stumpf (Mai 2018)

Johannesburg (GTAI) - In Südafrika muss die Druckindustrie in den zentralen Geschäftssparten Auftragsrückgänge hinnehmen. Bei Zeitungen, Zeitschriften und Werbebroschüren nehmen die Druckvolumen ab. Deshalb dürfte die Branche insgesamt überschüssige Kapazitäten abbauen und bei Investitionen vor allem auf Effizienzsteigerungen setzen. Zudem arbeiten zahlreiche Betriebe an der Diversifizierung ihrer Produktportfolios, wobei insbesondere der Verpackungsdruck Chancen bietet. (Kontaktadressen)

Druckgewerbe

Der südafrikanischen Druckindustrie fehlt es an Markttransparenz. Selbst der Verband Printing SA kann keine umfassenden Marktdaten zur Verfügung stellen. Den jüngsten verfügbaren Angaben zufolge besteht das Druckgewerbe aus rund 1.200 Unternehmen. Andere Branchenkenner sind der Auffassung, dass es mit allen kleinen Betrieben am Kap über 2.000 Druckereien geben könnte. Rund 1.000 weitere Firmen betätigen sich als Zulieferer, insbesondere von Tinte, Chemikalien und Ausrüstung.

Die beiden führenden Druckunternehmen des Landes sind Novus Holdings und Caxton & CTP. Novus Holdings besitzt elf Druckereien in Südafrika, darunter fünf Coldset- und vier Heatset-Anlagen. Caxton & CTP betreibt unter anderem CTP Gravure in Durban, CTP Web Offset in Johannesburg und CTP Sheetfed Offset in Kapstadt. Die Beschäftigtenzahl beläuft sich auf rund 45.000, wobei das Druckereigewerbe insgesamt mittelständisch geprägt ist. Rund 48 Prozent der Unternehmen haben weniger als 25 Mitarbeiter, nur 11 Prozent mehr als 150 Beschäftigte.

Angewendete Drucktechniken (2016)
Drucktechnik (% aller Unternehmen)
Digitaldruck 60,4
Flachdruck (Lithographie) 57,5
Druckvorstufe (Prepress) 49,3
Druckweiterverarbeitung (Postpress) 48,8
Flexodruck 24,5
Siebdruck 21,8
Tampondruck 12,6
Thermoreliefdruck 7,7
Hybridprozesse 7,3
Tiefdruck 3,9
Sonstige Verfahren 20,9

Quelle: Printing SA

Allgemeine Markttrends

Vorläufigen Zahlen von Stats SA zufolge belief sich der Gesamtumsatz der Druckindustrie 2016 auf rund 21,6 Milliarden Rand (R; 1,4 Mrd. US-Dollar (US$); 1 R = 0,067 US$), plus 425 Millionen R durch die Zulieferindustrien. Die Investitionsneigung dürfte sich zuletzt wieder positiv entwickelt haben. Wie Stats SA angibt, betrugen die Maschineninvestitionen der Druckindustrie 2016 rund 585 Millionen R (vorläufig). Allerdings können diese Zahlen nur als Richtwert dienen, denn in der Vergangenheit gab es deutliche Revisionen nach unten.

So wurde der Umsatz der Druckindustrie für 2015 um mehr als ein Fünftel korrigiert. Die Investitionen für 2015 lagen revidiert bei 492 Millionen R (37,9 Millionen US$; 1 R = 0,077 US$). Damit bewegen sie sich im historischen Vergleich auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2014 wurde noch mehr als doppelt so viel für neue Ausrüstungen ausgegeben. Insgesamt leidet die südafrikanische Druckindustrie unter sinkenden Volumen in klassischen Marktsegmenten wie Zeitungs-, Magazin- und Werbedruck. Landesweit dürfte die Auslastung der Betriebe nur bei etwa 75 Prozent liegen. Investitionen konzentrieren sich alles in allem auf Erneuerungsmaßnahmen.

