Zoll

Basiswissen Einfuhr in Algerien

Autorin: Amira Baltic-Supukovic (Juni 2018)

Basiswissen Einfuhr in Algerien bietet deutschen Exporteuren einen kurzen Überblick über die wichtigsten Zoll- und Einfuhrbestimmungen des Landes. Es informiert über Zollverfahren, Warenbegleitpapiere, Einfuhrabgaben, Einfuhrverbote und -beschränkungen.

Einfuhrabgaben

Algerien hat WTO-Beobachterstatus. Neben dem regionalen Handelsabkommen GAFTA (Greater Arab Free Trade Area) besteht ein Assoziationsabkommen mit der EU (Europa-Mittelmeer-Assoziationsabkommen). Die gemeinsame Freihandelszone mit der EU soll 2020 entstehen. Für viele Industriewaren mit EU-Ursprung besteht bereits Zollfreiheit. Seit Juli 2016 wird ein 10stelliger (vorher: 8stelliger) Zolltarif angewandt. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist im Regelfall der CIF-Wert.

Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19 Prozent, der ermäßigte Steuersatz liegt bei 9 Prozent. Verbrauchsteuerpflichtig sind etwa alkoholische Getränke, Tabakwaren, einige Lebensmittel und bestimmte Fahrzeuge. Daneben existiert eine Vielzahl an Steuern und Abgaben, die auf bestimmte Warengruppen erhoben werden. Dazu gehören etwa die Verkehrssteuer auf Alkohol, Steuer auf Erdölerzeugnisse und neue Reifen. Eine Energieeffizienz-Steuer wurde 2017 eingeführt. Ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 1 Prozent auf alle importierten Waren wird seit Anfang 2018 erhoben.

Zollabfertigung

Wareneinfuhren sind vom Frachtführer vorab anzumelden. Im Seeverkehr gilt eine Frist von 24 Stunden. Innerhalb von 21 Tagen muss eine Zollanmeldung abgegeben werden. Zur Wahl stehen folgende Abfertigungsmöglichkeiten: Abfertigung zum freien Verkehr, Zolllager, Veredelung, vorübergehende Verwendung, Kabotagetransport, Umladung und Zollgutversand. Alle Einfuhren, deren FOB-Wert 100.000 algerische Dinar (DA) übersteigt, müssen grundsätzlich über eine zugelassene algerische Bank abgewickelt werden (Domizilierung).
Importierte Waren können grundsätzlich mit dem Dokumenteninkasso oder mit dem Dokumentenakkreditiv bezahlt werden. Importeure müssen alle geplanten Einfuhren mindestens 30 Tage vor Versand von ihrer Hausbank erfassen lassen. Hiervon ausgenommen sind Fertigerzeugnisse, die in die algerische Produktion eingehen sowie Pharmazeutika und Geräte für die Humanmedizin. Zweitens muss der Importeur Finanzmittel in Höhe von 120 Prozent des Gesamtwerts der geplanten Einfuhr bei der Bank zurückstellen. Die Bank-Domizilierung für einige Fertigprodukte wie Kekse, Pizza sowie bestimmte Brot- und Kuchensorten wird seit März 2018 nicht mehr durchgeführt. Somit können diese Produkte nicht eingeführt werden.

Einfuhrlizenzen

Das algerische System der Einfuhrlizenzen (licences d’importation) wurde nach nur zwei Jahren ausgesetzt. Lediglich die Einfuhr von Kraftfahrzeugen wird noch über das Lizenzsystem geregelt. An Stelle der Einfuhrlizenzen ist eine Reihe anderer Maßnahmen getreten, die den Import einschränken sollen. Dazu gehören Steuer- und Zollerhöhungen sowie neue Dokumentanforderungen.

Warenbegleitdokumente

Der Zollanmeldung sind grundsätzlich beizufügen: Handelsrechnung, Frachtpapiere, ggf. Packliste sowie ggf. Präferenznachweis (EUR.1/EUR-MED) für Waren mit EU-Ursprung/Ursprungskumulierung mit Mittelmeerländern oder Ursprungserklärung auf der Rechnung bei einem Warenwert bis 6.000 Euro. Eine Freiverkäuflichkeitsbescheinigung des Exportlandes ist für Waren, die für den Wiederverkauf in Algerien bestimmt sind, nötig. Je nach Ware werden sonstige Nachweise wie ein Analysezertifikat, Halal-Zertifikat, Pflanzen- oder Tiergesundheitszeugnis gefordert.

Einfuhrverbote

Verboten ist die Einfuhr von Gebrauchtfahrzeugen, gebrauchten oder runderneuerten Reifen, gefälschten bzw. nachgeahmten Waren, Asbest oder asbesthaltigen Erzeugnissen, Feuerwerkskörpern, Spielzeugwaffen, gebrauchtem Schuhwerk, bestimmten Gefahrgütern wie radioaktivem und gefährlichem Abfall sowie einer Vielzahl medizinischer Wirkstoffe und Medizinprodukte, die in Algerien hergestellt werden.

Algerische Generaldirektion Zoll: http://www.douane.gov.dz
Für weitere Informationen lesen Sie bitte unser Merkblatt über gewerbliche Wareneinfuhren - Algerien

Kontakt

Amira Baltic-Supukovic

‎+49 228 24 993 347