Zoll

Basiswissen Einfuhr in den USA

Autorin: Susanne Scholl (Dezember 2016)

Basiswissen Einfuhr gibt deutschen Exporteuren einen Kurzüberblick über Freihandelsabkommen, Einfuhrabgaben, Einfuhrverbote, Einfuhrlizenzerfordernisse, Etikettierungsvorschriften sowie US-Normen und Standards.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Die USA sind seit dem 1.1.95 Mitglied der WTO. Das Land bildet mit Kanada und Mexiko die nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA). Die USA gehören zur Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsunion. Darüber hinaus gelten zahlreiche Freihandelsabkommen, u.a. mit Chile, Kolumbien, Peru und Korea. Die USA sind Partner des bereits unterzeichneten aber noch nicht ratifizierten Trans Pacific Partnership (TPP) und stehen in Verhandlungen mit der EU über das Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP). Es gilt das Harmonisierte System. Das Zollniveau ist niedrig. Viele Waren sind zollfrei, zum Beispiel zahlreiche Maschinen und Apparate (Kapitel 84 und 85). Bemessungsgrundlage ist im Regelfall der FOB-Wert. Verbrauchsteuerpflichtig sind alkoholische Getränke und Tabakprodukte. Weiterhin werden eine Zollabfertigungsgebühr von 0,3464 % für Sendungen mit einem Wert von mehr als 2.500 US$ und Hafeninstandhaltungsgebühren von 0,125 % bei Waren im Seeverkehr erhoben.

Zollabfertigung

In den USA kann nur der "Importer of Record" (IOR) Waren zu einem Zollverfahren anmelden. Dies kann der Eigentümer der Waren, der Käufer, ein lizenzierter Zollagent oder eine ausländische Handelsgesellschaft ohne Niederlassung in den USA sein. Ausländische Unternehmen müssen in den USA mit einer "non-resident ID number" registriert sein. Die rechtliche Vertretung übernimmt ein Zollagent. Die Einfuhrwaren müssen 15 Tage nach Ankunft gestellt und die Eingangsdokumente eingereicht werden. Die Zollbehörde verlangt eine Sicherheit für die Einfuhrabgaben. Die Anmeldung von Waren ist ein zweistufiger elektronischer Prozess (Einreichung der Eingangsdokumente und Abgabe der Zollanmeldung). Importeure, Zollagenten und Spediteure nutzen für die Anmeldung das „Automated Commercial Environment“ (ACE), ein modernes Datenbearbeitungssystem für Einfuhranmeldungen und damit verknüpfte post-entry Prozesse.

Einfuhrlizenzen/Genehmigungen

Die Einfuhr einiger Waren ist genehmigungspflichtig, u.a. Waffen (Lizenz des Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives) und radioaktive Substanzen (Lizenz der Nuclear Regulatory Commission).

Warenbegleitpapiere

Für die Zollabfertigung werden benötigt: die Eingangsdeklaration, Zollantrag („Entry Summary“), Transportnachweis sowie Bürgschaftsdokument, Handelsrechnung oder Proformarechnung in englischer Sprache, Packliste, ggf. weitere Dokumente, die für die Warenabfertigung benötigt werden (Ursprungszeugnis, Einfuhrlizenzen, Gesundheitszeugnisse).

Etikettierungs- und Kennzeichnungsvorschriften, Verpackung

Jede in den USA eingeführte Ware, die im Ausland hergestellt wurde, muss an gut sichtbarer Stelle mit dem Namen des Herstellungslandes in englischer Sprache gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung muss dauerhaft und gut lesbar sein. Ursprungsbezeichnungen sind beispielsweise „Made in..“, oder „Product of..“. Wurde ein Produkt aus Vormaterialien mehrerer Länder hergestellt, so ist das Land maßgeblich, in dem eine grundlegende Be- oder Verarbeitung stattgefunden hat. Ist ein Produkt nicht vollständig in einem Land hergestellt, müssen detailliertere Angaben gemacht werden. Ansonsten gilt die Kennzeichnung als irreführend.

Einfuhrverbote

Die Einfuhr von Streichhölzern mit weißem Phosphorkopf, Robben- und Seeotterfellen, gefälschten Münzen, Jadeit, Rubinen und Schmuckstücken aus Myanmar, Filmen mit obszönen oder unmoralischen Inhalten, Klappmessern und Produkten aus Staaten, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten als Bedrohung der Sicherheit, Wirtschaft oder Außenpolitik definiert wurden, ist verboten.

Zertifizierung, Normen und Standards

Ausländische Hersteller und Zulieferer von Verbraucherprodukten sind dafür verantwortlich, dass ihre Produkte alle geltenden Regeln, Standards und Verordnungen der Verbraucherschutzbehörde „Consumer Product Safety Commission“ (CPSC) erfüllen. Dies muss durch eine Konformitätserklärung verdeutlicht werden.
Elektrisch gesteuerte Geräte und Systeme müssen gemäß den US-Normen zugelassen sein. Die Prüfung und Zertifizierung können nur von dem Bundesamt für Sicherheit und Arbeitsschutz ( OSHA) akkreditierte Prüf- und Zertifizierungsinstitute vornehmen. Die endgültige Entscheidung über die Inbetriebnahme obliegt immer einer lokalen Kontrollstelle.

Zollbehörde: https://www.cbp.gov/
Für weiterführende Informationen lesen Sie bitte unser Merkblatt über gewerbliche Wareneinfuhren - USA

Kontakt

Susanne Scholl

‎+49 228 24 993 348