Zeitungen/Zeitschriften: Printauflagen sinken kontinuierlich

Die Umsätze auf dem südafrikanischen Zeitungsmarkt schrumpfen kontinuierlich. Im Zeitraum 2016 bis 2021 prognostiziert PricewaterhouseCoopers (PwC) einen Rückgang von durchschnittlich 3,7 Prozent pro Jahr.

Umsätze auf dem südafrikanischen Zeitungsmarkt (in Mio. R)
2016 1) 2017 2) 4) 2018 3) 4) 2019 4) 2020 4) 2021 4)
Werbung
..Print 5.918 5.670 5.408 5.132 4.847 4.555
..Digital 332 327 414 448 473 493
Verkauf
..Print 2.611 2.568 2.510 2.438 2.354 2.258
..Digital 32 38 43 48 52 57
Gesamt 8.893 8.653 8.375 8.066 7.726 7.363

1) Jahresdurchschnittskurs: 1 R = 0,067 US$; 2) Jahresdurchschnittskurs: 1 R = 0,074 US$; 3) Kurs März 2018: 1 R = 0,0835 US$; 4) Schätzung beziehungsweise Prognose

Quellen: Deutsche Bundesbank; PwC

Besonders schwer ins Gewicht fällt der Rückgang bei den Werbeeinnahmen, die 2016 rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten. Steigende Werbeerlöse im Digitalgeschäft können dabei die Einbußen der Einnahmen mit Printausgaben nicht kompensieren. Zwar erreichen die Internetseiten der großen Zeitungen beachtliche Besucherzahlen, so konnte das führende Nachrichtenportal news24.com im März 2018 insgesamt 6,1 Millionen individuelle Nutzer verzeichnen, die zweitplatzierte Seite timeslive.co.za kam auf 3,6 Millionen Besucher. Den Herausgebern gelingt es aber bislang nicht, diese erzielte Reichweite zu monetisieren.

Rund 80 Prozent der Online-Werbeausgaben in Südafrika fließen nach Angaben von Branchenvertretern in die Kassen von Google und Facebook, während die Medienhäuser große Schwierigkeiten haben, Werbekunden für ihre digitalen Angebote zu begeistern. Für die Zukunft müssten sich die Herausgeber vor allem auf Konzepte für die boomende mobile Internetnutzung konzentrieren. Rund 85 Prozent der Südafrikaner surfen im Internet ausschließlich über Mobiltelefone.

Neben dem Werbegeschäft werden auch beim Verkauf von gedruckten Zeitungen rote Zahlen geschrieben. In der Vergangenheit versuchten die Zeitungsverlage, ihre Einnahmeverluste aus sinkenden Auflagen durch höhere Stückpreise auszugleichen. Die Spielräume hierfür sind jedoch weitgehend ausgeschöpft, sodass die Erlöse aus dem Verkauf von Printauflagen 2016 bis 2021 um 2,9 Prozent sinken dürften.

Ähnlich wie im Werbegeschäft kann das Einnahmenplus aus dem digitalen Vertrieb diesen Rückgang nicht kompensieren. Insbesondere Paywalls stoßen in Südafrika bislang auf wenig Akzeptanz. Einige Anbieter wie Mail & Guardian mussten entsprechende Versuche wieder aufgeben. Kostenpflichtige Angebote konnten sich bislang nur bei spezifischen Informationen für eine bestimmte Nutzergruppe durchsetzen. Dazu zählt Netwerk24, welches die Inhalte von zahlreichen Zeitungen und Magazinen in der Sprache Afrikaans digital bündelt oder das Portal Business Live mit den Informationen von Wirtschaftspublikationen wie Business Day oder Financial Mail.

Auch das Geschäft mit Zeitschriften und Magazinen ist rückläufig. Nach Erwartungen von PwC soll der Gesamtumsatz von etwa 9 Milliarden R im Jahr 2016 bis 2021 im Durchschnitt jährlich um 1,5 Prozent schrumpfen. Die Werbeeinnahmen aus den Printauflagen entwickeln sich bei Magazinen stabiler als im Zeitungsgeschäft. Südafrikanische Werbekunden schätzen die hohe Reichweite, da Magazine in der Regel mehrmals durchgeblättert und häufig auch weitergegeben werden. Fachzeitschriften profitieren davon, dass insbesondere zahlungsbereite Unternehmen zum Kundenstamm gehören.

