Zoll

Basiswissen Einfuhr in den Oman

Autorin: Amira Baltic-Supukovic (Februar 2017)

Basiswissen Einfuhr in den Oman bietet deutschen Exporteuren einen kurzen Überblick über die wichtigsten Zoll- und Einfuhrbestimmungen des Landes. Es informiert über Zollverfahren, Warenbegleitpapiere, Einfuhrabgaben, Einfuhrverbote und -beschränkungen.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Oman ist Mitglied der WTO. Zusammen mit Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, den VAE und Bahrain ist Oman Mitglied des Golfkooperationsrates (Gulf Cooperation Council - GCC). Der GCC wendet ein gemeinsames Zollgesetz und einen gemeinsamen Zolltarif an. Der Außenzollsatz beträgt 5% für die meisten Waren. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist in der Regel der CIF-Wert. Einige Produkte wie bestimmte Nahrungsmittel, Arzneiwaren und Bücher und können zollfrei in den Oman eingeführt werden. Der Warenhandel innerhalb des GCC ist ebenfalls zollfrei. Präferenzzollsätze gelten grundsätzlich für Ursprungswaren der Great Arab Free Trade Area (GAFTA), der European Free Trade Association (EFTA) und Singapur. Oman unterhält außerdem ein bilaterales Abkommen mit den USA.
Eine Einfuhrumsatzsteuer wird derzeit nicht erhoben, allerdings ist deren Einführung im Jahr 2018 vorgesehen. Ebenfalls vorgesehen ist die Einführung einer Verbrauchsteuer auf Tabakwaren, Alkohol, mit Kohlensäure versetzte Getränke und Energiegetränke. Die Zollsätze und sonstigen Einfuhrabgaben können in der Marktzugangsdatenbank der EU (http://madb.europa.eu/) kostenfrei abgerufen werden.

Zollabfertigung

Grundsätzlich stehen folgende Abfertigungsmöglichkeiten zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, zur vorübergehenden Verwendung, zur Durchfuhr (Transit), zur Veredelung, Zollgutlagerung und zum Freizonenverkehr.
Das Verfahren der vorübergehenden Verwendung kann nicht mit einem Carnet ATA durchgeführt werden. Oman ist dem TIR-Übereinkommen nicht beigetreten, demnach ist das Versandverfahren mittels Carnet TIR nicht durchführbar.

Einfuhrgenehmigungen

Für einige Waren wie Gebrauchtwagen, Pflanzen, lebende Tiere oder Arzneimittel sind Einfuhrgenehmigungen erforderlich. Je nach Warenart können andere Genehmigungsstellen zuständig sein, etwa das Umwelt- oder das Gesundheitsministerium.
Eine Einfuhrgenehmigung für Gebrauchtwagen wird in der Regel nur Gebrauchtwagenhändlern erteilt. Voraussetzung ist, dass PKW nicht älter als 7 Jahre sind. Busse und LKW dürfen nicht älter als 10 Jahre sein.

Warenbegleitdokumente

Der Zollanmeldung sind grundsätzlich beizufügen: Frachtpapiere, Handelsrechnung mit allen handelsüblichen Angaben, ggf. eine Packliste sowie ein nicht-präferenzielles Ursprungszeugnis. Je nach Warenart können bei der Einfuhr besondere Dokumente verlangt werden. Für Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut sind Pflanzengesundheitszeugnisse vorzulegen. Für lebende Tiere und tierische Erzeugnisse ist u.a. ein veterinäres Zeugnis nötig, für Fleisch und Fleischprodukte außerdem ein Halal-Zertifikat.
Für die Wareneinfuhr in den Oman ist grundsätzlich eine „Legalisierung“ der Ursprungszeugnisse und Handelsrechnungen durch die Konsularabteilung der Botschaft Omans erforderlich. Die Dokumente sind zunächst von der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder durch einen Notar zu prüfen und zu bescheinigen. Die Legalisierung ist gebührenpflichtig.

Etikettierungs- und Kennzeichnungsvorschriften

Die Ursprungskennzeichnung muss dauerhaft und nicht entfernbar auf dem Produkt selbst angebracht sein, etwa durch Druck, Gravur oder Pressung. Nur im Ausnahmefall und nur wenn ein Anbringen auf Grund der Größe oder Beschaffenheit der Ware, wie z. B. bei Kleinteilen und Lebensmitteln nicht möglich ist, ist das Anbringen der Markierung auf der Verpackung zulässig.
Die Etikettierung von Lebensmitteln muss in Arabisch erfolgen. An Spielwaren und kleinen Elektrogeräten müssen QR-Codes angebracht sein. Elektrogeräte für den Haushalt müssen mit dem Konformitätszeichen (G-Mark) versehen sein.

Einfuhrverbote

Verboten ist unter anderem die Einfuhr von Narkotika, Rauschgiften, geschützten Tier- und Pflanzenarten, lebenden Schweinen, Waren israelischen Ursprungs, Süßwaren in Form von Zigaretten, Glücksspielautomaten, gefährlichen Abfällen, radioaktiv belasteten Produkten, ozonschädigenden Substanzen, Asbest, Waren, die den technischen Standards in Oman nicht entsprechen; Nahrungsmitteln ohne Etikettierung in Arabisch; allen Produkten, auch Publikationen und Kunstwerken, die in Oman aus moralischer oder religiöser Sicht als anstößig empfunden werden.

Zertifizierung/Normen und Standards

In den Oman einzuführende Waren müssen entweder den Standardbedingungen des GCC oder des Oman entsprechen. Sind keine für den Oman spezifischen Standards erlassen worden, greifen im Allgemeinen die Standards der GCC Standardization Organization (GSO) oder entsprechende ISO-Standards. Für die Kontrolle der Einhaltung der GSO-Normen ist die Abteilung „Standardization and Metrology Sector“ des Ministeriums für Industrie und Handel zuständig.

Internetadresse der Zollverwaltung Omans: https://www.customs.gov.om/portal/en/esw/.

Kontakt

Amira Baltic-Supukovic

‎+49 228 24 993 347