Zoll

Basiswissen Einfuhr in Côte d'Ivoire

Autorin: Andrea Mack (September 2015)

Côte d’Ivoire bietet deutschen Exporteuren als Drehscheibe für das frankophone Westafrika zahlreiche Lieferchancen. Basiswissen Einfuhr gibt eine Kurzüberblick über Zollverfahren, Zölle, Einfuhrnebenabgaben sowie Verbote und Beschränkungen.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Côte d’Ivoire ist Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA und der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten ECOWAS, die am 30.6.14 ihre Verhandlungen über ein regionales Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) mit der Europäischen Union abgeschlossen haben. Wenn das WPA in Kraft tritt, werden innerhalb von 20 Jahren die Zölle für 75% der EU-Ursprungswaren abgebaut. Bis dahin wendet Côte d’Ivoire den gemeinsamen Außenzoll der ECOWAS an. Dieser basiert auf dem Harmonisierten System 2012 und enthält fünf Zollsätze: 0% für grundlegende Bedarfsgüter, 5% für Rohstoffe und Investitionsgüter, 10% für Zwischenerzeugnisse, 20% für Fertigwaren und 35% für sensible Waren. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist in der Regel der cif-Wert.
Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt grundsätzlich 18%, ein ermäßigter Satz 9%. Einige landwirtschaftliche und pharmazeutische Produkte sind von der Einfuhrumsatzsteuer befreit. Bemessungsgrundlage ist der Zollwert zuzüglich aller mit der Einfuhr anfallenden Abgaben, ausgenommen die Mehrwertsteuer selbst. Verbrauchsteuerpflichtig sind bestimmte Lebensmittel, Tabakwaren, Mineralölprodukte und Kunststoffe. Zudem werden zwei weitere spezifische Steuern auf Tabakwaren, Gemeinschaftsabgaben für UEMOA und ECOWAS, temporäre Sondersteuern und Ausgleichsabgaben erhoben.

Zollabfertigung

Wareneinfuhren sind von einem zugelassenen Zollagenten vorab anzumelden. Für Seefracht ist zusätzlich eine elektronische Voranmeldung (BSC/CTN) im Exportland beim ivorischen Frachtführerbüro (https://bscoic.sgs.com) zwingend erforderlich. Als zentrale Anlaufstelle für alle Zollbeteiligten soll künftig die elektronische Außenhandelsplattform GUCE unter https://guce.gouv.ci/ dienen.  Ab einem fob-Warenwert über 1 Mio. CFA-Franc (1.524 EUR) führt die Firma Webb Fontaine eine Destination Inspection in Côte d’Ivoire durch. Grundsätzlich stehen folgende Abfertigungsmöglichkeiten zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, Versandverfahren, Zolllager, vorübergehende Verwendung, Veredelung, vorübergehende Ausfuhr und Warenverarbeitung unter zollamtlicher Überwachung.

Einfuhrlizenzen

Einfuhrgenehmigungen des zuständigen Ministeriums sind erforderlich für lebende Tiere, Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, Pflanzen(teile), Saatgut, Düngemittel, Alkohol, Arzneimittel und deren Vorprodukte, Zusatzstoffe für Nahrungsmittel und Getränke, Bild-, Ton- und Datenträger, Gold und Diamanten sowie für Fahrzeuge, deren Ersatzteile und Reifen. Das Handelsministerium erteilt automatische Importlizenzen für bestimmte Erdölprodukte und bedruckte Baumwollgewebe.

Warenbegleitpapiere

Der Zollanmeldung sind beizufügen: Handelsrechnung mit allen handelsüblichen Angaben 3-fach in französischer Sprache, detaillierte Packliste, Frachtpapiere (Konnossement mit BSC-Voranmeldung oder Luftfrachtbrief), Transportversicherungszertifikat und je nach Ware zusätzlich erforderliche Dokumente wie Einfuhrlizenz, Prüfbericht  RFCV, Ursprungszeugnis, Pflanzen- bzw. Tiergesundheitszeugnis, Analysezertifikat.

Etikettierungs- und Kennzeichnungsvorschriften, Verpackung

Importierte Nahrungsmittel müssen auf Französisch mit der Warenbezeichnung, Name und Adresse von Hersteller/Importeur/Händler, Herstellungsdatum, Mindesthaltbarkeits- bzw. Verfallsdatum, Inhaltsstoffen, Gewicht, Lagerungsbedingungen und Gebrauchsanweisung gekennzeichnet sein. Besondere Etikettierungsvorschriften gelten für Tabakwaren, Streichholzschachteln, hochprozentige Alkoholika, Fleisch, Geflügel, Molkereiprodukte, Frucht- und Gemüsesäfte, Mineralsalze, bedruckte Textilien, pharmazeutische und chemische Erzeugnisse. Für Holzverpackungen ist ein Pflanzengesundheitszeugnis vorzulegen.

Einfuhrverbote

Einfuhrverbote bestehen für gefälschte und pornografische Erzeugnisse, Drogen, Narkotika und Halluzinogene, Abfälle von Kunststoffbeuteln, Militärfahrzeuge, Waffen und Munition, Asbest und asbesthaltige Produkte, Gly-Phenol und damit behandeltes Holz, Tiermehl, Gefahrmüll, ozonschädigende Substanzen und Geräte, die ozonabbauende Substanzen enthalten.

Zertifizierung/Normen und Standards

Nach Angaben der beauftragten Prüfgesellschaft Bureau Veritas beabsichtigt Côte d’Ivoire in Kürze ein Konformitätsbewertungsprogramm für zahlreiche Waren einzuführen. Zum zertifizierungspflichtigen Warenkreis sollen unter anderem Nahrungsmittel, elektrische und elektronische Produkte, Chemikalien, Kosmetika, Bau- und Verpackungsmaterialien, Kfz-Ersatzteile und Zubehör, Maschinen, Drucker, Textilien, Schuhe, Spielzeug, Pharmazeutika sowie Gebrauchtwaren gehören.

Zollbehörde: Direction Générale de Douane - http://www.douanes.ci

Für weitere Informationen lesen Sie bitte unser Merkblatt für gewerbliche Wareneinfuhren – Côte d‘Ivoire

Kontakt

Andrea Mack

‎+49 228 24 993 346