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23.09.2015

Tschechische Automobilindustrie bleibt auf Überholspur

Ökosteuer kurbelt Neuwagenverkauf an / Kfz-Zulieferer erweitern ihre Produktionskapazitäten / Von Gerit Schulze

Prag (gtai) - Tschechiens Automobilproduktion setzt ihre Rekordjagd fort. Der Spitzenwert von 2014 dürfte im laufenden Jahr übertroffen werden. Auf dem Inlandsmarkt wirkt sich die erstarkte Konjunktur und wachsende Kaufkraft positiv aus. Erstmals könnten 2015 mehr als 200.000 Neuwagen einen Käufer finden. Vom Höhenflug der Kfz-Hersteller profitieren auch die immer zahlreicher vertretenen Zulieferbetriebe. Das Investitionsgeschehen in der Fahrzeugbranche bleibt dynamisch.

Absatzmarkt Tschechien

Das Marktvolumen für Neuwagen in Tschechien befindet sich auf einem Rekordhoch. Nach dem Spitzenwert von 192.000 neu zugelassenen Pkw im Jahr 2014 (+17% gegenüber dem Vorjahr), legen die Verkäufe in diesem Jahr weiter zu. Im 1. Halbjahr 2015 wurden über 113.000 Neuwagen registriert und damit ein Fünftel mehr als in der Vorjahresperiode.

Die positive Statistik ist ein wenig verzerrt durch den zunehmenden Trend zu Reexporten von in Tschechien zugelassenen Neuwagen. Hauptgrund für die Dynamik ist jedoch der wirtschaftliche Aufschwung. Nach zwei Jahren Rezession wächst die Wirtschaft wieder und damit auch die Einkommen und Investitionsbereitschaft. Auf Firmenwagen entfielen laut Verband der Automobilimporteure (SDA) drei Viertel der Neuzulassungen. Für das Gesamtjahr 2015 erwarten Analysten von PricewaterhouseCoopers ein Marktvolumen von 210.000 neuen Pkw.

Für Wachstumspotenzial sorgt das hohe Durchschnittsalter der Pkw-Flotte. Es lag laut Branchenverband AutoSAP im Frühjahr 2015 bei 14,9 Jahren (EU-Durchschnitt unter 9 Jahren). Immerhin versucht die Politik seit einiger Zeit, die Modernisierung des Fuhrparks zu beschleunigen. So sind spezielle Ökosteuern auf Fahrzeuge vorgesehen, die älter als zehn Jahre sind. Prag bereitet Umweltzonen im Stadtzentrum vor, in die ab 2017 nur noch Fahrzeuge mit niedrigen Emissionswerten fahren dürfen.

Impulse für den Neuwagenmarkt könnte auch die neue Regelung bringen, nach der nicht ordnungsgemäß angemeldete Fahrzeuge keine Straßenzulassung mehr bekommen sollen. Davon dürften 680.000 Autos betroffen sein.

Absatz von Kfz in der Tschechischen Republik (in Einheiten, Veränderung 1. Halbjahr 2015/1. Halbjahr 2014 in %)
Kategorie 2013 2014 1. Halbjahr 2015 Veränderung
Pkw 290.851 312.722 185.799 21,5
.davon neue 164.736 192.314 113.261 20,4
leichte Nutzfahrzeuge 18.297 20.167 12.694 34,8
.davon neue 11.669 13.165 8.079 33,2
Lkw 11.294 12.065 6.921 15,8
.davon neue 8.643 9.054 5.008 11,9
Busse 1.140 1.286 699 19,7
.davon neue 891 1.061 539 15,9

Quelle: SDA (Verband der Autoimporteure)

Fast die Hälfte der neu zugelassenen Pkw stammt vom Volkswagen-Konzern. Unangefochtener Marktführer bleibt Skoda mit einem Anteil von 32,2% im 1. Halbjahr 2015. Dahinter folgt die Marke Volkswagen. Seat liegt auf Platz 10 mit einem Marktanteil von gut 3%. Die Aufholjagd von Hyundai ist vorerst beendet. Die Südkoreaner haben in den ersten sechs Monaten 2015 ihre Verkäufe nur unterdurchschnittlich steigern können.

