Recht Aktuell

11.10.2017

Saudi-Arabien - Mechanismus zur Sicherung der Lohnzahlung tritt in die nächste Phase

Von Sherif Rohayem

(GTAI) Das Wage Protection System (WPS) dient der Sicherung des Lohnanspruchs von Personen, die im Königreich einer abhängigen Beschäftigung (Arbeiter und Angestellte) nachgehen. Zuständige Behörde ist das saudische Ministerium für Arbeit und Soziales.

Im Einzelnen verpflichtet das WPS Arbeitgeber des Privatsektors, Informationen über Löhne und deren Zahlung auf elektronischem Weg an das Arbeitsministerium zu senden. Diese Informationen speichert das Ministerium in einer hierfür eingerichteten Datenbank.

Schließlich verpflichtet das WPS Arbeitgeber, Lohnzahlungen ausschließlich via Banküberweisung zu tätigen. Eingehen muss die Zahlung auf ein saudisches Konto (Artikel 90 Absatz 2 saudi-arabisches Arbeitsgesetzbuch). Auf diese Weise erhält das Arbeitsministerium Kenntnis, wenn Arbeitgeber Gehälter nicht oder zu spät zahlen. In diesen Fällen kann das Ministerium Bußgelder in Höhe von SAR 3.000 verhängen.

Das zuständige Ministerium führt das WPS schrittweise ein. So galt es zunächst nur für Unternehmen, die 3.000 oder mehr Mitarbeiter beschäftigen. Im Frühjahr 2016 mussten sich Unternehmen mit 80 und mehr Beschäftigten an das WPS halten. Seit Anfang August 2017 betrifft das WPS auch Betriebe mit bis zu 60 Mitarbeitern.

Je nach vertraglicher Konstellation spielt das WPS auch eine Rolle für Entsendungskräfte. Hat der ausländische Arbeitnehmer seinen Arbeitsvertrag mit der Zielfirma im Königreich geschlossen, muss dieser ein saudisches Konto vorhalten, auf das seine Gehaltszahlungen eingehen.

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