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02.02.2016

Tunesien benötigt Verpackungsmaschinen für die Einhaltung europäischer Standards

Verpackungen müssen größtenteils noch importiert werden / Getränkemarkt benötigt vor allem Wasserflaschen

Tunis (gtai) - Die Landwirtschaft ist mit einer gut aufgestellten Nahrungsmittelindustrie verknüpft. Vorteile für den Sektor sind die geographische Nähe zum europäischen Markt und eine hohe Professionalisierung der produzierenden Unternehmen. Weiterhin besteht ein großer Bedarf bei der Verbesserung von Verpackungen vor allem beim Export von Nahrungsmitteln. Exporteure müssen häufig Verpackungen importieren, um europäischen Standards zu entsprechen.

Auf die Nahrungsmittelindustrie entfielen von 2010 bis 2013 rund 17% des Industrieprodukts und 2,7% des gesamten BIP. In dem Sektor ist bei der Produktion von Tomatenkonzentraten, der Wasserabfüllung und Verarbeitung von Getreide eine gewisse Überkapazität festzustellen. Dynamisch entwickelt sich die Biozertifizierung. Regierung und Produzenten sind seit einigen Jahren dabei, den Anteil von in Tunesien abgefüllten und verpackten Olivenöls zu erhöhen. Langfristiges Ziel ist es Olivenöl "made in Tunisia" in Europa, den USA, Japan und anderen Märkten als Marke zu etablieren. Eine führende Position nimmt das Land schon heute in der Produktion von Bio-Olivenöl ein. In der verarbeitenden Milchwirtschaft existieren moderne Strukturen für die Produktion von Milchpulver und Joghurt. Weitere Investitionsmöglichkeiten werden in der industriellen Käseproduktion gesehen. Im Jahr 2011 waren circa 20% der nahrungsmittelverarbeitenden Unternehmen mit einem oder mehreren der folgenden Zertifikate versehen: ISO 9001, ISO 22000, ISO 14001, HACCP, BRC, IFS.

Nachfrage nach verzehrfertigen Lebensmitteln steigt rapide

Der Nahrungsmittelkonsum in Tunesien ist einer Transformation unterworfen. Urbanisierung, steigende Einkommen und der Zwang zu einer weniger zeitintensiven Zubereitung und schnellem Verzehr lassen den Anteil vor allem an teilfertigen, aber auch verzehrfertigen Lebensmitteln rapide ansteigen. Weißbrot, Pasta, Couscous, Eier sowie Tomaten aus Dosen sind wichtige Grundnahrungsmittel. Als Gemüse überwiegen neben Tomaten auch Paprika. Obst wird saisonal verzehrt. Fisch ist wie rotes Fleisch eher ein gehobenes Konsumgut. Wegen der Preissteigerungen in den letzten Jahren wird weniger rotes Fleisch, dafür aber mehr Geflügel gegessen. Bei den höheren Einkommen spielen zunehmend gesundheitliche Aspekte eine Rolle.

Für den Getränkemarkt ist in Tunesien vor allem die Nachfrage nach Wasserflaschen (PET und weitere Kunststoffe) ausschlaggebend. Eine wachsende Bevölkerung, unterstützt durch zugezogene Libyer, ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein sowie ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Qualität des Leitungswassers treiben den Markt. 2012 lag der Jahreskonsum bei abgefülltem Wasser pro Kopf bei 105 Litern, gegenüber 44 Litern in 2007. Der Getränkemarkt wird auch in Zukunft von mehr Wettbewerb und Produktinnovation geprägt sein. Getrübte Wirtschaftsaussichten dämpfen den hohen Optimismus vom Vorjahr.

Insgesamt gibt es in Tunesien 13 Marken für Mineralwasser. Wichtigster Player bei der Wasserabfüllung ist mit Abstand die Sostem (Société des stations thermales et des eaux minérales), die vor allem die Marken Safia und Ain Garci (Sprudel) vertreibt. Die Sostem wiederum gehört zur SFBT (Société de fabrication de Tunisie), die unter anderem die Mineralwasserlabel Marwa kontrolliert und bei der Bierherstellung mit den nationalen Marken Celtia und Stella dominiert. Zudem produziert die Sostem unter Lizenz Löwenbräu, Becks und beherrscht mit Boga und Coca Cola (Lizenz) den Softdrink-Markt. Der Softdrinkriese Pepsi ist praktisch nicht präsent. Das Privatunternehmen SFBT bedient rund 85% des Bierkonsums und 40 bis 50% des Marktes für Mineralwasser. Seit 2008 ist Heineken in einem Joint Venture mit der Gruppe Boujbel präsent. Das Joint Venture namens SNBG (Société nouvelle de brasserie ) hat 2014 neben dem Markennamen Heineken das Bier Berber auf den Markt gebracht. Die SNBG stellt auch Fruchtsäfte und Softdrinks her.

(F.N.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Tunesien Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Land- und Forstwirtschaftsmaschinen

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Meike Eckelt

‎+49 (0)228 24 993-278

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

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