Recht Aktuell

20.08.2015

Indonesien - Einreise von Touristen wird erleichtert / Arbeitsaufnahme wird eingeschränkt

Von Frauke Schmitz-Bauerdick LL.M.

(gtai) Seit dem 10.6.2015 können deutsche Touristen kraft der Presidential Regulation No. 69/2015 über eine Reihe von Flug- und Seehäfen auch ohne Visum nach Indonesien einreisen.

Mögliche Einreiseflughäfen sind:

- Soekarno-Hatta International (Tangerang);
- Ngurah Rai International (Bali);
- Kualanamu International (Medan);
- Juanda International (Surabaya);
- Hang Nadim International (Batam).

Als Einreiseseehäfen kommen folgende Häfen in Betracht:

- Sri Bintang;
- Sekupang;
- Batam Center;
- Tanjung Uban.

Soll Ein- oder Ausreise über einen anderen als die genannten See- und Flughäfen erfolgen, ist wie bislang bei der Einreise entweder ein Visum-on-Arrival oder aber bereits vor der Einreise ein reguläres Touristenvisum bei der Botschaft einzuholen.

Der Aufenthalt ist auf einen Zeitraum von 30 Tagen begrenzt, wobei der Tag der Einreise sowie der Abreistag als jeweils ganzer Tag zählen. Der Aufenthalt ohne Visum ist nicht verlängerbar.

Verschärft haben sich hingegen die Bedingungen für ausländische Geschäftsleute und Arbeitskräfte. Durch Erlass der Work Permit Regulation (No. 16/2015) am 29.6.2015 hat die indonesische Regierung die Bedingungen, unter denen Ausländer im Land tätig werden können, spürbar angezogen.

So war zwar bereits in der Vergangenheit der Erhalt einer Arbeitsgenehmigung an eine Vielzahl von Bedingungen geknüpft. Der künftige Arbeitgeber musste einen detaillierten Arbeitskräfteplan (Expatriate Placement Plan, RPTKA – Rencana Panampatan Tenaga Kerja Asing) erstellen, der Anzahl, Aufgaben und Beschäftigungsdauer für ausländische Mitarbeiter zu benennen hat. Während nach alten Vorgaben aber ausreichte, dass auf einen ausländischen Mitarbeiter drei indonesische Angestellte kommen, müssen nach den neuen Work Permit Regulations pro Expatriate zumindest zehn indonesische Arbeitnehmer eingestellt werden.

Auch muss jeder zukünftige Arbeitgeber als Voraussetzung der Genehmigung des Arbeitskräfteplans persönlich bei der Behörde vorstellig werden, um die Notwendigkeit der Einstellung ausländischer Arbeitskräfte zu erläutern.

Ausländische Geschäftsführer und Manager dürfen nach den neuen Vorgaben gleichfalls nur mit Work Permit und eigener Steuerkarte in Indonesien tätig werden, unabhängig davon, ob sie in Indonesien ansässig sind oder nur kurzfristig vor Ort nach dem Rechten schauen.

Auch die Einstellung ausländischer Mitarbeiter in den Bereichen Dienstleistung, Handel und Beratung die Einstellung ausländischer Mitarbeiter dürfte schwerer werden. Das zuständige Ministry of Manpower überprüft jeden Kandidaten danach, ob er geeignet ist, die ausgewiesene Position im Hinblick auf Alter, Qualifikation und Arbeitserfahrung auszufüllen. Zudem wird die Geltungsdauer der Arbeitsgenehmigung für Consultants und andere Dienstleister in Zukunft auf ein halbes Jahr beschränkt.

Ausländische Unternehmen, die Mitarbeiter zu Wartungs-, Reparatur und Installationsarbeiten ins Land schicken möchten, sind von den neuen Vorgaben ebenfalls betroffen. Für diese Arbeiten verkürzen die Regulations die Geltungsdauer der Arbeitserlaubnis auf ein halbes Jahr.

Weitergehende Informationen zu Einreise und Arbeiten in Indonesien im aktuellen Artikel "Indonesien verschärft seine Visapolitik".