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20.03.2017

Ungarns Außenhandel 2016 mit Rekordergebnis

Ausfuhren kräftig gestiegen / Deutschland wichtigster Handelspartner / Von Waldemar Lichter

Budapest (GTAI) - Der ungarische Außenhandel erreicht immer neue Höchststände. Sowohl die Ausfuhren als auch die Einfuhren stiegen 2016 auf ein Rekordniveau. Die Handelsbilanz verzeichnete einen Überschuss von fast 10 Mrd. Euro beziehungsweise 15,6% mehr als im Vorjahr. Deutschland bleibt mit großem Abstand Ungarns Handelspartner Nummer eins. Der bilaterale Handel legte weiter kräftig zu.

Die ungarische Wirtschaft hat ihre Exportstärke auch 2016 unter Beweis gestellt. Nach Angaben des Statistikamtes KSH nahmen die Warenausfuhren um 2,9% gegenüber dem Vorjahr zu und erreichten das Rekordniveau von 93,0 Mrd. Euro. Die ungarischen Exporte waren damit im vergangenen Jahr um 16,4% höher als 2012. Einen wesentlichen Anteil daran hatten die hohen Ausfuhren von Fahrzeugen, Erzeugnissen des Maschinenbaus sowie elektrischen Maschinen und Ausrüstungen, die einen großen Beitrag zu Ungarns Gesamtexporten leisten.

Einen neuen Rekordstand erzielten 2016 auch die ungarischen Importe. Die Einfuhren nahmen gegenüber dem Vorjahr um 1,5% zu und erreichten einen Wert von 83,1 Mrd. Euro. Das entsprach einem Plus von 13,4% gegenüber 2012 (73,3 Mrd. Euro). Der Saldo der Handelsbilanz stieg auf 9,9 Mrd. Euro (2015: 8,6 Mrd. Euro; 2014: 6,3 Mrd. Euro; 2013: 6,6 Mrd. Euro).

Den größten Teil seines Außenhandels wickelt Ungarn mit den EU-Mitgliedsländern ab. Rund 80% der ungarischen Exporte gingen 2016 in andere EU-Staaten. Umgekehrt stammten rund 78% der ungarischen Importe aus der EU. Der mit Abstand wichtigste Außenhandelspartner Ungarns ist Deutschland. Von dort wurden letztes Jahr rund 26,5% der ungarischen Einfuhren bezogen. Das zweitwichtigste Importland war Österreich mit einem Anteil von 6,4%. Der Anteil Deutschlands an den ungarischen Exporten belief sich 2016 auf 27,5%, gefolgt von Rumänien mit 5,0% und der Slowakei mit 4,9%.

Deutschland wichtigster Handelspartner

Im bilateralen Handel mit Deutschland erzielte Ungarn 2016 ein Rekordergebnis. Der Gesamtumsatz lag bei rund 47,6 Mrd. Euro. In der Rangliste der wichtigsten Zielländer für deutsche Exporte sowie der wichtigsten Importherkunftsländer Deutschlands belegte Ungarn Platz 14. Damit lag das mitteleuropäische EU-Land bei deutschen Ausfuhren noch vor der Türkei, Russland oder Japan, so Dirk Wölfer, Abteilungsleiter Kommunikation bei der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK).

Bemerkenswert sei, dass Ungarn im bilateralen Handel mit Deutschland seit vielen Jahren einen Überschuss erzielt, unterstreicht Wölfer. Seit 2010 beliefe sich das ungarische Plus im Handel mit Deutschland auf zwischen 2,0 Mrd. und 2,4 Mrd. Euro pro Jahr. Das sei auf die engen Verflechtungen und Zulieferbeziehungen zwischen deutschen und ungarischen Unternehmen zurückzuführen.

Ungarns Struktur der Ein- und Ausfuhren 2016 (Wert in Mio. Euro, Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %, Anteil an Gesamteinfuhren beziehungsweise Gesamtausfuhren von 2016 in %)
Warengruppe *) Einfuhren Wert Einfuhren Veränderung Einfuhren Anteil Ausfuhren Wert Ausfuhren Veränderung Ausfuhren Anteil
Insgesamt 83.111 1,5 100 93.046 2,9 100
darunter
I. Lebende Tiere, tierische Produkte 1.076 9,0 1,3 1.819 4,4 2,0
II. Pflanzliche Produkte 1.261 3,8 1,5 2.388 -5,4 2,6
.10 Getreide 171 -17,3 0,2 1.203 -14,1 1,3
III. Pflanzliche und tierische Fette und Öle 228 6,9 0,3 473 -1,0 0,5
IV. Lebensmittel, Getränke, Tabak 2.595 6,3 3,1 3.358 6,0 3,6
V. Mineralische Erzeugnisse 5.557 -20,3 6,7 1.784 -16,9 1,9
.27 Mineralölprodukte 5.304 -20,8 6,4 1.712 -17,7 1,8
VI. Chemische Erzeugnisse 7.893 -0,2 9,5 7.960 0,2 8,6
.30 Pharmaerzeugnisse 3.496 -0,1 4,2 4.281 -1,3 4,6
VII. Kunststoffe, Gummi und Waren daraus 5.634 4,2 6,8 5.642 0,8 6,1
VIII. Leder und Pelze und Waren daraus 505 1,3 0,6 476 11,4 0,5
IX. Holz, Holz- und Korbwaren 581 11,6 0,7 643 2,6 0,7
X. Rohstoffe und Erzeugnisse der Papierindustrie 1.386 4,3 1,7 1.015 1,5 1,1
XI. Rohstoffe und Erzeugnisse der Textilindustrie 2.255 11,0 2,7 1.343 3,1 1,4
XII. Schuhwaren 589 16,3 0,7 451 6,8 0,5
XIII. Stein- und Zementwaren, Keramik, Glas 982 4,6 1,2 1.449 5,3 1,6
XIV. Schmuckwaren 115 3,0 0,1 131 -2,7 0,1
XV. Metalle und Metallwaren 6.908 1,4 8,3 4.060 -0,5 4,4
.72 Roheisen, Rohstahl 1.737 6,0 2,1 852 -5,1 0,9
.73 Eisen- und Metallwaren 1.965 3,3 2,4 1.290 -1,2 1,4
.74 Aluminium und -waren 1.533 -2,2 1,8 1.137 2,1 1,2
XVI. Maschinen und elektrische Geräte 31.587 3,5 38,0 36.760 4,6 39,5
XVII. Fahrzeuge 9.935 2,3 12,0 17.088 2,9 18,4
XVIII. Optische, medizinische und Messgeräte, Uhren 1.911 4,4 2,3 3.381 11,8 3,6
XX. Verschiedene Waren 1.748 10,6 2,1 2.665 4,3 2,9

Quelle: Ungarisches Statistikamt KSH, Bearbeitung DIUHK

*) entspricht der Kombinierten Nomenklatur (KN) der EU für den Außenhandel

(W.L.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Ungarn Export, Import, Bilanzen, Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, Wirtschaftsbeziehungen zur EU, Außenhandel / Struktur, allgemein

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