Trotz des insgesamt schrumpfenden Marktes wird die südafrikanische Zeitungs- und Magazinlandschaft weiterhin durch Printprodukte dominiert werden. Auch 2021 werden die Umsätze mit gedruckten Zeitungen noch rund 92,5 Prozent des Gesamtgeschäftes ausmachen (Zeitschriften: 90 Prozent).

Auflagen ausgewählter Printprodukte
Art Gesamtauflage zum jeweiligen Erscheinungstermin, 4. Quartal 2017 Gesamtauflage zum jeweiligen Erscheinungstermin, 4. Quartal 2016
Tageszeitungen 1.045.951 1.213.424
Wochenendzeitungen 1.300.415 1.478.664
Wochenzeitungen 424.749 487.216
Lokalzeitungen 325.319 347.679
Kostenlose Zeitungen 6.162.347 6.213.884
Publikumszeitschriften 4.497.163 4.436.998
Kundenmagazine 4.870.634 7.031.302
Fachmagazine 1.140.610 1.111.110
Werbezeitungen 898.294 951.136
Kostenlose Zeitschriften 426.660 510.275

Quelle: Audit Bureau of Circulations of South Africa

Insbesondere im Zeitungsgeschäft dürften die Auflagen in den kommenden Jahren weiter fallen. PwC erwartet für Tageszeitungen im Jahr 2021 nur noch durchschnittlich etwa 929.000 Exemplare. Ende 2017 entschieden die Herausgeber der renommierten Tageszeitung "The Times", die Produktion der Druckauflage komplett einzustellen und künftig nur noch die "Times Select" online anzubieten.

Die großen Druckereien müssen sich in zentralen Geschäftssparten deshalb auf rückläufige Volumen einstellen. Für Novus Holdings trägt der Druck von Zeitungen und Zeitschriften jeweils 22,6 beziehungsweise 19,6 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Bei Zeitungen ging die Druckproduktion im Geschäftsjahr 2017 jedoch um 9,9 Prozent zurück, bei Zeitschriften gab es ein Minus von 11,2 Prozent. Das Unternehmen hat daher angekündigt, in den kommenden Jahren überschüssige Kapazitäten abzubauen.

Hart getroffen wurde Novus Holdings im März 2018 durch den teilweisen Verlust der Druckaufträge von Media24. Bis 2017 hatte Novus Holdings stark von den engen Beziehungen zum Mehrheitseigner Media24 profitiert. Durch eine Auflage der Wettbewerbskommission musste Media24 die Anteile jedoch von 66 auf 19 Prozent reduzieren. Den neu verhandelten Druckverträgen zufolge wird Novus Holdings nur noch 50 Prozent der Zeitungen und 76 Prozent der Magazine von Media24 drucken.

Die komplette Zeitungsproduktion in den Provinzen Gauteng und KwaZulu-Natal soll hingegen an Wettbewerber vergeben werden. Profitieren dürften insbesondere Caxton & CTP sowie einige kleine Druckereien. Zudem musste Novus Holdings für die verbleibenden Aufträge deutlich schlechtere Preise akzeptieren, weshalb für das Geschäftsjahr 2018 mit Umsatzeinbußen von bis zu 560 Millionen R gerechnet wird. Als Folge soll die Coldset-Druckerei in Pietermaritzburg geschlossen werden.

Auch Umfragen zum Leserverhalten bestätigen, dass Printprodukte noch viele Jahre überleben dürften. Nach dem Establishment Survey 2017 lesen 13,1 Millionen Südafrikaner mindestens einmal pro Woche eine Zeitung. Davon greifen 89 Prozent zu einem gedruckten Exemplar. Magazine werden von rund 5,7 Millionen Südafrikanern mindestens einmal pro Woche gelesen, wobei Printausgaben auf einen Anteil von 71 Prozent kommen. Zukunftspotenziale eröffnen speziell auf die schwarze Mittelschicht zugeschnittene Angebote. Beispiele sind die in afrikanischen Sprachen erscheinenden Eyethu-Lokalblätter oder Tageszeitungen wie Ilanga and Isolezwe.

