Zoll

Basiswissen Einfuhr in China, VR

Autor: Klaus Möbius (Oktober 2015)

Bei der Einfuhr von Waren in die VR China sind eine Vielzahl von Vorschriften und Regelungen zu beachten. Die frühzeitige Information über Einfuhrverfahren, zu zahlende Abgaben und mögliche Verbote und Beschränkungen hilft, Verzögerungen an der Grenze und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden. Basiswissen Einfuhr gibt einen kurzen Überblick über die bei der Einfuhr in die VR China zu beachtenden wichtigsten Vorschriften.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

China ist seit 11.12.2001 WTO-Mitglied. Es gilt das Harmonisierte System. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist der Zollwert der eingeführten Ware. Dies ist in der Regel der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende (CIF) Preis. Verbrauchsteuerpflichtig sind Alkoholika, Tabakwaren, Treibstoffe, Kraftfahrzeuge, Bodenbeläge aus Holz, Kautschuk Luftreifen sowie einige Luxusartikel. Bemessungsgrundlage bei Wertsteuersätzen ist der Zollwert plus Zollbetrag.
Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt grundsätzlich 17%, der ermäßigte Satz 13%. Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist der Zollwert plus Zollbetrag plus sonstige Verbrauchsteuern. Die Zollsätze und sonstigen Einfuhrabgaben Chinas (Einfuhrumsatzsteuer, Verbrauchsteuern) können in der Marktzugangsdatenbank der EU im Internet kostenlos abgerufen werden: http://madb.europa.eu/  (Tariffs)

Zollabfertigung

Für den Import von Waren besteht eine Pflicht zur  Voranmeldung, die eine Registrierung des Frachtführers und beteiligter Verladefirmen voraussetzt. Im Containerverkehr gilt eine Frist von 24 Stunden vor Verladung, im Luftverkehr 4 Stunden vor Ankunft bzw. bei Flugzeit unter 4 Stunden bei Abflug. Die Kommunikation läuft elektronisch über das China E-Port System. Neben der chinesischen Zollverwaltung sind das Wirtschafts- und das Finanzministerium sowie Kontrollbehörden (z.B. AQSIQ) und Zollagenten angeschlossen. Grundsätzlich stehen folgende Abfertigungsmöglichkeiten zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, Versandverfahren, Vorübergehende Verwendung, Veredelung, Zolllager, Verbringen in ein Zollfreigebiet, Vernichtung, Wiederausfuhr. Internetadresse der chinesischen Zollverwaltung: http://english.customs.gov.cn/

Einfuhrlizenzen

Für einige Waren sind "echte" Einfuhrlizenzen erforderlich. Daneben gibt es so genannte "Automatische Importlizenzen", die primär der statistischen Überwachung dienen. Diese gelten als erteilt, wenn die Lizenzbehörde nicht innerhalb von zehn Arbeitstagen widerspricht. Germany Trade & Invest veröffentlicht die ihr bekannt gewordene Neuerungen auf ihrer Homepage unter folgendem Link: http://www.gtai.de/zoll ( zuletzt am 07. und 20.1.2015).

Warenbegleitpapiere

Der Zollanmeldung sind grundsätzlich beizufügen: Kaufvertrag, Frachtpapiere, Handelsrechnung mit allen handelsüblichen Angaben 2-fach in englischer Sprache (Name und Anschrift des Ausführers und Empfängers, Ort und Datum der Ausstellung, Rechnungsnummer, Angabe über die Beförderung, Ursprungsland, Marke, Nummern und Anzahl der Packstücke, genaue Warenbezeichnung, Einzelpreise und Gesamtbetrag, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen, Brutto- und Nettogewichte, ggf. eine Packliste in englischer Sprache sowie  ggf. eine Präferenz-Ursprungserklärung.

Etikettierungs- und Kennzeichnungsvorschriften, Verpackung

Mit dem Herstellungsland gekennzeichnet werden müssen insbesondere Elektronik, Kosmetika und Lebensmittel. Möglich ist eine Kennzeichnung an der Ware oder an der (Um)Verpackung. China verlangt bei der Einfuhr von Holzverpackungen die Einhaltung des internationalen IPPC-Standards ISPM Nr. 15. Die Beschriftung auf der Erstverpackung muss grundsätzlich auf chinesisch erfolgen.

Einfuhrverbote

Einfuhrverbote bestehen für Waffen - auch nachgeahmte, Munition und Explosivstoffe,- Falschgeld und gefälschte Wertpapiere, tödlich wirkende Gifte, Dokumente/Medien mit einer schädlichen Wirkung für Kultur, Wirtschaft, Moral oder Politik, der VR China, Rauschgifte, Tiere und Pflanzen sowie Waren daraus, die gefährliche Bakterien, Schädlinge und andere Schadstoffe in sich tragen, Industrieabfälle.

CCC-Zertifizierung/Normen und Standards

Für bestimmte Waren ist eine CCC-Zertifizierung (China Compulsory Certification) erforderlich. Voraussetzung ist die Produktprüfung durch ein Laboratorium, das von der zuständigen chinesischen Stelle CNCA (Certification and Accreditation Administration of the People's Republic of China) akkreditiert ist. Die chinesische Zertifizierungsbehörde hat eine Auflistung der zertifizierungspflichtigen Waren im Internet veröffentlicht http://www.cnca.gov.cn/cnca/cncatest/20040420/column/227.htm.
Eine Übersicht über chinesische Normen und Standards ist abrufbar unter http://www.standardsportal.org/.

Für weitere Informationen lesen Sie bitte unser Merkblatt für gewerbliche Wareneinfuhren – China, VR

Kontakt

Klaus Möbius

‎+49 228 24 993 340