Absatz von Pkw in der Tschechischen Republik nach Herstellern (in Einheiten) *)
Hersteller 2014 1. Halbjahr 2015 Veränderung 1. Hj. 2015/1. Hj. 2014 in % Marktanteil 1. Hj. 2015 in %
Skoda 58.091 36.521 27,7 32,2
Volkswagen 18.281 12.674 44,4 11,2
Hyundai 18.934 8.956 3,9 7,9
Ford 12.576 7.419 19,9 6,6
Dacia 9.280 5.207 20,3 4,6
Opel 6.908 4.091 31,2 3,6
Kia 6.701 3.863 22,0 3,4
Renault 6.314 3.712 18,2 3,3

*) Erstmalig registrierte neue Pkw der Kategorie M1 ohne leichte Nutzfahrzeuge

Quelle: SDA

Bei den Fahrzeugsegmenten blieb die Kompaktklasse im 1. Halbjahr 2015 am beliebtesten. Rund 23% aller verkauften Neuwagen fielen in diese Kategorie, zu der die erfolgreichen Skoda-Modelle Octavia und Rapid gehören. Dahinter folgten Kleinwagen mit einem Anteil von 19%, was einer leichten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Bereits an dritter Stelle lagen Geländewagen mit 18% Marktanteil. Vans und Mittelklassewagen kamen jeweils auf 15%.

Bei alternativen Antriebsarten steht der Durchbruch immer noch aus. Ihr Anteil an den Pkw-Neuzulassungen lag 2014 bei nur 1,8%. Doch die Wachstumsraten sind beachtlich. So haben sich die Verkäufe von Erdgas-, Elektro- und Hybridautos im Vorjahr auf fast 3.500 Einheiten mehr als verdoppelt. Davon entfielen fast 2.800 auf Autos mit Erdgas- und Autogasantrieb. Der Absatz reiner Elektrofahrzeuge hat sich auf knapp 200 Einheiten verfünffacht. In den ersten sechs Monaten 2015 wurde bei E-Autos und CNG-Wagen bereits der gesamte Vorjahreswert übertroffen.

Sehr robust entwickelt sich der Lkw-Markt. Im 1. Halbjahr 2015 wurden über 5.000 neue Einheiten verkauft (+12% gegenüber der Vorjahresperiode). Bei den Marktanteilen gab es einige Veränderungen. MAN lag mit 893 verkauften neuen Lkw im 1. Halbjahr 2015 auf dem ersten Rang vor DAF (854) und Mercedes-Benz (850). Der einheimische Hersteller Tatra verkaufte 76 Lkw und damit acht Einheiten mehr als in der Vorjahresperiode.

Das stärkste Wachstum aller Fahrzeugkategorien verzeichneten im 1. Halbjahr 2015 leichte Nutzfahrzeuge. Ihre Verkäufe legten um ein Drittel auf über 8.000 Fahrzeuge zu. Auch das Interesse an neuen Bussen wächst: Zwischen Januar und Juni stieg der Absatz um 16%.

Automobilbranche auf der Überholspur

Tschechiens Automobilproduktion sorgt seit Jahren für Rekordzahlen in Serie. Im 1. Halbjahr 2015 erreichte der Pkw-Ausstoß wieder einen Höchststand. Nach Angaben des Branchenverbandes AutoSAP wurden über 673.000 Fahrzeuge hergestellt, ein Plus von 6% im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Schon 2014 konnte die Branche mit einem Spitzenwert von fast 1,25 Mio. produzierten Autos abschließen. Damit war Tschechien weltweit die Nummer 13. Laut AutoSAP hat der tschechische Automobilsektor 2014 rund 1 Bill. Tschechische Kronen (Kc; 36 Mrd. Euro; Jahresdurchschnitt 2014: 1 Euro = 27,550 Kc) Erlöse erzielt, davon 85% im Export.

Das Industrieministerium gibt das Umsatzvolumen der Fahrzeugbranche (NACE 29) für 2014 mit 890 Mrd. Kc (32,3 Mrd. Euro) an. Das war auf Kronenbasis ein Plus von 20% gegenüber dem Vorjahr. Von Januar bis Mai 2015 hat die Kfz-Branche ihre Umsätze um über 9% gesteigert; das Volumen der Auftragseingänge um fast ein Fünftel. Experten rechnen daher mit einer neuen Rekordproduktion im Laufe des Jahres.

Zum guten Halbjahresergebnis 2015 hatte vor allem TPCA in Kolin beigetragen. Dort ging die Produktion zwischen Januar und Juni um mehr als ein Drittel auf fast 115.000 Fahrzeuge nach oben. Das Werk profitiert von der neuen Generation der drei Modelle Toyota Aygo, Peugeot 108 sowie Citroën C1. Schon 2014 war der Ausstoß um rund 18.000 Einheiten auf 203.000 Pkw gestiegen. Für das laufende Jahr erwartet TPCA eine Produktion von 220.000 Pkw - so viel wie seit 2011 nicht mehr.