Werbedruck/Geschäftsdruck/Formulardruck: Druckereien hoffen bei Formulardruck auf Aufträge aus den Nachbarstaaten

Auch in den Feldern Werbebroschüren, Geschäftsdrucksachen und Formulare werden sich gedruckte Exemplare insgesamt behaupten können. Jahresberichte, Unternehmens- und Werbebroschüren oder Einkaufskataloge werden ebenso wie viele Formulare wie Kontoauszüge, Telefonrechnungen etc. noch in größeren Kontingenten als Druckversion erstellt. Des Weiteren druckt der Verleger Trudon jährlich rund 4,8 Millionen von "The Phone Book" und "Yellow Books". Nach Zahlen von PwC erzielten die Umsätze mit gedruckten Branchenverzeichnissen 2016 noch einen Marktanteil von rund 64 Prozent. Bis 2021 wird jedoch ein Rückgang auf 43 Prozent erwartet.

Für Novus Holdings trug der Bereich Werbedrucksachen beachtliche 29 Prozent zum Gesamtergebnis bei und ist damit die wichtigste Geschäftssparte. Im Geschäftsjahr 2017 gab es jedoch einen Volumenrückgang um 6,7 Prozent. Dabei dürften sich sinkende Auflagen von Zeitungen auswirken, über die in Südafrika viele Werbeprospekte von Einzelhändlern verteilt werden. Aufgrund des harten Wettbewerbs dürfte die Bewerbung von Sonderangeboten für viele Handelsketten jedoch eine zentrale Marketingstrategie bleiben.

Um Rückgänge in anderen Geschäftsbereichen auszugleichen, versucht Novus Holdings neue Aufträge für den Formulardruck zu akquirieren. Im Fokus sind dabei die afrikanischen Nachbarländer, in denen es an eigenen Kapazitäten mangelt. Potenziale bestehen deshalb für den Druck von Prüfungs- und Wahlunterlagen oder Formularen zur Wählerregistrierung, Volkszählungen etc. Im Jahr 2017 konnte sich das Unternehmen eine große Bestellung aus Liberia sichern. Die zu Tiso Blackstar gehörende Uniprint hat diesen Markt ebenfalls im Visier. Aufgrund der 2019 in Südafrika stattfindenden Parlamentswahlen dürfte es auch dort gute Nachfrage geben.

Der Druck von Werbeplakaten zur Außenwerbung muss mit weiteren Rückgängen rechnen. PwC geht davon aus, dass der Printumsatz von 3,2 Milliarden R (2016) bis 2021 um 6,2 Prozent abnimmt. Das Geschäft mit digitalen Werbescreens soll gleichzeitig einen Marktanteil von 40 Prozent erobern (2017: 26 Prozent). Insbesondere an prominenten Standorten wie Flughäfen oder großen Shopping-Malls werden statische Formen zunehmend durch die digitale Screens ersetzt. Die größten Marktteilnehmer für Außenwerbung sind JCDecaux und Primedia Outdoor.

Bücher: Schulbücher sind mit Abstand größtes Marktsegment

Südafrikas Buchmarkt weist ein geringes Volumen auf und kann in den kommenden Jahren nur mit schwachem Wachstum rechnen. Nach Erwartung von PwC sollen die Umsätze im Zeitraum 2016 bis 2021 nur um durchschnittlich 0,4 Prozent pro Jahr zulegen.

