Zoll

Basiswissen Einfuhr in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)

Autorin: Amira Baltic-Supukovic (April 2018)

Basiswissen Einfuhr in die Vereinigten Arabischen Emirate bietet deutschen Exporteuren einen kurzen Überblick über die wichtigsten Zoll- und Einfuhrbestimmungen des Landes. Es informiert über Zollverfahren, Warenbegleitpapiere, Einfuhrabgaben, Einfuhrverbote und -beschränkungen.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Die VAE sind Mitglied der WTO. Zusammen mit Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Oman und Bahrain sind die VAE Mitglied des Golfkooperationsrates (Gulf Cooperation Council - GCC). Angewandt werden ein gemeinsames Zollgesetz und ein gemeinsamer Zolltarif. Der Außenzollsatz beträgt 5 Prozent für die meisten Waren. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist in der Regel der CIF-Wert. Viele Produkte können zollfrei eingeführt werden. Der Warenhandel innerhalb des GCC ist ebenfalls zollfrei. Präferenzzollsätze gelten grundsätzlich für Ursprungswaren der Great Arab Free Trade Area (GAFTA), der European Free Trade Association (EFTA) und Singapur.
Seit dem 1. Januar 2018 wird eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 5 Prozent erhoben. Außerdem wurde eine Verbrauchsteuer in Höhe von 100 Prozent auf Tabakwaren und Energiegetränke und 50 Prozent auf kohlensäurehaltige Getränke, außer für Wasser, eingeführt. Die Zollsätze und sonstigen Einfuhrabgaben der VAE können in der Marktzugangsdatenbank der EU, http://madb.europa.eu/ kostenlos abgerufen werden.

Zollabfertigung

Die VAE sind eine Föderation von sieben weitgehend autonomen Bundesstaaten (Emiraten): Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Ajman, Umm al-Quwain, Fujairah und Ras al-Khaimah. Es gibt eine Bundeszollbehörde, die Federal Customs Authority. Zusätzlich hat jedes Emirat seine eigene Zollverwaltung.
Folgende Abfertigungsmöglichkeiten stehen zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, vorübergehende Verwendung, Durchfuhr (Transit), Re-Export und Drawback, Zollgutlagerung und Freizonenverkehr.
Das Verfahren der vorübergehenden Verwendung kann mit einem Carnet ATA durchgeführt werden. Dieses gilt allerdings nur für Messen und Ausstellungen. Die Nutzung des Carnets ist außerdem auf die folgenden Zollstellen beschränkt: Dubai Cargo Village, Jebel Ali Customs Center, Dubai International Airport: Terminals 1, 2 und 3, Dubai Airport Free Zone, Al Maktoum Airport, Hatta Customs Center, Abu Dhabi International Airport und Port Zayed.
Internetadresse der Zollverwaltung der VAE: https://www.customs.ae/En/.

Einfuhrgenehmigungen

Für einige Waren wie Pflanzen, lebende Tiere oder Arzneimittel sind Einfuhrgenehmigungen erforderlich. Je nach Warenart können unterschiedliche Genehmigungsstellen zuständig sein, etwa das Gesundheits- oder das Wirtschaftsministerium.

Warenbegleitdokumente

Der Zollanmeldung sind grundsätzlich beizufügen: Frachtpapiere, Handelsrechnung mit allen handelsüblichen Angaben, ggf. eine Packliste sowie ein nichtpräferenzielles Ursprungszeugnis. Je nach Warenart können bei der Einfuhr besondere Dokumente verlangt werden. Für Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut sind Pflanzengesundheitszeugnisse vorzulegen. Für lebende Tiere und tierische Erzeugnisse ist u.a. ein veterinäres Zertifikat nötig. Ein Halal-Zertifikat wird für viele Lebensmittel, Kosmetika aber auch andere Waren verlangt.
Für die Wareneinfuhr in die VAE ist eine Legalisierung der Ursprungszeugnisse und Handelsrechnungen durch die Konsularabteilung der Botschaft der VAE in Berlin erforderlich. Zunächst muss sich das exportierende Unternehmen auf der Webseite des Ministry of Foreign Affairs and International Cooperation (Mofa) registrieren und die Gebühr bezahlen. Nach Angaben der Botschaft sind die Dokumente von der zuständigen Industrie- und Handelskammer zu bescheinigen und danach zur Vor-Legalisierung bei der Arabisch-Deutschen Vereinigung für Handel und Industrie (Ghorfa) einzureichen. Für die Legalisierung von Ursprungszeugnissen sind bei Mofa 60 Euro zu bezahlen. Die Gebühr für Handelsrechnungen ist vom Rechnungsbetrag abhängig. Ghorfa erhebt ebenfalls eine Gebühr für die Prüfung von Handelsdokumenten. Diese wurde im Jahr 2017 von 18 auf 25 Euro erhöht.

Einfuhrverbote

Ein Einfuhrverbot gilt für Rauschgifte, geschützte Tier- und Pflanzenarten, lebende Schweine, Süßwaren in Form von Zigaretten, gebrauchte oder runderneuerte Fahrzeugreifen, dreilagige Nylon-Fischernetze, rohes Elfenbein und Rhinozeros-Horn, Glücksspielautomaten, gefährliche Abfälle, radioaktiv belastete Produkte, ozonschädigende Substanzen, Asbest und alle Produkte, auch Publikationen und Kunstwerke, die in den VAE aus moralischer oder religiöser Sicht als anstößig empfunden werden. Für Waren israelischen Ursprungs besteht in den VAE auch ein Einfuhrverbot sowie für Waren, die den technischen Standards der VAE nicht entsprechen.

Normen und Standards

In die VAE einzuführende Waren müssen entweder den Standardbedingungen des GCC, der VAE oder des jeweiligen Emirats entsprechen. Sind keine für die VAE spezifischen Standards erlassen worden, greifen im Allgemeinen die Standards der GCC Standardization Organization (GSO) oder entsprechende ISO-Standards. Für die Kontrolle der Einhaltung der Normen ist die Emirates Authority for Standardization and Metrology (ESMA) zuständig. Waren, die Konformitätsbestimmungen unterliegen, werden an der Einfuhrzollstelle von ESMA kontrolliert. Einige Produkte wie Trinkwasser, Tabak, Leuchtmittel oder Spielzeug müssen mit den Anforderungen des Konformitätsbewertungsverfahrens Emirates Conformity Assessment Scheme (ECAS) übereinstimmen.

Kontakt

Amira Baltic-Supukovic

‎+49 228 24 993 347