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19.01.2016

Usbekistan investiert 180 Mio. US$ in Abfallmanagement

Großes Projekt in Taschkent vor dem Start / Von Uwe Strohbach

Taschkent (gtai) - Die zentralasiatische Republik Usbekistan will in den kommenden fünf Jahren Abfallmanagementprojekte in fünf Städten durchführen. Die vorgesehenen Investitionen summieren sich auf 180 Mio. US$. Sie fließen vorrangig in den Bau neuer und die Modernisierung bestehender Deponien für feste Siedlungsabfälle sowie die Errichtung neuer Sammelstellen und die Beschaffung von Müllfahrzeugen. Als Finanzierungsquelle dienen vorwiegend ausländische Darlehen. (Kontaktanschriften)

Die usbekische Regierung plant in Umsetzung ihrer mittelfristigen Initiative für die weitere Entwicklung der Kommunalwirtschaft 2016 bis 2020 fünf regionale Projekte im Abfallmanagement. Von den Vorhaben dürften auch ausländische Anbieter von Beratungsleistungen und Ausrüstungen profitieren. Für die einzelnen Projektphasen im Rahmen der Initiative werden internationale Ausschreibungen durchgeführt.

Asiatische Entwicklungsbank finanziert Projekt in Taschkent

Zu den Projekten, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Vorbereitungsphase befinden, zählt die Erneuerung der Sammlung, des Transportes und der Deponierung von festen Haushaltsabfällen in der Hauptstadt Taschkent (2,4 Mio. Einwohner) und ihrem näheren Umland. Für das auf 79 Mio. $ veranschlagte Vorhaben stellt die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) ein Darlehen über 69 Mio. $ bereit. Das Projekt soll bis 2018/19 realisiert werden. Seine Umsetzung obliegt dem Magistrat der Hauptstadt Taschkent und dem Kommunalbetrieb Staatliche Produktionsverwaltung MaxsusTrans.

Im Rahmen des Vorhabens sind geplant

- der Bau einer kontrollierten Deponie im Landkreis Achangaran (Region Taschkent),

- die Errichtung von 350 neuen und die Modernisierung von weiteren 350 Sammelstellen,

- die Erneuerung von zwei Umladestationen für Abfälle in den Taschkenter Stadtbezirken Jakkasaraj und Junusabad sowie

- die Beschaffung von 13.500 Müllcontainern und mehr als 200 Maschinen und Ausrüstungen für die zentrale Deponie und für Umladestationen.

Allein die Investitionen in die neue Deponie betragen voraussichtlich mehr als 31 Mio. $. Dafür steht eine Fläche von 30 ha zur Verfügung. Die alte Großdeponie (59 ha) im Landkreis Achangaran wird geschlossen, da ihre Kapazitätsgrenze erreicht ist. Hier werden seit 1966 Haushaltsabfälle aus der Region Taschkent gelagert.

Frankreich fördert Abfallmanagement in Samarkand

Ein weiteres größeres regionales Projekt für Abfallmanagement soll in der Stadt Samarkand durchgeführt werden. Das Vorhaben basiert auf einer im März 2014 zwischen der Regierung Usbekistans und der französischen Agentur für Entwicklung (AFD) abgeschlossenen Vereinbarung. Dem Vernehmen nach hat die AFD ein Darlehen über 35 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Die Gelder sollen in die umfassende Modernisierung der lokalen Deponie, die Beschaffung technischer Ausrüstungen und den Aufbau einer regionalen Recyclingindustrie fließen. Die Projektstudien und Abstimmungen über die technischen Details für das Gesamtprojekt sind nach Angaben der usbekischen Regierung noch nicht abgeschlossen.

Der Aufbau von modernen Abfallwirtschaftssystemen in Usbekistan steckt noch in den Kinderschuhen. Zwar wurden bereits seit den 1990er-Jahren mit internationaler Unterstützung einige Projekte realisiert, doch die Ergebnisse sind bisher eher ernüchternd. Eine weitestgehend geregelte und zuverlässige Abfalleinsammlung gibt es im Land nur in wenigen zentralen Bezirken größerer Städte. In allen Landesteilen prägen dagegen ungeordnete Müllkippen und wilde Müllablagerungen das Bild.

Die in den letzten Jahren von der Regierung und einigen Stadtverwaltungen beschlossenen Initiativen für die Müllvorsortierung in den Haushalten blieben Makulatur. Grund dafür sind fehlende Stimuli und unzulängliche Kapazitäten für die Einsammlung. Im Land wurde bisher auch noch keine einzige Müllverbrennungsanlage errichtet. Das Recycling von Siedlungsabfällen beschränkt sich bislang hauptsächlich auf das Aussortieren von Werkstoffen. Die auf den Deponien des Landes lagernden festen Haushaltsabfälle summieren sich laut Experten auf ein Volumen von etwa 400 Mio. cbm.

Geplante Investitionen in das Abfallmanagement für Haushaltsabfälle in Usbekistan
Projektstandort (Stadt) Einwohner (in 1.000 Personen) *) Projektwert (in Mio. US$) Darunter ausländische Kredite und Investitionen Zeitraum der Realisierung
Taschkent 2.371 78,7 69,0 2016 bis 2018/19
Samarkand 504 45,6 43,0 2016 bis 2018/19
Andishan 410 23,0 21,0 2018 bis 2020/21
Buchara 280 22,0 21,0 2018 bis 2020/21
Karschi 260 10,0 8,5 2016 bis 2018/19

*) zum 1.1.2015

Quelle: Regierung Usbekistans, Statistikkomitee

Kontaktanschriften:

Hokimiyat Tashkent (Stadtverwaltung Taschkent)

6 Amir Temur Street, 100000 Taschkent

Tel.: 0099871/236 77 31

E-Mail: b.rahmonov@umail.uz, info@tashkent.uz

Ansprechpartner: Bahtiyor Sultonovich Rakhmonov, erster stellvertretender Bürgermeister (zuständig für kommunale Dienste)

GPU MaxsusTrans

(Staatliches Produktionsunternehmen für Kommunalwirtschaft MaxsusTrans)

ul. Abdulla Avloni 195, 100128 Taschkent

Tel.: 0099871/247-06 70, -94 95, -02 11, Fax: -79 21

E-Mail: maxsustrans@inbox.ru, Internet: http://www.maxsustrans.uz

Ansprechpartner: Kamoliddin Jamoliddinovich Nabiev, Direktor

State Committee fort Nature Protektion oft Usbekistan

(Staatliches Komitee für Umweltschutz Usbekistans)

ADB-Projekt Implementation Unit (PIU) - Solid Management Projekt

E-Mail: piu2067@gmail.com

Ansprechpartner: Rustam Shukurov, Leiter der Projekteinheit

(U.S.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Usbekistan Bauwirtschaft, allgemein, Abfallentsorgung, Recycling, Deponie und Abfallaufbereitungsbau

Kontakt

Olesja Hess

‎+49 228 24 993 219

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