Umsatz des südafrikanischen Büchermarktes (in Mio. R) 1)
2016 1) 2017 2) 4) 2018 3) 4) 2019 4) 2020 4) 2021 4)
Unterhaltungs- und Sachliteratur
..Druck 1.487 1.360 1.344 1.328 1.314 1.301
..Elektronisch 111 150 188 220 238 256
Lehrbücher, Schulliteratur
..Druck 2.122 2.113 2.107 2.103 2.100 2.097
..Elektronisch 22 25 28 31 33 35
Fachliteratur
..Druck 170 172 172 173 173 173
..Elektronisch 20 22 24 26 28 29
Gesamt 3.821 3.842 3.863 3.881 3.886 3.891

1) Jahresdurchschnittskurs: 1 R = 0,067 US$; 2) Jahresdurchschnittskurs: 1 R = 0,074 US$; 3) Kurs März 2018: 1 R = 0,0835 US$; 4) Schätzung beziehungsweise Prognose

Quellen: Deutsche Bundesbank; PwC

Da nur etwa 14 Prozent der Bevölkerung in der Freizeit regelmäßig Bücher lesen, ist der Markt durch Schul- und Fachbücher dominiert. Zusammen erreichten die beiden Kategorien 2016 einen Marktanteil von 61 Prozent. Novus Holdings bekam 2016 den Zuschlag für den Druck von rund 60 Millionen Schulbüchern für das Department of Basic Education (DBE) für die Jahre 2018 bis 2020. Auch Caxton & CTP ist in diesem Segment aktiv. Die Nachfrage nach gedruckten Schulbüchern dürfte sich insgesamt stabil halten und wird durch steigende Schülerzahlen gestützt. Allerdings wirkt sich nach Einschätzung von PwC ein wachsender Secondhand-Markt negativ auf den Absatz aus.

Die Nachfrage nach Fachbüchern profitiert davon, dass diese überwiegend lokal produziert werden und klassische Abnehmer wie Studenten, Anwaltskanzleien oder Buchprüfer Druckausgaben bevorzugen. Bei Unterhaltungs- und Sachliteratur werden hingegen viele englischsprachige Publikationen im Originaltitel importiert. Gedruckte Bücher dürften 2021 noch einen Marktanteil von rund 92 Prozent ausmachen (2016: 96 Prozent). Auch in Südafrika scheint sich das Phänomen einer Digital Fatique zu verbreiten, wonach Leser eine Pause von Bildschirmen wünschen.

Verpackungsdruck und Etiketten: Große Druckereien kaufen sich bei Verpackungsbetrieben ein

Der Verpackungsdruck ist in Südafrika das einzige Marktsegment mit langfristigen Wachstumspotenzialen. Infolgedessen bauen die großen Druckunternehmen ihre Aktivitäten im Verpackungsgeschäft deutlich aus, um durch die Diversifizierung der Produktpalette die Verluste in anderen Sparten auszugleichen.

Novus Holdings konnte bereits mehrere Großaufträge aus der Getränkeindustrie für den Druck von Etiketten an Land ziehen und berichtet für das Geschäftsjahr 2017 von einer Produktionssteigerung von rund 66 Prozent. Mit 3,1 Prozent ist der Beitrag der Verpackungssparte zum Gesamtumsatz jedoch noch gering. Für die kommenden Jahre plant Novus Holdings weitere Investitionen, insbesondere durch die Übernahme von kleineren Verpackungsunternehmen. So wurde Anfang 2018 bereits der Verpackungshersteller ITB Manufacturing aufgekauft.

Auch Caxton & CTP setzt auf den Etikettendruck und übernahm im Geschäftsjahr 2017 mit Boland Printers, HP Labelling und Tricolor drei in diesem Bereich tätige Unternehmen. Zudem wurden 30 Prozent der Anteile bei Universal Labels erworben. Die zur Tiso Blackstar Group gehörende Uniprint stärkte ihre Verpackungssparte durch die Übernahme von Triumph Packaging. Derzeit wird Uniprint mit der ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehörenden Werbeagentur Hirt & Carter verschmolzen.

Weitere wichtige Unternehmen im Verpackungsdruck sind Nampak, Mpact und Astrapak. Die Nachfrage nach Verpackungen dürfte von steigenden Verbraucherausgaben profitieren. Diese sollen nach Prognose der Economist Intelligence Unit (EIU) 2018 wieder um 3,1 Prozent zulegen (2017: 2,2 Prozent). Großes Potenzial sehen die Druckunternehmen in den afrikanischen Nachbarstaaten. Viele südafrikanische Einzelhandelsketten expandieren dorthin und bringen weite Teile ihres Sortiments aus der Kaprepublik mit. Südafrika fungiert deshalb als zentraler Produktionsstandort für Verpackungen und beliefert die gesamte Region.

