Zoll

Basiswissen Einfuhr in Montenegro

Autorin: Amira Baltic-Supukovic (Juli 2017)

Basiswissen Einfuhr in Montenegro bietet deutschen Exporteuren einen kurzen Überblick über die wichtigsten Zoll- und Einfuhrbestimmungen des Landes. Es informiert über Zollverfahren, Warenbegleitdokumente, Einfuhrabgaben, Einfuhrverbote und -beschränkungen.

Einfuhrzölle und weitere Einfuhrabgaben

Montenegro ist WTO-Mitglied und Beitrittskandidat der Europäischen Union (EU). Es gilt die Kombinierte Nomenklatur. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist in der Regel der CIF-Wert. Präferenzzollsätze werden angewandt für die EU (gemäß Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen), CEFTA, EFTA, Russland, Ukraine und die Türkei. Für die präferenzbegünstigte Einfuhr einiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus der EU bestehen Zollkontingente. Davon betroffen sind u.a. Hühnerfleisch, einige Fisch- sowie Weinsorten und Mineralwasser. Über die Kontingente hinausgehende Einfuhren dieser Produkte unterliegen einem höheren Zollsatz. Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19%. Der ermäßigte Steuersatz von 7% gilt z.B. für Grundnahrungsmittel, Tierfutter, Bücher, Arzneimittel und bestimmte Dienstleistungen. Verbrauchsteuerpflichtig sind Alkoholika, Tabakwaren, Kaffee, bestimmte kohlensäurehaltige Getränke und Erdölerzeugnisse. Die Zollsätze und sonstigen Einfuhrabgaben Montenegros können in der Marktzugangsdatenbank der EU, http://madb.europa.eu/ und im integrierten Zolltarif Montenegros (TariCG) unter http://taric.carina.co.me/TariCG/ kostenfrei abgerufen werden.

Zollabfertigung

Folgende Abfertigungsmöglichkeiten stehen zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, Transit, vorübergehende Verwendung, Veredelung, Zolllager und Warenverarbeitung unter zollamtlicher Überwachung. Vor der physischen Übergabe der Zolldeklaration wird die Zollanmeldung (Jedinstveni Carinski Dokument - JCI) in der Regel über das elektronische System CIS (Customs Information System) abgegeben. Für die vorübergehende Einfuhr von Berufsausrüstung, Waren für Ausstellungen und Messen sowie für Warenmuster kann ein Carnet ATA verwendet werden. Die Einfuhr von Zigaretten, Pflanzen und pflanzlichen Produkten sowie von Tieren und tierischen Produkten erfolgt nur über die dafür ausgestatteten Zolldienststellen. Internetadresse der montenegrinischen Zollverwaltung: http://www.upravacarina.gov.me/uprava.

Einfuhrgenehmigungen

Für einige Waren sind Einfuhrgenehmigungen erforderlich. Das gilt u.a. für die Einfuhr von Arzneimitteln, Samen und Saatgut sowie ozonschädigenden Substanzen. Je nach Warenart kann eine andere Genehmigungsstelle zuständig sein, etwa die Umweltschutzbehörde oder das Landwirtschaftsministerium. Für die Zulassung von Arzneimitteln und medizinischen Geräten ist CALIMS (Agencija za ljekove i medicinska sredstva) zuständig.

Warenbegleitdokumente

Der Zollanmeldung sind grundsätzlich beizufügen: Frachtpapiere, Handelsrechnung mit allen handelsüblichen Angaben, ggf. eine Packliste sowie ggf. ein Präferenznachweis (EUR.1) für Waren mit EU-Ursprung oder eine Ursprungserklärung auf der Rechnung bei einem Warenwert bis 6.000 Euro. Ein Ursprungszeugnis ist im Allgemeinen nicht erforderlich, kann aber vom Importeur verlangt werden. Für Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut sind Pflanzengesundheitszeugnisse vorzulegen. Für lebende Tiere und tierische Erzeugnisse sind veterinäre Zertifikate erforderlich.

Etikettierungs- und Kennzeichnungsvorschriften

Im Allgemeinen müssen zum Verkauf angebotene Waren die folgenden Angaben beinhalten: Bezeichnung bzw. Handelsname des Produkts, Name und Sitz des Herstellers, Name und Sitz des Importeurs sowie das Ursprungsland der Ware; Angaben über die Menge, Zusammensetzung, Qualität, Typ und Modell der Ware, Herstellungs- und Mindesthaltbarkeitsdatum, Hinweise zur Lagerung und zu möglichen Gefahren.

Einfuhrverbote

Verboten ist grundsätzlich die Einfuhr von gefährlichen Abfällen und einigen ozonschädigenden Substanzen. Nach dem Auftreten von Tierseuchen kann auch die Einfuhr bestimmter Tiere oder Nahrungsmittel aus den betroffenen Ländern kurzfristig verboten werden.

Standardisierung

Montenegro versucht, die eigenen Standards und Normen mit den international anerkannten Normen zu harmonisieren. Die für Standards zuständige Behörde heißt „Institut za standardizaciju Crne Gore“ (ISME). ISME ist Mitglied der Internationalen Organisation für Normung (ISO), des Europäischen Komitees für Normung CEN und des Europäischen Komitees für elektrotechnische Normung (CENELEC). Die Einfuhr bestimmter Produkte kann nur erfolgen, wenn ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt wird welches die Konformität mit den technischen Vorschriften Montenegros nachweist.

Zollbehörde: http://www.upravacarina.gov.me/uprava

Kontakt

Amira Baltic-Supukovic

‎+49 228 24 993 347