Um 4% steigerte Hyundai in Nosovice bis Juni seinen Ausstoß. Nur bei Skoda Auto stagnierte die Produktion, was vor allem mit dem Montagestart des neuen Superb und dem Auslaufen der Roomster-Fertigung zusammenhängt. Die Nachfrage nach Autos mit dem Flügelpfeil bleibt aber hoch: Mit 544.000 Fahrzeugen setzte Skoda im 1. Halbjahr 2015 weltweit so viele Einheiten ab wie nie zuvor in einer ersten Jahreshälfte. Besonders in Westeuropa und China zog die Nachfrage an, während der Absatz in Russland um ein Drittel einbrach.

Produzenten investieren in den Ausbau ihrer Kapazitäten

Skoda ist auch hinsichtlich seiner Ausbaupläne der aktivste Autobauer in Tschechien. Für den Standort Mlada Boleslav wurde beim Umweltministerium erfolgreich eine Erhöhung der jährlichen Arbeitstage von 250 auf 280 beantragt. Im Sommer hatte das Unternehmen außerdem mit dem Bau eines Emissionszentrums an seinem Hauptsitz begonnen. Dort investiert der Autobauer 11 Mio. Euro in Laboreinrichtung, mit deren Hilfe Verbrauch und Schadstoffausstoß der Skoda-Modelle gesenkt werden sollen. Es wird direkt an das im Herbst 2014 eröffnete Motorenzentrum Mlada Boleslav angebunden.

Daneben baut Skoda den nordböhmischen Standort Kvasiny aus. In den kommenden drei Jahren sind Investitionen von rund 260 Mio. Euro vorgesehen. Dort könnte künftig auch das geplante Skoda-SUV-Modell gebaut werden.

In Vrchlabi erweitert Skoda die Produktionskapazitäten für Automatikgetriebe und investiert dafür 25 Mio. Euro. Der Tagesausstoß soll von 1.500 auf 2.000 Stück, und später sogar auf 4.000 Einheiten steigen.

Auch Hyundai will seine vorhandenen Kapazitäten in Nosovice besser ausnutzen. Dafür hat es beim Umweltministerium eine Ausweitung der Produktion von jährlich 300.000 auf 350.000 Fahrzeuge angemeldet. Schon im laufenden Jahr sollen 330.000 Autos vom Band rollen, 7% mehr als im Vorjahr. Der Großteil wird künftig auf das SUV-Modell Tucson entfallen.

Kfz-Produktion in der Tschechischen Republik nach Herstellern (in Einheiten, Veränderungen 1. Halbjahr 2015/1. Halbjahr 2014 in %)
Hersteller 2013 2014 1. Halbjahr 2015 Veränderung
Skoda Auto 639.889 735.951 391.712 -0,03
Hyundai 303.460 307.450 166.830 4,28
TPCA (Toyota, Peugeot, Citroën) 185.124 203.105 114.694 38,04
Zebra 0 0 5 100

Quelle: AutoSAP

Im Lkw-Bereich hat der letzte verbliebene Hersteller, Tatra, seinen Ausstoß im 1. Halbjahr 2015 um ein Fünftel auf über 400 Einheiten erhöht. Die Herstellung von Bussen legte um ein Drittel auf knapp 2.200 zu (davon Iveco 1.831 und SOR 347).

Kfz-Produktion in der Tschechischen Republik (in Einheiten)
Kategorie 2013 2014 1. Halbjahr 2015 Veränd. *)
Pkw und leichte Nfz (Skoda Auto, TPCA, HMMC, Zebra) 1.128.473 1.246.506 673.241 6,0
Lkw (Tatra) 767 821 406 20,5
Busse (Iveco, SOR Libchavy) 3.691 3.893 2.196 33,6
Motorräder, und Mopeds (Jawa Moto) 1.354 1.075 932 4,7
Insgesamt 1.134.285 1.252.295 676.775 6,1

*) Veränderungen 1. Halbjahr 2015 gegenüber 1. Halbjahr 2014 in %

Quelle: AutoSAP

Zulieferindustrie meldet Rekordumsätze

Die Kfz-Zulieferindustrie ist für Tschechien inzwischen wichtiger als die drei Fahrzeughersteller im Land. Sie generiert mehr Arbeitsplätze, Wertschöpfung und höhere Gewinne. Nach Angaben des Industrieministeriums (MPO) erzielten die über 800 Hersteller von Teilen und Zubehör für Kraftwagen (NACE 29.3) 2014 einen Umsatz von 476 Mrd. Kc (17,3 Mrd. Euro). Das war ein Plus von 19% gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen 7,8 Mrd. Kc (280 Mio. Euro) Erlöse der knapp 200 Produzenten von Karosserien, Aufbauten und Anhängern (NACE 29.2) - ein Plus von 38%.