Verlagsgewerbe

Vier Zeitungsverlage beherrschen den Markt

In der südafrikanischen Buchindustrie sind rund 150 Verlage tätig, darunter viele Kleinverlage mit wenigen Mitarbeitern. Ein wichtiger Umstand ist, dass Südafrika über elf Amtssprachen verfügt, der überwiegende Teil der Publikationen jedoch nur in Englisch und Afrikaans erscheint. Nach Umfragen der Publishers' Association of South Africa (PASA) könnten 2015 landesweit etwas weniger als 5.869 Bücher herausgegeben worden sein, davon rund 4.860 im Bildungssektor.

Die Landschaft für Zeitungen und Zeitschriften wird durch vier große Verlagshäuser beherrscht, die zusammen eine Marktmacht von fast 90 Prozent halten dürften. Das größte Zeitungshaus ist die zur Naspers Gruppe gehörende Media24 mit mehr als 60 Zeitungen, darunter mit der "Daily Sun" die auflagenstärkste Tageszeitung. Zusätzlich gehören mehr als 60 Magazine zum Portfolio von Media24. Weitere große Zeitungsverlage sind Independent Media mit 19 Tages- und Wochenzeitungen sowie sechs Magazinen und die Tiso Blackstar Group mit rund 20 Titeln. Das Unternehmen Caxton & CTP veröffentlicht rund 140 Titel, worunter viele Lokalzeitungen fallen.

Aufgrund der stagnierenden Umsätze expandieren die Verlage zunehmend in alternative Geschäftsfelder wie E-Commerce oder Veranstaltungsmanagement. Die Sekunyalo Investment Group plant, die ihr gehörende Independent Media zusammen mit weiteren Medientechnologieunternehmen als Sagarmatha Technologies an die Börse zu bringen, um frisches Kapital zu beschaffen.

Werbung

Die Ausgaben auf dem südafrikanischen Werbemarkt sollen nach Prognose von PwC von 2016 bis 2021 um durchschnittlich 3,7 Prozent auf 54,2 Milliarden R wachsen. Seitens der Regierung befinden sich Gesetzesverschärfungen für das Bewerben von alkoholischen Getränken in Planung. Demnach soll zwischen 18.00 und 22.00 Uhr im Fernsehen und Radio keine Alkoholwerbung mehr erlaubt sein.

Entwicklung der Werbeausgaben (in Mio. R; Veränderung in %)
Werbeträger 2016 1) 2017 2) 3) Veränderung 2017/16 Marktanteil 2017 (in % nach Werbeausgaben)
Fernsehen 17.671 17.589 -0,5 38,1
Zeitungen und Zeitschriften 10.001 9.859 -1,4 21,4
Internet 4) 3.401 3.918 15,2 8,5
Außenwerbung 4.370 4.522 3,5 9,8
Rundfunk 4.447 4.598 3,4 10,0
Sonstige 4) 5.395 5.633 4,4 12,2
Insgesamt 45.285 46.119 1,8 100

1) Jahresdurchschnittskurs: 1 R = 0,067 US$; 2) Jahresdurchschnittskurs: 1 R = 0,074 US$; 3) Schätzung beziehungsweise Prognose; 4) Doppelungen herausgerechnet

Quellen: Deutsche Bundesbank; PwC

Kontaktadressen

Bezeichnung Kontakt Anmerkung
Printing Federation of South Africa http://www.pifsa.org Verband der südafrikanischen Druckindustrie
Publishers' Association of South Africa http://www.publishsa.co.za Verband der südafrikanischen Verleger
Publisher Research Council of South Africa http://www.prc.za.com Marktforschungsinstitut der südafrikanischen Verleger
Audit Bureau of Circulations of South Africa http://www.abc.org.za Institution zur Feststellung der Verbreitung von Printmedien

Dieser Artikel ist relevant für:

Südafrika Druck-, Verlagserzeugnisse, Druck- und Papiermaschinen

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‎+49 228 24 993 288

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