Recht Aktuell

23.05.2017

Polen - Whistleblowing-System / Pilotprojekt der Polnischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde

Von Marcelina Nowak

(GTAI) - Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde (Urzad Ochrony Konkurencji i Konsumentow; UOKiK) hat ein Pilotprojekt gestartet mit dem Ziel, unlauteren Wettbewerb (Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Regelungen) aufzudecken und effektiv zu bekämpfen. Dieses Ziel soll durch den Einsatz von sogenannten Whistleblowern erreicht werden.

Zu einem Whistleblower kann jede Person werden, die Kenntnis über einen Verstoß hat (zum Beispiel über ein verbotenes Kartell, wettbewerbsbeschränkende Ausschreibungs- oder Preisabsprache). Die Identität der Whistleblowers wird seitens der Behörde nicht ermittelt.

Ein Whistleblower kann die Informationen mittels einer speziell für diese Zwecke eingerichteten E-Mail oder über eine extra geschaltete telefonische Infohotlinie weiterleiten. Für interessierte Personen hat die UOKiK auch eine spezielle Internetseite zum Thema Meldung der Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Regelungen erstellt.

Nach Eingang der Informationen und etwaigen Beweise wird die UOKiK entscheiden, ob ein Verfahren eingeleitet wird oder ob kein hinreichender Verdacht auf eine wettbewerbsverzerrende Handlung besteht.