Die großen ausländischen Teilehersteller vermeldeten für 2014 Rekorderlöse mit beeindruckenden Volumina. Continental steigerte den Absatz seiner fünf tschechischen Standorte zweistellig auf 1,9 Mrd. Euro. Bei Bosch in Ceske Budejovice kletterten die Umsätze um ein Viertel auf umgerechnet fast 530 Mio. Euro.

Dabei ist das Ende der Fahnenstange längst nicht erreicht. Die bestehenden Fabriken werden weiter ausgebaut, neue Investoren haben Interesse an einer Produktion in Tschechien bekundet. Eines der größten Vorhaben plant INA Lanskroun. An zwei Standorten sollen ab Herbst 2015 fast 100 Mio. Euro in neue Kapazitäten für Spritzformen, Wälzlager oder Ventilen gesteckt werden.

Denso investiert bis Mitte 2016 rund 15 Mio. Euro in Liberec in den Ausbau der Produktionsflächen und in neue Ausrüstungen für Kfz-Klimaanlagen. Simoldes Plasticos baut in Nordböhmen für fast 30 Mio. Euro eine Fertigung von Kunststoffteilen für die Autoindustrie auf. Die deutsche Röchling Automotive erweitert bis Anfang 2016 in Koprivnice die Produktion von Kunststoffteilen. Witte baut zurzeit in Ostrov ein neues Werk zur Herstellung von 30 Mio. Türgriffen pro Jahr. Der tschechische Produzent von Teilen für Stoßdämpfer und Auspuffanlagen, KV Final, plant neue Kapazitäten in Ralsko.

SaarGummi errichtet eine dritte Gummi-Mischanlage in Cerveny Kostelec für über 3 Mio. Euro. Ebenfalls im Kautschukbereich expandiert Gumotex. Am Standort Most will der Spezialist für Kopfstützen eine weitere Produktionsanlage hochziehen.

ZF Friedrichshafen hat seine Entwicklungsabteilung in Plzen auf 7.000 qm verdoppelt und dafür 4 Mio. Euro investiert. Rund 250 Spezialisten entwickeln und testen dort Prototypen und Zubehör. Varroc Lighting Systems hat angekündigt, die Forschungsarbeiten für Beleuchtungstechnik in Novy Jicin und Ostrava auszuweiten. Eine Entwicklungsabteilung aufbauen will außerdem die deutsche in-tech. Sie plant in Prag ein Ingenieurbüro für die Entwicklung und Tests von Elektronikteilen für die Autoindustrie. Witte Automotive hatte im März 2015 an der Uni Plzen ein Entwicklungszentrum für Autoschlösser eröffnet.

Aktuelle Investitionsprojekte in Tschechiens Kfz-Industrie (Auswahl; Investitionssummen in Mio. Euro)
Akteur / Projekt, Ort Summe Projektstand Produkte
Skoda Auto / Werkserweiterung und Ausbau der Infrastruktur, Kvasiny 473 Investition in 1. Phase 262 Mio. Euro, 1.300 neue Arbeitsplätze bei Skoda, Förderung der Infrastruktur durch Bezirk und Staat Neues Modell
INA Lanskroun / Erweiterung der Produktion in Lanskroun und neues Werk in Svitavy 92,8 Baubeginn November 2015, Produktionsstart Sommer/Herbst 2016, Verzögerung durch notwendige Gesetz- Novellierung Spritzformen, Autoteile, Ersatzteile Wälzlager, Ventile
Mubea / Erweiterung der Produktion, Prostejov 36,4 Baubeginn 2015, Probebetrieb ab Mitte 2016, 500 neue Arbeitsplätze Fahrgestellteile
Simoldes / neues Werk in der Nähe von Skoda Kvasiny, Lipovka 29,1 300 neue Arbeitsplätze Produktion von Kunststoffteilen
MD Elektronik / neue Halle in Chotesov 25,5 Investition 2015, insgesamt 7. Halle, Baubeginn Sommer 2015, fertig bis Frühling 2016, weiterer Ausbau geplant Produktion von Kfz-Kabeln
Denso Manufacturing Czech / neue Halle und Erweiterung, Liberec 14,5 Davon 5,5 Mio. Euro für neue Halle und 9 Mio. Euro für Technologien, fertig bis Mai 2016 Produktion von Klimaanlagen für Kfz
Saint-Gobain Adfors CZ / Erweiterung der Produktion, Litomysl 4,2 Investitionsvorhaben für 3 Jahre, 180 neue Arbeitsplätze Produktion von Autoglasgittern
Saar Gummi / Erweiterung der Produktion in Cerveny Kostelec 3,3 Linie für Gummimischungen, Installation 2016, 100 neue Arbeitsplätze Produktion von Kfz-Dichtungen
Parker Hannifin / Werkserweiterung, Chomutov 2,5 Investition bis 2017 Hydraulische und pneumatische Systeme
Pollmann Tschechien / Erweiterung der Produktion, Dolni Skrychov 1,5 Investitionsvorhaben für 2015 Türschlosssysteme, Dachfenster

Quellen: Fachmedien, Nachrichtenagentur CTK

Außenhandel entwickelt sich dynamisch

Tschechiens Pkw-Exporte sind im 1. Halbjahr 2015 laut AutoSAP um 7% auf 776.000 Einheiten gestiegen (darin enthalten auch die Skoda-Produktion im Ausland). Am stärksten konnte die TPCA-Fabrik Kolin ihre Ausfuhren ausweiten (+38%).

Die Dynamik im Fahrzeugbau führt auch zu einem steigenden Außenhandel mit Kfz-Zubehör. Da sich immer mehr Teilehersteller im Land ansiedeln, wachsen die Ausfuhren an Komponenten zurzeit stärker als die Einfuhren.

Bei den wichtigsten Produktgruppen der Kfz-Teile erzielte Tschechien 2014 einen Handelsüberschuss von 3,5 Mrd. Euro. Im Ausland am meisten gefragt ist die SITC-Position 784 (Stoßstangen, Bremsen, Getriebe). Deren Ausfuhrwert ist im Vorjahr um 13% auf fast 10 Mrd. Euro gestiegen. Im laufenden Jahr könnte der Zuwachs noch einmal zweistellig ausfallen. Auch bei den Importen liegt diese Warengruppe an erster Stelle. Um über ein Viertel zugelegt haben zwischen Januar und Mai 2015 die Einfuhren von Zündapparaten, Anlassern, Beleuchtung und Hupen (SITC 778.3).

Deutschland ist weiterhin mit großem Abstand das wichtigste Lieferland für Kfz-Teile. Es hatte in den ersten fünf Monaten 2015 bei der bedeutendsten Position SITC 784 einen Anteil von 41% an Tschechiens Importen. Allerdings war der Zuwachs mit knapp 4% geringer als bei den drei Wettbewerbern Korea (Rep.) (+8%), Polen (+10%) und Slowakei (+35%).

Einfuhr ausgewählter Kfz-Teile (in Mio. Euro)
SITC-Pos. 2013 2014 Januar bis Mai 2015 Veränd. *)
Kfz-Teile (778.3/784/713.2) 7.599 8.730 4.039 11,8
.Zündapparate, Anlasser, Beleuchtung, Hupen (778.3) 586 710 365 26,7
.Stoßstangen, Bremsen, Getriebe (784) 5.616 6.422 2.910 9,1
.Kolbenverbrennungsmotoren (713.2) 1.397 1.598 764 16,3
Kabelsätze (773.13) 721 782 349 8,2

*) zum Vorjahreszeitraum in %

Quelle: Tschechisches Statistikamt (http://www.czso.cz)

Ausfuhr ausgewählter Kfz-Teile (in Mio. Euro)
SITC-Pos. 2013 2014 Januar bis Mai 2015 Veränd. *)
Kfz-Teile (778.3/784/713.2) 10.608 12.254 5.774 12,4
.Zündapparate, Anlasser, Beleuchtung, Hupen (778.3) 1.467 1.795 919 26,9
.Stoßstangen, Bremsen, Getriebe (784) 8.826 9.957 4.626 9,4
.Kolbenverbrennungsmotoren (713.2) 315 502 229 26,1
Kabelsätze (773.13) 739 754 332 1,7

*) zum Vorjahreszeitraum in %

Quelle: Tschechisches Statistikamt

(S.Z.)

August 2015

Dieser Artikel ist relevant für:

Tschechische Republik Straßenfahrzeuge, allgemein, Kfz-Teile, -Zubehör (ohne Brennstoffzellen), Personenkraftwagen (Pkw), Nutzfahrzeuge (Nfz)

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